Nachbarn mit Haltung: “Es braucht mehr Zusammenhalt”

Interview. In unregelmäßigen Abständen stellt die NEUE die außergewöhnlichsten Partnerschaften im Vorarlberger Sport vor. Heute: Die Zusammenarbeit von Radequipe Team Vorarlberg mit dem Internet-, TV- und Telefonanbieter Lampert – zwei unmittelbare Nachbarn in Rankweil. Ein Gespräch über Werte mit Team-Vorarlberg-Macher Thomas Kofler und Karoline Lampert, Geschäftsführerin von Kabel-TV Lampert sowie Christoph Schmid, dem Marketingleiter von Lampert.
Ohne Sponsoren, die an eine Vision und Mission glauben, sich mit einem Athleten, einer Sportorganisation oder einer Veranstaltungsidee identifizieren und damit auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, wäre weder Spitzen- noch Breitensport denkbar. Dennoch schrecken viele im ersten Augenblick zurück, wenn medial eine Partnerschaft zwischen einer Sportorganisation und einem Unternehmen vorgestellt wird: oft verbunden mit dem Verdacht, dass das Medium, das diese Partnerschaft vor den Vorhang holt, einen Vorteil von dieser Berichterstattung hätte. Und wenn schon nicht das Medium an sich, dann doch zumindest der Journalist persönlich. Dem ist, zumindest im Falle der NEUE, nicht so. Wir wollen vielmehr aufzeigen, wie sich Sportorganisationen finanzieren, wie zwei Partner aus dem Sport und der Wirtschaft zueinanderfinden und wie sie ihre Partnerschaft leben.
Wir stellen dabei Sportsponsorings vor, die über das gewöhnliche Maß einer Partnerschaft hinausgehen. Bei der nicht nur Leistung und Gegenleistung miteinander aufgerechnet werden, also die Größe der Werbefläche mit den Wettkampfergebnissen und der medialen Präsenz, sondern die von einem gemeinsamen Leitgedanken getragen werden. Wie bei der Partnerschaft „Green Energy“ zwischen der Illwerke vkw und dem SCR Altach, die wir im März beleuchteten, um die Nachhaltigkeit dieser so völlig anderen Zusammenarbeit zu präsentieren. Dass der Sponsor bei so einer Vorstellung eine Bühne bekommt, ist so, aber wer Gutes und Verantwortungsvolles tut, über den darf man auch sprechen.
Verbindend. Heute stellen wir die Partnerschaft zwischen Kabel-TV Lampert und der Radequipe Team Vorarlberg vor, die in Rankweil unmittelbare Nachbarn sind: Die beiden Firmensitze sind nahe dem Kreisverkehr bei der Autobahnabfahrt Feldkirch Nord nur von einer Durchzugsstraße getrennt. Vom Kreisverkehr kommend linkerseits befindet sich das Radhaus mit dem Sitz des Team Vorarlberg, rechterseits ist das Lampert-Areal. Und just diese räumliche Nähe war der Ausgangspunkt einer Zusammenarbeit, die über viele Jahre hinweg auf Handschlagvereinbarungen beruhte und seit einem Jahr schriftlich ausformuliert ist. Das Team Vorarlberg und Lampert verbindet, dass beide Institutionen weit über ihren Tellerrand hinausschauen: Das Team Vorarlberg versteht sich als mehr als nur ein Profiradteam, man tritt mit dem Radhaus als Fachhändler auf und veranstaltet vor allem jährlich mehrere Radsportevents in Vorarlberg: Am 1. Mai den GP Vorarlberg im Walgau, am 22. August das Radkriterium in Rankweil und gestern erstmals das Everesting Furx, bei dem es für die Teilnehmer des Jedermann- und Jederfraurennens darum ging, im Team oder gar solo 8848 Höhenmeter zurückzulegen. Gefahren wurde von der Volksschule Batschuns nach Furx zum Peterhof.
Dem nicht genug brachte Team-Vorarlberg-Macher Thomas Kofler schon zwei Mal die neue Tour of Austria nach Vorarlberg: 2023 und 2025. Was auch daran lag, dass er einer der Initiatoren der Neuauflage der Ö-Tour war. Sehr am Herzen liegt Kofler insbesondere auch die Förderung der Kleinen und Kleinsten – mit dem Käferle-Cup, bei dem die Kids bei den Radsportevents im Land ihre Begeisterung fürs Radfahren ausleben oder entdecken können. Einen unmittelbaren Profit hat das Team Vorarlberg davon nicht, aber Kofler und sein Team um seinen Zwillingsbruder Johannes und Organisationsexperte Jürgen Schatzmann wollen ihre Position nutzen, um die Menschen zusammenzubringen, zu unterhalten und die Jugend zum Sport zu bringen.
