Verbrecherroman “Romanzo criminale” als Oper in Florenz

19.10.2026 • 16:40 Uhr
Verbrecherroman "Romanzo criminale" als Oper in Florenz

Eine Geschichte über Macht, Verrat und Gewalt im römischen Verbrechermilieu kommt auf die Opernbühne: Der italienische Bestseller “Romanzo criminale” von Giancarlo De Cataldo wird als Oper neu erzählt. Die Uraufführung findet am Freitag (23. Oktober) im Theater Maggio Musicale Fiorentino in Florenz statt. Die Musik komponierte Oscar-Preisträger Nicola Piovani, die Regie führt Massimo Popolizio. Noch am selben Abend wird die Premiere auf Rai 3 übertragen.

Im Mittelpunkt steht der Aufstieg und Fall der “Banda della Magliana”, einer kriminellen Organisation, die Rom über Jahre hinweg terrorisiert hatte. Der 2002 veröffentlichte Roman hat bereits mehrere Medienvariationen durchlaufen. Nach dem Buch folgten ein Kinofilm unter der Regie von Michele Plácido und eine Fernsehserie von Stefano Sollima. Mit der Oper erhält der Stoff nun eine weitere künstlerische Interpretation.

Team aus namhaften Künstlern

Der Intendant des Florentiner Opernhauses, Carlo Fuortes, sieht darin die Möglichkeit, ein zeitgenössisches Thema einem breiten Publikum nahezubringen. Auch moderne Geschichten könnten auf der Opernbühne ihre Wirkung entfalten, erklärte er. “Romanzo criminale” erzähle zwar eine zutiefst römische Geschichte, behandle aber zugleich universelle Themen.

Für die Produktion hat Fuortes ein Team aus namhaften Künstlern zusammengebracht. Buchautor De Cataldo verfasste neben dem Roman auch das Libretto. Piovani komponierte die Partitur und übernimmt die musikalische Leitung von Orchester und Chor des Maggio Musicale Fiorentino. Die Chorleitung liegt bei Lorenzo Fratini.

Oscar-Preisträger gereizt von der Aufgabe

Piovani beschrieb die Arbeit an der neuen Oper als reizvolle, aber anspruchsvolle Aufgabe. Das Musiktheater gehöre für ihn zu den bedeutendsten Kunstformen, die Menschen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hätten. Besonders faszinierend sei das Zusammenspiel von Poesie, Gesang, Bühnenhandlung und Orchester. Die Zusammenarbeit mit De Cataldo und Popolizio habe ihn überzeugt, sich auf das Projekt einzulassen.

Auch für De Cataldo ist die Oper eine besondere Erfahrung. Er habe sich erst in jüngerer Zeit intensiver mit dem Musiktheater beschäftigt. Dass aus seinem Roman nun eine Oper entstehe, sei für ihn die Erfüllung eines Traums. Das Maggio Musicale Fiorentino biete mit seiner Offenheit für neue Formen und künstlerische Verbindungen einen passenden Rahmen für das Vorhaben.

(S E R V I C E – )