Umweltorganisationen fordern verbindlichen Grundwasserschutz

Die Umweltinitiativen CLAW und Ökobüro haben am Mittwoch beim Umweltministerium einen Antrag für umfassenden Grundwasserschutz eingebracht. Das Ministerium arbeite derzeit an einem Wasserentnahmeregister. Die Organisationen fordern, dass darin die EU-Wasserrahmenrichtlinie vollständig umgesetzt wird. Sie beantragten eine nachvollziehbare Erfassung von Grundwasserentnahmen und einen verbindlichen Notfallplan für Dürreperioden, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.
Österreich decke seinen Trinkwasserbedarf zu 100 Prozent aus Grund- und Quellwasser. Zwar werde erfasst, wie viel Wasser maximal entnommen werden darf, der tatsächliche Verbrauch jedoch nicht. Kontrollen passieren aktuell großteils stichprobenartig. Künftig solle laufend und öffentlich nachvollziehbar erfasst werden, wie viel Grundwasser tatsächlich von wem entnommen wird, so die Forderung. Besonders bei Hausbrunnen, die auch von landwirtschaftlichen Betrieben benutzt werden, gebe es eine hohe Dunkelziffer: Sie werden nicht im Wasserbuch erfasst, hieß es. Wenn die tatsächlichen Entnahmemengen bekannt sind, könne auch überprüft werden, ob bewilligte Wassermengen noch dem eigentlichen Bedarf entsprechen.
Notfallplan für Dürreperioden
“Auch im wasserreichen Österreich führt die Klimakrise mittlerweile zu Engpässen”, wurde Michaela Krömer, Rechtsanwältin und Gründerin von CLAW, zitiert. “Messen allein schützt zwar keinen Tropfen, ist aber die Grundlage für einen effizienten Umgang mit der Ressource Wasser.” In der EU-Wasserrahmenrichtlinie sei dies bereits verankert: “EU-Recht verlangt ausdrücklich, dass tatsächliche Wasserentnahmen erfasst und die Grundwassermengen geschützt werden”, erläuterte Gregor Schamschula, Geschäftsführer von Ökobüro und Umweltjurist. “Bisher fehlt beides, die Daten zu den Entnahmen und ein verbindlicher Plan für Trockenperioden.”
Der geforderte bundesweite Notfallplan für Dürreperioden solle festlegen, wer in der Knappheit Vorrang hat und wie die Bevölkerung rechtzeitig erfährt, was dann gilt. Zwar gebe es bereits strategische Pläne wie den Trinkwassersicherungsplan, doch die verbindliche Form der Verordnung fehle. “Unser Grundwasser ist wie ein Konto, von dem alle abheben. Bei niedrigem Kontostand braucht es klare Regeln, wer Vorrang hat, treffsicher und vorausschauend, damit sich alle darauf einstellen können,” sagte Krömer.