Bei Lampert wiederum sehen sie als lokaler Anbieter ihre regionale Verwurzelung als Auftrag, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und für die Menschen nicht nur der Internet-, TV- und Telefonanbieter zu sein. Der spannende Ansatz bei den Lamperts ist, dass man es als Privileg erachtet, die Ambitionen regionaler Kunst- und Kultur- sowie Sportorganisationen im Rahmen des Möglichen unterstützen zu können. Die Schnittmenge der Visionen ist also beim Team Vorarlberg und Lampert außergewöhnlich hoch. Oder um es salopp zu sagen: Da haben sich zwei gefunden. Und weil die beiden Nachbarn sind, führten wir den ersten Teil des Gesprächs beim Team Vorarlberg und den zweiten Teil beim Firmensitz von Lampert.

Wie sind denn die ersten Berührungspunkte zwischen dem Team Vorarlberg und Lampert entstanden?
Thomas Kofler: Wir kennen uns seit 18 Jahren, und zwar seit wir als Team Vorarlberg im Jahr 2008 in der Rankweiler Langgasse gegenüber des Lampert-Areals unsere Niederlassung und das Radhaus als Fachhandel eröffnet haben. Ich sag’s offen heraus, der erste Kontakt ist entstanden, weil wir für eine Veranstaltung den Parkplatz von Lampert brauchten. (lacht)
Karoline Lampert: Genau so war es, so haben wir uns kennengelernt. (lacht)
Kofler: Über die Parkplatzfrage hinaus sind wir dann beim Radkriterium in Rankweil ins Reden gekommen. Da kam dann beidseitig der Wunsch nach einer Kooperation auf. Die Medialisierung, die Lampert bietet, war ja schon damals für uns ein wichtiges Alltagsthema.
Lampert: Ein Berührungspunkt war, dass wir mit RTV einen regionalen TV-Sender betrieben haben – und auf dieser Plattform konnten wir viele gemeinsame Projekte umsetzen.
Kofler: Im Gegenzug haben wir vom Radhaus allen bei Lampert ganz unkompliziert unsere Hilfe bei Problemen mit dem Fahrrad angeboten. Es war einfach der legere Kontakt zweier Nachbarn, die sich auf Anhieb wirklich sehr gut verstanden haben und viele Ansichten teilten. Mit den Jahren ist die Verbindung immer stärker und umfangreicher geworden und etwa vor einem Jahr haben wir dann beschlossen, unsere Zusammenarbeit nun auch schriftlich zu fixieren.
Christoph Schmid: Unsere Verbindung ist wirklich ein Paradebeispiel dafür, wie zwei Seiten langsam zusammenwachsen. Karoline hat die Zusammenarbeit bei RTV bereits erwähnt, darüber hinaus haben wir beim GP Vorarlberg den Internetanschluss in Nenzing geliefert. So kam eines zum anderen, die Zusammenarbeit wurde immer umfangreicher, bis es der Wunsch aller war, diese Kooperation in eine fixe Partnerschaft zu verwandeln. Und nicht nur das, als wir dann zusammensaßen, um die Zusammenarbeit schriftlich auszuformulieren, hatten wir viele neue Ideen. Wir teilen viele Werte, beides sind regionale Familienbetriebe, beide Seiten investieren im Alltag sehr viel an Herzblut. Weder das Team Vorarlberg noch Lampert haben einen Konzern im Rücken, wir kämpfen beide mit unseren begrenzten Mitteln gegen Schwergewichte am Markt an. Und so, wie ich das sehe, gelingt uns das beiden sehr gut. Ihr habt ja gerade wieder herausragende Erfolge in der Karibik gefeiert.
Kofler: Ich glaube, die zwei wichtigsten Botschaften sind Regionalität und Familienbetriebe.
Lampert: Unsere Tätigkeit konzentriert sich auf den Süden Vorarlbergs, und da wir unsere gesamte Wertschöpfung seit 94 Jahren in Vorarlberg generieren, wollen wir als Traditionsbetrieb der Region auch etwas zurückgeben. Wir sponsern ja durchaus viele Sportvereine in unserem Einzugsgebiet wie die Pioneers Vorarlberg, die regionalen Fußballvereine oder die Handballdamen von Blau-Weiß Feldkirch. Das ist uns wichtig, bei euch als Veranstalter von so spektakulären Radsportevents kommt noch dazu, dass ihr gerade auch die jungen Menschen weg vom Handy und zurück ins persönliche Gespräch holt. Telekommunikation ist wichtig, aber nicht alles im Leben.
