Viele Angebote zur Sonnenfinsternis-Beobachtung

Am Abend des 12. August wird eine Sonnenfinsternis Menschen in großen Teilen Europas faszinieren. Als totale Finsternis ist sie u.a. in Island und Spanien zu sehen, in Österreich ist sie partiell. Der Blick zum Himmel lohnt auch nach Sonnenuntergang, steht doch der Höhepunkt des Meteorschauers der “Perseiden” an. An vielen Orten im ganzen Land gibt es Angebote zur angeleiteten Beobachtung, wer es nicht ins Freie schafft, kann die “Sofi” im Livestream anschauen.
Als totale Sonnenfinsternis ist das kosmische Schauspiel – wolkenloser Himmel vorausgesetzt – beginnend an der Nordküste Sibiriens über den Arktischen Ozean bis nach Ostgrönland und die westlichsten Teile Islands bis nach Spanien zu sehen. Sie endet bei den Balearen, wo auf Mallorca die Totalität knapp vor Sonnenuntergang eintritt. In Österreich wird der Mond in den Abendstunden des 12. August fast 90 Prozent der Sonne bedecken – die stärkste Verfinsterung seit der totalen Finsternis am 11. August 1999. Die Eklipse beginnt um 19.22 Uhr (Wien). Ihr Maximum erreicht sie beim Sonnenuntergang, der in Wien um 20.14 Uhr ist. In Vorarlberg kann man am längsten beobachten, dort geht die Sonne erst um 20.39 Uhr unter. Den exakten Verlauf des Naturphänomens kann man auf der Website für den jeweiligen Ort nachvollziehen.
Ohne Finsternisbrille drohen Augenschäden
Beobachten darf man nur mit Finsternisbrillen. Voraussetzung für die Beobachtung der Sonnenfinsternis ist – neben wolkenlosem Himmel am westlichen Horizont – ein geeigneter Augenschutz. Der direkte Blick schon mit freiem Auge – geschweige denn mit Feldstecher oder Teleskop – kann zu schweren Augenschäden führen. Zum Schutz eignen sich Finsternisbrillen, deren spezielle Folie das Sonnenlicht so weit filtert, dass eine gefahrlose Beobachtung möglich ist. Sonnenbrillen, rußgeschwärzte Gläser, CDs oder ähnliche “Hausmittel” eignen sich dafür nicht.
Ideal zur Beobachtung ist “ein freier, sehr tiefer Horizont im Westen”, erklärte Matthias Pfragner vom Steirischen Astronomen Verein (STAV) gegenüber der APA. Das ist auch der Grund dafür, warum der STVA nicht auf die Johannes Kepler Volkssternwarte Steinberg bei Graz zur Beobachtung einlädt, da dort die Sonne bereits vor Sonnenuntergang durch Bäume und andere Hindernisse verdeckt sein wird. Daher lädt der STAV ab 19.00 Uhr zur Beobachtung nach Kitzeck im Sausal (Bezirk Leibnitz) ein. Und weil in den Stunden nach der Sonnenfinsternis der Höhepunkt des Meteorstroms der “Perseiden” erwartet wird, bleibt man – sofern das Wetter passt – gleich sitzen, um möglichst viele Sternschnuppen zu sehen ( ).
Sternschnuppenfahrt am Attersee
Ähnlich geht’s dem Astronomischen Arbeitskreis Salzkammergut, der auf seiner Sternwarte Gahberg aufgrund des durch Wald und Hügel verdeckten Westhorizonts die Sonnenfinsternis nicht beobachten kann. Dafür bietet das Team der Sternwarte Gahberg am 11., 12. und 13. August gemeinsam mit der Attersee-Schifffahrt abendliche Sternschnuppenfahrten am Attersee mit Infos zum Himmelsgeschehen und hoffentlich vielen Sternschnuppen ( ).
Die Vorarlberger Amateur Astronomen laden ab 19.00 Uhr zur Beobachtung auf der Wiese vor der Basilika Bildstein ( ). Das Haus der Natur lädt auf seiner Sternwarte am Haunsberg vor den Toren der Stadt Salzburg ab 17.00 Uhr zu einem Vortrag zur Sonnenfinsternis, baut bei Schönwetter sämtliche seiner Sonnenbeobachtungsgeräte auf der Terrasse auf und hofft dann auf viele Sternschnuppen der Perseiden ( ).
In Graz bietet der Fachbereich Astrophysik und Geophysik der Universität Graz am Schloßberg die Möglichkeit, mit Finsternisbrillen und einigen Teleskopen die Sonnenfinsternis zu beobachten. Zudem wird das zum Fachbereich gehörende Observatorium Kanzelhöhe in Kärnten, das im Normalbetrieb alle paar Sekunden Bilder der Sonne in verschiedenen Wellenlängen aufnimmt, dies auch bei der Sonnenfinsternis tun und so deren Verlauf quasi live übertragen ( ).
Viele Angebote in Niederösterreich
In Niederösterreich wollen das Astronomische Zentrum Martinsberg ( ; um Anmeldung wird gebeten), die NÖ Niederösterreichische Volkssternwarte Michelbach ( ) und die Franz Kroller Sternwarte Traiskirchen ( ) nicht nur einen Blick auf die Sonnenfinsternis, sondern auch auf den Sternschnupppenschauer der Perseiden ermöglichen. Beide Ereignisse bilden auch den Rahmen für das Sommer-Event “Cosmic Hours. From Eclipse to Starlight.” im VISTA Science Experience Center in Klosterneuburg. Zwischen 18 und 23 Uhr ist der Ausstellungsbereiche mit Astro-Schwerpunkt geöffnet, es gibt Filmvorführungen wie “Encounters in the Milky Way”, Science Talks mit Astrophysikern und gemeinsame Himmelsbeobachtungen ( ).
In Wien lädt die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie in Kooperation mit dem Österreichischen Astronomischen Verein ab 19.00 Uhr zum gemeinsamen Beobachten und Fotografieren der partiellen Sonnenfinsternis auf die Sophienalpe (1140 Wien, Sofienalpenstraße 113; ). Innerstädtisch kann man auf der Dachterrasse der Urania ab 19.00 Uhr das Ereignis beobachten. Aufgrund des laufenden Umbaus stehen zwar keine Teleskope zur Verfügung, dafür kostenlose “Solar Viewer” für die sichere Beobachtung sowie ein Livestream der Sonnenfinsternis von verschiedenen Orten ( ).
ESA bietet Livestream
Wer es am 12. August nicht ins Freie schafft, bzw. wem Häuserschluchten oder Berge die Sicht zum Horizont im Westen verwehren, kann sich die Sonnenfinsternis im Livestream anschauen – und zwar die totale Finsternis, die die Europäische Weltraumorganisation ESA live aus dem Observatorio Astrofísico de Javalambre in Teruel in Spanien überträgt. Über das Naturphänomen informieren dabei die Weltraumwissenschafterin und Wissenschaftskommunikatorin Dame Maggie Aderin und ESA-Wissenschaftsdirektorin Carole Mundell (zu sehen auf ESA Web TV: oder dem ESA Youtube Channel: ). Die ESA hat zudem ein umfangreiches Paket an Lehrmaterialien zur Sonnenfinsternis ausgearbeitet ( ).