vida will besseren Hitzeschutz für Beschäftigte im Verkehr

Inmitten der nächsten Hitzewelle in diesem Jahr pocht die Gewerkschaft vida auf mehr Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im Straßenverkehr. Paketzusteller oder Be- und Entlader von LKWs etwa müssten einen Gutteil ihrer Arbeitszeit außerhalb klimatisierter Fahrzeuginnenräume verbringen. In vielen älteren Fahrzeugen fehlten Klimaanlagen, wies die vida am Montag hin. Die Gewerkschafter sehen die Arbeitgeber in der Pflicht, für Wasser und weitere Kühlungsmaßnahmen zu sorgen.
vida-Gewerkschafter Markus Petritsch erinnerte an die gesetzliche Fürsorgepflicht der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten vor Belastungen durch Hitze schützen müssen, wenn die Gesundheit oder Sicherheit gefährdet sei. Petritsch rät Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zudem, gesundheitliche Beschwerden aufgrund von Hitze sofort zu melden und bei Bedarf ärztlich abklären zu lassen.
Seit 2026 gilt eine Hitzeschutzverordnung für Arbeiten im Freien. Ab Hitzewarnung GeoSphere Austria Stufe 2 müssen Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Die Arbeitsinspektion beschreibe diese Warnstufe als Bereich ab etwa 30 bis 34 Grad gefühlter Temperatur. Einen gesetzlichen Anspruch auf “Hitzefrei” gibt es nicht.
Freie Dienstnehmer nicht von Hitzeschutzverordnung umfasst
Freie Dienstnehmer, wie häufig etwa Fahrradboten, seien allerdings nicht von der Hitzeschutzverordnung umfasst, so Petritsch. Internet-Plattformen wie Foodora, Lieferando und Volt seien daher auch nicht verpflichtet, Schutzmaßnahmen bei Hitze umzusetzen. Oftmals gebe es von den Plattformen zwar die Empfehlung, bei Erschöpfung nach zwei Stunden eine Pause einzulegen. Dadurch ergebe sich aber für die Zusteller das Problem, dass sie während der Ruhepause nichts verdienen.
“In Summe ist beim Arbeitsschutz bei Hitze bei fast allen Berufsgruppen, die im Straßenverkehr tätig sind, noch viel zu wenig abgedeckt, etwa was den Zugang zu fließendem Wasser oder Räumen zum Abkühlen betrifft”, so Petritsch. “Hier sind Politik und Arbeitgeber:innen gefordert, mit konkreten Bestimmungen die Lücken im Arbeitsschutz endlich zu schließen.”