Anmerkung: An dieser Gesprächsstelle erfolgt der Ortswechsel auf die andere Straßenseite zu Lampert.

Das ist schon ein sehr starkes Signal, dass sich Lampert so mit dem Team Vorarlberg identifiziert.
Schmid: Das ist der richtige Ausdruck: Wir identifizieren uns mit dem Team Vorarlberg, weil wir uns so ein bisschen selbst wiedererkennen. Mich als Marketingleiter und Sportfan fasziniert, mit wie viel Leidenschaft Thomas beim Team Vorarlberg vorangeht, und das eben weit über das eigentliche Kerngeschäft seines Radstalls hinaus. Wenn du beim GP Vorarlberg dabei bist und miterlebst, wie viele Tausende Menschen da am Streckenrand stehen, dann begreifst du: Das ist ein echtes Volksfest, bei dem ganze Familien, vom Opa bis zur Enkelin, dabei sind. Was das Team Vorarlberg da macht, ist nichts weniger, als die Menschen miteinander zu verbinden – und das tun ja auch wir, auch wir verbinden die Menschen. Das Rahmenprogramm, das es bei den Events gibt, und da ziele ich ganz besonders auf den Käferle-Cup für die Kinder ab, sei es im Walgau beim GP Vorarlberg, sei es beim Kriterium in Rankweil oder den Etappen der Tour of Austria: Das ist gelebte Verantwortung. Und das beeindruckt uns. Dass es das Team Vorarlberg mit Pro-Tour-Teams auf sich nimmt und sportliche Erfolge feiert, ist eigentlich nur die Kirsche auf der Torte. (lacht)
Kofler: Als wir im Vorjahr in Feldkirch die Schlussetappe der Tour of Austria veranstaltet haben, fragte ich mich im Vorfeld: Kommen 5000 Zuschauer? Oder vielleicht sogar 10.000? Es kamen knapp 40.000 Menschen, was für eine Tagesveranstaltung einzigartig in der Vorarlberger Sportszene ist. Alle soziale Schichten begegnen sich beim Radsport auf Augenhöhe, wir verlangen keinen Eintritt, es gibt keine Ausschreitungen, keine Anfeindungen, alle sind gleich: Egal welcher Herkunft, egal ob Radsportfachmann oder Gelegenheitszuschauer. Das sind die Werte, wofür wir als Team Vorarlberg stehen. Gleichzeitig tun solche Erlebnisse auch sehr gut, denn natürlich stellen wir uns in schweren Zeiten wie diesen die Sinnfrage: Die Förderungen werden weniger, parallel dazu verkommt der Radsport in der World Tour immer mehr zur Formel 1 auf zwei Rädern, weil Konzerne wie Red Bull den Radsport entdeckt haben. Diese hochgezüchteten World-Tour-Teams haben wiederum Nachwuchsteams, auf die wir dann auf unserer Ebene treffen. Das bedeutet: Die Standards werden immer noch höher, diese Teams haben teilweise das x-fache Budget von uns, trotzdem schaffen wir es, mit diesen Radställen mindestens ebenbürtig zu sein. Das gelingt nicht mir als Einzelperson, es gelingt uns als starkes Team mit ganz viel Begeisterung für das, was wir tun. Das wird bei euch nicht anders sein, ihr kämpft gegen große Anbieter und schafft das, weil ihr eure intelligenten Lösungen mit einem persönlichen Einsatz verbindet, wie einem greifbaren Kundenservice oder einem Bereitschaftsdienst. Die Menschen können bei euch anrufen, und zwar direkt bei euch, und nicht bei einer Hotline, und wenn sie dann in euer Geschäft kommen, seid ihr vorbereitet. Wenn ich irgendwo bei einem Konzern Kunde bin und anrufe, lande ich bei einem Callcenter, ich hänge in der Warteschleife, fliege zwei Mal aus der Leitung und am Ende ist – überspitzt gesagt – die angebotene Lösung, dass man einen Neustart machen oder ein Produktupdate buchen soll. In meinem Umfeld sind es sehr viele Menschen leid, einfach nur noch eine Nummer zu sein. Natürlich ist der Preis in Zeiten wie diesen wichtig, aber der Preis ist nur ein Faktor. Die Menschen wollen wahrgenommen werden.
