Gewerkschaft fordert im Tourismus Lohnplus von 3,8 Prozent
Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen 2026 für den Tourismus-Sektor ist Donnerstagabend ergebnislos zu Ende gegangen. Am 7. April wird weiter verhandelt. Die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft vida haben heute nach Eigenangaben eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent gefordert, zusätzlich zwölf garantierte freie Sonntage und bezahlte Mittagspausen. Für die Arbeitgeber ist dies “in der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Branche nicht umsetzbar”.
“Was wirtschaftlich nicht machbar ist, kann auch nicht vereinbart werden”, erklärten die Chefverhandler der gastgewerblichen Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich, Georg Imlauer und Alois Rainer, nach der heutigen Verhandlungsrunde. Und legten in einer Aussendung ihre eigene Berechnung zu den vida-Forderungen vor: “Neben einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,6 Prozent verlangen die Gewerkschaften zusätzliche rund 6 Prozent Lohnerhöhung durch die Einführung einer bezahlten Mittagspause.”
vida: Einkommensverlust verhindern
Ganz anders klingt das in der Stellungnahme der Arbeitnehmervertreter. Ihr Rechenansatz: “Die Arbeitgeber boten Lohn- und Gehaltsanpassungen von lediglich 2,3 Prozent. Unsere Forderung hingegen liegt bei 3,8 Prozent, um einen Einkommensverlust der Beschäftigten zu verhindern und ihnen den Respekt zu erweisen, den sie verdienen. Die zugrunde liegende Jahresinflation beträgt 3,6 Prozent”, so vida-Verhandlungsleiterin Eva Eberhart nach dem heutigen Feilschen in einer Pressemitteilung.
Der ersten Gesprächsrunde war ein Geplänkel der Sozialpartner vorausgegangen. Nachdem eine Razzia von Polizei und Finanz zahlreiche Mängel in der Gastronomie aufdeckte, nutzte dies vida-Chef Roman Hebenstreit für eine Breitseite gegen die Branche, die säuerlich reagierte. Die von Arbeitgeberseite geforderte Entschuldigung des streitbaren vida-Vorsitzenden blieb aus, trotzdem fanden sich heute die Sozialpartner in der Wirtschaftskammer in Wien zusammen.
Einstiegsgehalt rund 2.200 Euro brutto
Übers Jahr sind zwischen 200.000 und 240.000 Menschen nach dem Kollektivvertrag für Hotellerie und Gastronomie angestellt. Sie sind in rund 65.000 Betrieben beschäftigt. Die Einstiegsgehälter variieren leicht je nach Bundesland, in Wiener Hotels und Kaffeehäusern wird 2.264 Euro brutto bezahlt. Der Mindestlohn für Hilfskräfte ist in allen Bundesländern mit 2.026 Euro brutto gleich.