Veza-Canetti-Preis 2026 geht an Ka?ka Bryla

Die Autorin Kaśka Bryla erhält den diesjährigen Veza-Canetti-Preis. Die von der Stadt Wien vergebene Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. “Kaśka Brylas Texte verbinden politische Verantwortung, subjektive Erfahrung und ästhetische Form zu einem vielschichtigen, eindrucksvollen und überzeugenden Ganzen”, gratulierte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Donnerstag in einer Aussendung. Die Überreichung ist für den 3. Dezember in der Alten Schmiede vorgesehen.
“Brylas Prosa bezieht ihre Kraft aus den alten Fragen nach Schuld, nach der Verpflichtung einst gegebener Versprechen und nach dem Bösen, zu dem der Mensch fähig ist und auf das er in keinem Glauben mehr Antwort findet”, heißt es seitens der Jury: “Brylas Sprache überzeugt mit einer Atemlosigkeit, die bis in die Interpunktion reicht, und scheut nicht zurück vor der Frage, was Literatur darf.”
Wienerin veröffentlichte literarisches Debüt 2020
Kaśka Bryla wurde in Wien geboren und wuchs in den beiden Metropolen Wien und Warschau auf. Sie schreibt Prosa, Essays und dramatische Texte. Ihr literarisches Debüt gab sie mit “Roter Affe” (2020), gefolgt von “Die Eistaucher” (2022). 2023 wurde ihr Stück “Im Herzen der Krähen” im Werk-X-Petersplatz uraufgeführt. 2025 erschien ihr Roman “Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich”, der für den Österreichischen Buchpreis nominiert war.
Der 2014 ins Leben gerufene Veza-Canetti-Preis ist nach der Wiener Schriftstellerin Veza Canetti (1897-1963) benannt und soll “an die Vielzahl von österreichischen Literatinnen, die jahrhundertelang systematisch von der literaturwissenschaftlichen Kanonbildung ausgeschlossen wurden”, erinnern. Frühere Preisträgerinnen sind u.a. Karin Peschka (2024), Anna Kim (2023), Lydia Mischkulnig (2017) und Olga Flor (2014).