Lampert: Und das ist auch einer dieser Punkte, an denen wir zwei uns ideologisch treffen: Eure Events sind der Treffpunkt für so viele Menschen, da trinkt der Doktor am Rankweiler Marktplatz ein Bier mit dem Arbeiter, weil zufällig beide an einem Tisch sitzen. Sie tauschen sich aus, lachen, die Gemeinsamkeiten rücken in den Vordergrund, während mitunter auf Social Media nur die Unterschiede ein Thema wären, und das in einem Ton, der alle Brücken einreißt. Ob wir zehn Internetanschlüsse mehr verkaufen, weil unser Logo beim Radkriterium sichtbar ist? Ich weiß es nicht. Aber es darf meiner Meinung nach nicht immer nur um den messbaren Erfolg gehen im Leben. Wir wollen den Menschen zeigen, dass wir uns kümmern, wir wollen den Kreislauf in Schwung halten. Wir inserieren auch oft in Maturazeitungen. Bringt uns das messbar was? Ich kanns mir kaum vorstellen. Aber es hilft den Maturanten, ihre Maturazeitung zu drucken. Auch das hat was mit unternehmerischer Verantwortung zu tun.
Schmid: Meine Privatmeinung ist, dass wir in Vorarlberg sehr große Unternehmen hätten, die weltweit zu den Marktführern zählen und die finanzielle Kraft hätten, im großen Stil in den Vorarlberger Sport zu investieren. Aber sie tun es nicht, weil sie sich daraus keinen messbaren Erfolg versprechen, da die betreffenden Unternehmen alle im B2B-Geschäft tätig sind.

Womit sich diese Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen.
Schmid: So ist es, zumindest, was diesen Lebensbereich betrifft. Unser Marketingbudget ist begrenzt, wir könnten aktuell nicht Hauptsponsor beim Team Vorarlberg sein, aber unsere Unternehmensstrategie ist auf Wachstum ausgelegt. Eines Tages könnte es zum Lampert Team Vorarlberg kommen.
Lampert: (lächelt) Das muss ein Ziel von uns sein, mir würde das schon sehr gefallen.
Schmid: Aktuell engagieren wir uns sehr stark in der Breite, auch bei so wichtigen kulturellen Veranstaltungen wie der Alpinale.
Lampert: Um zum Radsport und den Events in Vorarlberg zurückzukommen: Der nicht in Zahlen messbare Erfolg kann sein, dass die Menschen sagen: Die vom Lampert sind ein fleißiger Unterstützer, die machen was in der Region.
Kofler: Meine Erfahrung ist, dass es bei so persönlichen Partnerschaften wie der unsrigen immer weniger darum geht, welche Plätze wir bei den Rennen belegen oder wie groß und wie oft euer Logo sichtbar ist, sondern darum, was wir gemeinsam bewegen können. Wir vom Team Vorarlberg können ein paar Mal im Jahr mit unseren Events ein Stimmungsaufheller sein, sodass danach am Montagmorgen die Menschen mit einem Lächeln zur Arbeit gehen und sagen können: Mein Wochenende war schön, jetzt pack ich wieder an. Das klingt vielleicht etwas pathetisch, aber so viel gibt es nicht mehr, worüber sich die Menschen freuen können. Alles wird immer noch teurer, der Sport hat eine riesige Kraft, die Menschen zu bewegen, und beim Radsport kommt noch dazu, dass der Funke schnell überspringen kann und man vom passiven Zuschauer zum aktiven Radfahrer wird.
Lampert: Ich möchte da noch mal auf die Parkplätze bei unserem Areal zu sprechen kommen. Mein Vater hat 1990 das Gebäude gebaut, die 105 Parkplätze waren für alle in der Umgebung ein Segen. Es war für uns immer selbstverständlich, dass die Menschen unseren Parkplatz nützen dürfen. Ich weiß noch, wie Thomas das erste Mal zu uns ins Geschäft gekommen ist, er hatte Saisoneröffnung und fragte, ob seine Gäste bei uns parken dürfen. Mittlerweile hat Thomas sogar die Fernbedienung für unsere Schranke. (lacht)
Kofler: Wie wahrscheinlich jeder Parkplatzsuchende weiß, ist dieses Entgegenkommen alles andere als selbstverständlich.
