Vierkampf gegen den Abstieg in der Bundesliga-Qualigruppe

19.05.2022 • 23:45 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

In der letzten Runde der Qualifikationsgruppe der Fußball-Bundesliga kommt es zum Vierkampf gegen den Abstieg. Altach geht als Schlusslicht in den Showdown, hat den Klassenerhalt aber noch in der eigenen Hand. Die Vorarlberger müssen dafür am Freitag (19.00 Uhr) mit der WSG Tirol den Gewinner des “unteren Play-offs” bezwingen. Von den weiteren abstiegsgefährdeten Teams treffen der TSV Hartberg und die SV Ried im direkten Duell aufeinander. Die Admira muss zum LASK.

Altach hat vor der letzten Runde 19 Punkte und liegt zwei Punkte hinter Ried, Hartberg und der Admira mit je 21 Punkten. Die Ausgangslage ist aufgrund der Tabellenarithmetik unübersichtlich. Jedenfalls droht noch allen vier Teams der Abstieg. Gleichzeitig könnten Ried, Hartberg oder die Admira im Falle eines Sieges auch noch den LASK (23 Punkte), falls dieser nicht gewinnt, vom zweiten Platz verdrängen und ins Europacup-Play-off der Bundesliga gegen die WSG Tirol (28 Punkte) einziehen.

In Altach kommt den Hausherren zugute, dass den Tirolern Platz eins nicht mehr zu nehmen ist, sie daher Kräfte für das am Montag folgende Europacup-Play-off-Halbfinale schonen werden. “Das interessiert mich nicht, wir wollen nicht zu viel schauen, was Tirol macht. Wir müssen unsere Leistung bringen. Wenn das gelingt, sind wir momentan schwer zu schlagen, das wissen wir”, verlautete Altach-Trainer Ludovic Magnin. Entscheidend werde dabei die mentale Komponente sein. “Ein Ausnahmespiel gewinnt man vor allem im Kopf”, war sich der 43-Jährige bewusst.

Überwinden müssen die Altacher allerdings ihre Heimschwäche. In 15 Saisonpartien vor eigenem Publikum schaute nur ein Sieg heraus. Gegen Tirol sind die Vorarlberger zu Hause drei Partien sieglos. Die Organisatoren rechnen mit 7.500 Zuschauern, die Stimmung in der Cashpoint Arena wird also so gut wie lange nicht sein.

Die Tiroler träumen von einer Europacup-Teilnahme. Trotzdem wird das Gastspiel in Altach nicht auf die leichte Schulter genommen. “Wir freuen uns alle riesig auf das Match und wollen die Party crashen”, gab WSG-Trainer Thomas Silberberger die Marschroute vor. Richten sollen es dabei zahlreiche Reservisten. “Die Schlüsselspieler werden eine Pause bekommen, weil ich damit rechnen muss, dass wir am Montag gewinnen und wir dann in neun Tagen vier Spiele hätten – das wäre zu viel. Und ich bin Angestellter der WSG. Wenn ich jetzt nicht rotieren würde, wäre ich grob fahrlässig am Weg”, erklärte der 48-jährige Tiroler.

In Pasching steigt parallel dazu eine Partie mit echtem Finalcharakter. Gastgeber LASK benötigt gegen die Admira wohl einen Sieg, um ins Halbfinale des Europacup-Play-offs gegen Tirol einzuziehen. Für die Südstädter geht es um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga – sollte Schlusslicht Altach bei der WSG gewinnen und Hartberg gegen Ried remisieren, würde für die Niederösterreicher sogar ein Punkt nicht reichen.

In diesem Fall wäre die Admira nach elf Jahren im Oberhaus wieder zweitklassig. So weit will es Trainer Andreas Herzog aber nicht kommen lassen. “Es heißt kühlen Kopf bewahren und positiv in das Spiel gehen”, forderte der ÖFB-Rekordteamspieler. Herzog hofft auf einen Ausnahme-Auftritt seiner Mannschaft. “Wir müssen gegen den LASK über uns hinauswachsen und eine überragende Leistung bringen. Dann ist alles möglich.”

Die Admira hat die jüngsten vier Matches nicht gewonnen, der LASK wiederum wartet seit drei Runden auf einen vollen Erfolg. Seit dem Trainerwechsel von Andreas Wieland zu Dietmar Kühbauer gab es Unentschieden gegen Hartberg und Ried. In diesen Partien sah Kühbauer nach eigenen Angaben vielversprechende Ansätze, nun soll es mit dem ersten Dreier klappen. “Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir uns mit einem Sieg in einer guten Situation befinden”, meinte der Burgenländer.

Knifflig könnte es auch für Hartberg im Heimspiel gegen Ried werden. Reicht dem Gegner aus dem Innviertel schon ein Remis, um sich aus eigener Kraft zu retten, hilft den Oststeirern diesbezüglich nur ein Heimsieg. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage muss Hartberg bange Blicke zur Konkurrenz nach Pasching und Altach richten.

Der als Retter in der Not geholte Klaus Schmidt unterstrich den Aufschwung seines Teams in den vergangenen Wochen. “Wir haben in den letzten Runden unsere Ligatauglichkeit unter Beweis gestellt. Wir sind überzeugt, den finalen und letzten Schritt setzen zu können und das Ziel zu realisieren”, hielt der TSV-Trainer fest. Zu Hause gewann Hartberg zuletzt gegen Altach. Gegen Ried ist die Bilanz jedoch alles andere als gut. Von sieben Vergleichen in der Bundesliga gewann Hartberg kein einziges. Dreimal siegten die Rieder, viermal gab es ein Unentschieden.

Ein solches würde Ried nun langen. “Wir wissen, dass uns ein Unentschieden reicht, aber wir gehen mit dem Ziel in das Spiel, dieses auch zu gewinnen”, merkte Coach Christian Heinle an. Seine Elf sei in den jüngsten Wochen “immer am Punkt” da. Er sei “felsenfest davon überzeugt, dass wir, wenn wir so spielen wie am Samstag, den Klassenerhalt in Hartberg aus eigener Kraft schaffen werden.”