Villa Aurora in Los Angeles nach Bränden wieder offen

31.08.2026 • 10:37 Uhr
Villa Aurora in Los Angeles nach Bränden wieder offen

Das einstige Exil-Wohnhaus des Schriftstellers Lion Feuchtwanger und der Aktivistin Marta Feuchtwanger in Los Angeles ist im Jänner 2025 nur knapp den verheerenden Bränden entgangen. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurde die historische Künstlerresidenz wiedereröffnet. Nach der Beseitigung von Rauchschäden und einer umfassenden Sanierung des Gartens feierten Freunde, Nachbarn, Förderer und Partner der Villa Aurora, die als deutsches Kulturhaus dient, das Comeback.

Die Villa im Stadtteil Pacific Palisades kam glimpflich davon: In der Nachbarschaft brannten unzählige Häuser bis auf die Grundmauern ab. “Inoffiziell sagen wir immer, dass Marta Feuchtwanger eine Hand über uns gehalten hat”, sagte die Direktorin der Villa Aurora, Claudia Gordon. Während des Bel-Air-Feuers in den 1960er-Jahren soll Feuchtwanger das Dach der Villa bewässert und so die Bibliothek des Hauses gerettet haben. Feuchtwanger verließ den Hügel laut Gordon “als Allerletzte”.

Man prüft weitere Brandschutzmaßnahmen

Nun prüfe man weitere Brandschutzmaßnahmen. “Wir sitzen immer noch in einem Waldbrandgebiet. Klimatisch hat sich auch nichts geändert, das wird im Gegenteil alles immer schlimmer”, sagte Gordon. Man müsse sich für die Zukunft rüsten.

Die 1927 erbaute Villa wurde 1943 Wohnsitz des deutsch-jüdischen Exilschriftstellers Lion Feuchtwanger (1884-1958) und seiner Frau Marta (1891-1987). Sie entwickelte sich zum Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle wie Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht und Charlie Chaplin. Seit 1995 förderte die Villa fast 500 Schriftsteller, Komponisten, bildende Künstler und Filmemacher.