Lampert: Ich mag das sehr gerne, wenn Menschen zu uns ins Geschäft kommen und zum Beispiel am Samstag fragen, ob sie ihr Auto abstellen dürfen. Mir gefällt, mit Menschen in Kontakt zu kommen und ihnen helfen zu können. Wir werden, speziell an einem Samstag, ganz sicher nicht alle Parkplätze brauchen, was stört es uns da, wenn ein paar Plätze von Nichtkunden besetzt sind?
Schmid: Es geht darum, im eigenen Lebensbereich Verantwortung zu übernehmen.
Kofler: Gerade in den heutigen Zeiten, in denen sich Unternehmen und Politik schwer tun, Mittel freizugeben. Früher konntest du auf fünf Jahre hinaus einen mittelfristigen Plan erstellen, heute weißt du nicht, wie die Rahmenbedingungen in einem halben Jahr sind. Eigentlich stellt jeder Vertrag, den du abschließt, ein Risiko dar. Weil schon in ein paar Monaten alles anders sein kann.
Schmid: Die sich so rasant verändernden Rahmenbedingungen sind es, die es für Sportorganisationen und auch für Unternehmer so schwierig machen. Es gibt keine Planbarkeit mehr. Natürlich muss in budgetär schwierigen Zeiten wie diesen mit all den geopolitischen Zusammenhängen gespart werden, das ist jedem bewusst. Es ist jedoch die Kurzfristigkeit, mit der die Gesetzesänderungen vorgenommen werden, die so belastend ist. Oft gelten die neuen Verordnungen sofort, am liebsten würden sie die veränderten Parameter sogar rückwirkend geltend machen. Es werden immer noch mehr Vorgaben von heute auf morgen eingeführt.
Kofler: Und die Erleichterungen gelten ab 2028.
Lampert: Das ist so. Auch darum braucht es einen Zusammenhalt in der Gesellschaft, wir müssen uns gegenseitig helfen, mit kleinen Gesten, mit Vertrauen, mit Unterstützung. Darum berührt mich das so, Thomas, wenn du sagst, dass ihr mit euren Veranstaltungen ein Stimmungsaufheller für die Menschen sein wollt. Das ist wichtig. Ich erlebe das auch so bei euren Events.
Kofler: Wir übernehmen auch beim Arlberg-Giro Verantwortung in der Rennleitung. Vor zwei Wochen standen 1500 Menschen am Arlberg am Start. Als ich da mit Rückenwind im Auto den Arlberg runtergefahren bin, hatte ich zwei Gedanken. Der erste war: Hoffentlich passiert kein Unfall. Und zweitens: Ist das genial, dass so viele Menschen gekommen sind.

Was bleibt zum Schluss noch?
Lampert: Wir wussten nicht genau, was uns bei diesem Gespräch erwartet, und ich kann sagen, dass es sehr viel Spaß gemacht hat. Es war ein völlig ungezwungener Austausch, wir haben viel gelacht – und vor allem ging es nicht um Zahlen, Werbewerte, Klicks oder Kampagnen, sondern um Menschen, um Regionalität, um Nähe, darum, Menschen zu verbinden. Thomas mit seinem Team Vorarlberg sind Nachbarn von uns, mit den Jahren ist eine wunderbare Verbindung zwischen uns entstanden, und wir hoffen, diesen Weg mit dem Team Vorarlberg noch über viele Jahre bei vielen Veranstaltungen weiter gehen zu können.
Schmid: Eine Anmerkung von mir noch: Ich habe damals Ihr Interview mit Johannes Strolz und dem BTV-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Burtscher gelesen, das auch im Rahmen dieser Serie stattfand. Das Gespräch handelte von Werten, und man bekam ein Gespür dafür, warum Johannes Strolz und die BTV so gut zueinanderpassen. Mich hat damals schon dieser völlig andere Gesprächsansatz beeindruckt, auch der Mut, Partnerschaften vorzustellen, die Geschichte hinter einer Zusammenarbeit zu erzählen, die Menschen in den Fokus zu rücken. In Zeiten, in denen gerade auch medial vieles austauschbar geworden ist, ist das ganz selten geworden.
Kofler: Diese Anmerkung wirst du genau so in der Zeitung lesen, denn er veröffentlicht die Gespräche immer ungekürzt. (lacht) Das ist wirklich außergewöhnlich. Es war ein spannender Austausch, und ich glaube, so wie damals bei Strolz und der BTV haben die Menschen auch bei uns einen Eindruck davon bekommen, warum wir als Partner zueinander gefunden haben und was uns verbindet.
Lampert: Und das ist viel mehr als der Parkplatz (lacht), aber vieles, wenn nicht alles im Leben fängt im Kleinen an.