Unterstützungsangebot für Erhalt von Ardo-Werk in NÖ

30.09.2026 • 20:23 Uhr

Nach der Schließungsankündigung für das Werk des Tiefkühlproduzenten Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich sind am Mittwoch Gespräche zwischen dem Unternehmen und Stakeholdern über die Bühne gegangen. Seitens des Bundes und des Landes gab es dabei ein Unterstützungsangebot für den Erhalt des Standorts. Details dazu blieben allerdings offen.

Am Mittwochnachmittag war das Landwirtschaftsministerium Schauplatz eines Treffens. “Bei einem Gespräch mit der Ardo-Konzernspitze haben wir von Seiten der Bundesregierung und Landesregierung heute Unterstützung für den Erhalt des Standorts angeboten”, teilten Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Niederösterreichs Landesvize Stephan Pernkopf (beide ÖVP) und Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, der APA in einem gemeinsamen Statement mit. Die weiteren Inhalte des Gesprächs seien vertraulich, wurde betont. Damit dürfte der Ball nun beim Unternehmen liegen.

Auch Ardo hielt sich bedeckt. Bei einem Treffen mit Vertretern der Landwirtschaft und des Landes seien die jeweiligen Standpunkte zur angekündigten Schließung ausgetauscht worden, teilte ein Sprecher von Ardo Austria Frost mit. “Über den Inhalt des Treffens wurde Stillschweigen vereinbart.”

Informations- und Konsultationsprozess läuft

Festgehalten wurde vom Unternehmen weiters, dass der Informations- und Konsultationsprozess mit den Arbeitnehmervertretern wie angekündigt fortgesetzt werde. “Ardo legt weiterhin großen Wert darauf, diesen Prozess verantwortungsbewusst durchzuführen und die betroffenen Mitarbeiter durch einen angemessenen Sozialplan zu unterstützen.”

Die Gewerkschaft GPA NÖ fordert neben einer Weiterführung des Standorts eine permanente Arbeitsstiftung in Niederösterreich. “Niederösterreich braucht jetzt eine landesweite Arbeitsstiftung, damit Betroffene bei einer Insolvenz rasch und unbürokratisch Zugang zu Ausbildung und neuen beruflichen Chancen erhalten”, sagte Geschäftsführer Michael Pieber laut Mitteilung. “Wer gerade seinen Arbeitsplatz verloren hat, darf nicht auch noch auf die Politik warten müssen.”

Die belgische Ardo-Gruppe hatte am Donnerstag der Vorwoche angekündigt, das Werk in Groß-Enzersdorf 2027 zuzusperren. Von der Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte, für die ein Sozialplan ausgearbeitet wird. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Nötige Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro für die Modernisierung seien für einen “relativ kleinen heimischen Markt” zu hoch, wurden die Pläne begründet. Die Anlagen sollen an andere bestehende Standorte verlagert werden. Das Unternehmen hat 2025 in Niederösterreich seinen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.

Aus Sicht der niederösterreichischen NEOS ist die Schließung des Ardo-Werks ein Warnsignal. “Wir warnen seit Jahren davor, dass die Landesregierung mehr tun muss, um Standort und Arbeitsplätze zu sichern. Anteilnahme allein ist zu wenig. Was jetzt zählt, sind niedrigere Kosten, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie”, hielt die Landesparteivorsitzende Indra Collini am Mittwoch in einer Aussendung fest.