Fünf Jahre Haft für früher schillernden Investor Danny K.

17.08.2026 • 12:55 Uhr
Fünf Jahre Haft für früher schillernden Investor Danny K.

Der frühere Investor Danny K. ist Montagmittag am Wiener Landesgericht wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht ging von einem “massiv vorsätzlichen Vorgehen” mit einem Schaden von 1,86 Mio. Euro aus, wobei es bei etwas mehr als 320.000 noch zu keinen Zahlungsflüssen gekommen war. “Er hat kein einziges Projekt in Österreich erfolgreich akkordiert”, stellte die vorsitzende Richterin fest.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Danny K. legte dagegen Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein. Staatsanwalt Bernhard Löw verzichtete dagegen auf Rechtsmittel. Danny K. war im April 2025 festgenommen worden, seither sitzt er in der Justizanstalt Josefstadt in U-Haft.

Für den Staatsanwalt handelt es sich bei dem 53-Jährigen um einen Hochstapler, der “als großer Investor” aufgetreten sei. Interessenten, die teilweise geschäftlich schon in den Seilen hingen, hätten sich im Vertrauen auf in Aussicht gestellte Projekte daran beteiligen wollen und “absurde Provisionen” erwartet, sagte Löw in seinem Schlussvortrag. “Da haben sich die Richtigen gefunden. Einer, der einem das Blaue vom Himmel verspricht. Und auf der anderen Seite Leute, die eh schon absaufen und nach einem Strohhalm greifen, damit sie noch ein bisschen Luft von oben bekommen.”

Auch Strache wollte mit Danny K. Geld verdienen

Damit spielte der Staatsanwalt – ohne ihn namentlich zu nennen – unter anderem auf den früheren Vizekanzler Ex-FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache an. Nachdem dieser über die Ibiza-Affäre gestolpert war und seine politische Karriere bei der FPÖ beenden musste, dürfte er an einer Geschäftsanbahnung mit Danny K. mehr als nur interessiert gewesen sein. Eine Reise nach Albanien, an der Strache mit einigen Bekannten teilnahm, hatte einen von Danny K. ausgestellten “Letter of Intent” zur Folge. Für diesen stellte der 53-Jährige 6.000 Euro in Rechnung, ohne dass es je zu einem Geschäftsabschluss mit Strache bzw. Bekannten Straches gekommen wäre. Strache selbst zählt sich zu den Geschädigten des 53-Jährigen, der ihm 2,14 Millionen Euro an offenen Provisionen schulde, hatte der Ex-Vizekanzler als Zeuge im Verfahren gegen Danny K. deponiert.

Laut Anklage hatte Danny K. diverse Finanzierungsinstrumente offeriert, wobei er Interessenten zunächst kostspielige Due-Diligence-Prüfungen und Bankberatungen in Rechnung stellte. Mit diesen Beträgen habe er sich “sein Leben, sein Dolce Vita finanziert”, führte der Staatsanwalt am Ende der Verhandlung aus: “Er wollte seine Lebensgefährtin beeindrucken und sein Image des Investors und Lebemanns aufrechterhalten.” In keinem einzigen Fall sei es aber zu einem Investment gekommen, alles sei “nur Schall und Rauch” gewesen.

Der Angeklagte wies bereits 13 Verurteilungen in ganz Europa auf. Seit den frühen 1990er-Jahren “sammelte” der gebürtige Niederländer in verschiedenen Ländern Vorstrafen wegen Vermögensdelikten. Der Liebe wegen hatte sich Danny K. 2021 in Wien niedergelassen. Dort will er auch bleiben, antwortete er auf eine abschließende Frage der vorsitzenden Richterin. “Und wovon leben Sie dann?”, wollte die Richterin noch wissen. – “Ich mache was.”

37 Betrugsfakten und fast zwei Dutzend Urkundendelikte inkriminiert

Von der Anklage umfasst waren 37 Betrugsfakten, nachdem der Staatsanwalt drei minder bedeutsame Fakten zur Vermeidung von Verfahrensverzögerungen zurückgezogen hatte. Darüber hinausgehend waren fast zwei Dutzend Urkundendelikte inkriminiert. Als die Kunden des vermeintlichen Investors die Rückzahlung ihrer Gelder verlangten, legte dieser Unterlagen vor, die sich als gefälscht herausstellten.

“In der Nachschau schaut alles schlimmer aus”, argumentierte der an sich auf Zivilrecht spezialisierte Verteidiger Gerhard Podovsovnik in seinem Schlussvortrag. Die Finanzinstrumente seines Mandanten seien “echt” gewesen. Leider sei keines der ins Auge gefassten Projekte finanzierbar gewesen: “Wir haben eine Wirtschaftskrise, wir haben eine Immobilienkrise. Alles geht den Bach hinunter.”

Die 16-monatige U-Haft hätte bei seinem Mandanten Spuren hinterlassen: “Er war zuletzt auf der Krankenabteilung der Justizanstalt. Sein Blutdruck ist massiv gestiegen.”