Entwarnung nach Sperrung des Flughafens in Nürnberg
Nach einem Alarm wegen eines möglichen Notfalls in einem Flugzeug am Nürnberger Flughafen hat die Polizei Entwarnung gegeben. Das vermeintlich in Not geratene Flugzeug sendete vor seiner sicheren Landung in Nürnberg den Notfallcode “7500”, der für einen Entführungsfall steht. Möglicherweise habe ein Defekt des Funkgeräts im Cockpit dazu geführt, sagte ein Polizeisprecher, denn nach dem Absenden des Codes sei der Pilot der Maschine per Funk nicht mehr erreichbar gewesen.
Sicherheitshalber seien daraufhin diverse Alarmstarts ausgelöst worden, teilte die Polizei mit. Eurofighter waren laut Flughafensprecher im Einsatz, um die Maschine, die von der griechischen Insel Korfu kam, zu begleiten. Polizisten rückten in einem Großaufgebot an den Flughafen aus. Gegen Mittag war der Zielflughafen der Maschine in Nürnberg wegen des möglichen Luftnotfalls abgeriegelt worden.
Nach Angaben der Ermittler deutet bisher einiges auf ein kaputtes Funkgerät hin, auch weil die Piloten nach dem Absenden des Notfallcodes nicht mehr per Funk erreichbar gewesen seien. Die Ermittlungen zur Ursache für den Alarm laufen aber noch. Die Fluggesellschaft Corendon äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 737-800, die je nach Ausführung bis zu 189 Plätze bietet.
Crew zunächst nicht erreichbar
“Wir hatten auf etwa Hälfte der Strecke gegen kurz nach 11.00 Uhr einen Code direkt aus dem Cockpit, der auf eine Geiselnahme schließen ließ”, erläuterte der Polizeisprecher die Lage kurz vor Mittag. “Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen, eben dass es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handeln könnte.”
Gegen 12.10 Uhr sei der Flieger dann “sehr pünktlich” in Nürnberg gelandet. “Wir hatten in diesem Zeitraum, also innerhalb dieser Stunde, den Airport aus Sicherheitsgründen erstmal abgesperrt mit einem Großaufgebot von Polizeieinsatzkräften”, sagte der Sprecher. Schließlich sei Entwarnung gegeben worden, allen Insassen des betroffenen Fliegers gehe es gut.
Wie der Flughafen-Geschäftsführer berichtete, war der Flugverlauf des Linienfliegers von Korfu aus unauffällig. “Sowohl Start als auch Landung waren planmäßig.” Das Flugzeug sei nach der Landung aber zunächst auf einem weit abgelegenen Vorfeldplatz abgestellt worden, um sicherzugehen, dass kein Entführungsfall vorliegt. Feuerwehr und Polizei seien mit Blaulicht angerückt. “Das wird jedem, der am Fenster sitzt, schon auffallen”, sagte Hupe.
Erst als nach Polizeiangaben klar war, dass keine Gefahr besteht, durften die Passagiere das Flugzeug verlassen. An dem Einsatz waren auch Spezialkräfte beteiligt. Genaue Zahlen zu den Kräften wurden zunächst nicht bekannt.
Zuvor Beeinträchtigung wegen möglicher Drohnensichtung
Am frühen Morgen hatte es bereits eine mögliche Drohnensichtung am Flughafen Nürnberg gegeben. Drei Piloten hatten unabhängig voneinander beim Start- oder Landevorgang ein Objekt gemeldet, bei dem es sich möglicherweise um eine Drohne gehandelt haben könnte, wie die Polizei mitteilte.
Die Grenzpolizeiinspektion Nürnberg-Flughafen leitete in Abstimmung mit dem Albrecht-Dürer-Airport und der Deutschen Flugsicherung umgehend Such- und Detektionsmaßnahmen ein. Dabei kam unter anderem ein Polizeihubschrauber zum Einsatz; allerdings konnte keine Drohne gefunden werden.
Während des ersten Einsatzes kam es zeitweise zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs. Nach Angaben eines Flughafensprechers waren sechs Flüge verspätet – zwei Ankünfte und vier Abflüge. Zudem mussten zwei ankommende Maschinen vorsorglich nach Köln und Prag ausweichen, konnten ihren Flug nach Nürnberg danach jedoch fortsetzen. Ob die beiden Vorfälle in Zusammenhang stehen, war zunächst unklar.