Verdächtige nach Einbruch in Waffengeschäft festgenommen
Offenbar drei Täter sind in der Nacht auf Freitag in ein Waffengeschäft in Innsbruck eingebrochen. Dabei wurden sowohl etliche Lang- als auch Kurzwaffen gestohlen, hieß es vom Landeskriminalamt zur APA. Zuvor waren Vitrinen eingeschlagen worden. Schließlich flüchteten die Täter mit einem Pkw über den Zirler Berg nach Bayern. Am Vormittag wurden dann zwei Tatverdächtige festgenommen, am Nachmittag ein weiterer. Im Auto fand man eine “große Anzahl an Langwaffen”.
Bei den Festgenommenen handelte es sich um einen 34-jährigen Niederländer, einen 30-Jährigen mit derzeit noch ungeklärter Staatsangehörigkeit sowie einen weiteren Mann, dessen Alter und Staatsangehörigkeit ebenfalls noch offen waren. Ursprünglich sei man auch von drei Tätern ausgegangen, sagte Ermittlerin Larissa Gossner vom Landeskriminalamt zur APA am Nachmittag. In Bayern fänden aber dessen ungeachtet weitere Abklärungen statt. Man könne jedenfalls davon ausgehen, dass es sich bei den in dem schwarzen SUV gefundenen Gewehren um jene handelt, die in der Tiroler Landeshauptstadt gestohlen worden waren. Zum genauen Tathergang wollte man indes aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst nichts Näheres sagen. Nur so viel: Mit einem Fahrzeug im Stile der Rammbockmethode sei nicht vorgegangen worden.
“Stand jetzt suchen wir mehrere Tatverdächtige”, hatte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Vormittag gemeint und es nach der Verhaftung der ersten beiden Verdächtigen folgendermaßen auf den Punkt gebracht: “Jetzt haben wir zwei, die was wissen, was wir nicht wissen.” Die Verdächtigen würden natürlich befragt: “Die Frage ist, ob die was sagen.” Wo und unter welchen Umständen die beiden mutmaßlichen Täter festgenommen wurden, wollte man ebenfalls “aus ermittlungstaktischen Gründen” zunächst nicht bekanntgeben.
Mit Auto verunfallt
Zuvor waren die Täter im Raum Mittenwald in Bayern mit ihrem Auto bei einer Hecke verunfallt und hatten daraufhin zu Fuß die Flucht ergriffen. Die Flucht der mutmaßlichen Einbrecher über die Grenze hatte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu einem groß angelegten Polizeieinsatz mit zahlreichen Streifen, dem bayerischen Landeskriminalamt, Spezialeinheiten und einem Hubschrauber geführt. Am Grenzübergang zwischen Scharnitz und Mittenwald stand zudem die Sondereinheit Cobra im Einsatz. Da man nicht wusste, ob die Gesuchten bewaffnet waren, warnte die Polizei die Bevölkerung, Anhalter mitzunehmen oder verdächtige Personen selbst anzusprechen.
Nach dem Einbruch hatte sich gegen 5.40 Uhr eine Zeugin bei der Tiroler Polizei gemeldet. Unmittelbar darauf wurde eine Tatbereichsfahndung mit zahlreichen Streifen ausgelöst. Auf der Seefelder Straße (B177) im Bereich des Zirler Berg habe dann eine Polizeistreife das verdächtige Auto bemerkt, woraufhin die Verfolgung aufgenommen wurde. Bei Mittenwald verlor die Streife laut Tiroler Exekutive dann den Sichtkontakt mit dem Fluchtfahrzeug.
Aufgrund des Einsatzes kam es übrigens auch zu Einschränkungen im Bahnverkehr. So gab es eine Sperre zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald. Diese wurde aber gegen Mittag wieder aufgehoben.