Vorarlberger Festivals kämpfen mit Kostensteigerungen

Die beiden großen Vorarlberger Popkultur-Festivals, das Szene Openair und das Poolbar Festival, liegen kurz vor Start der Saison mit den Vorbereitungen gut im Plan, bei beiden sorgen aber Kostenzuwächse und Kürzungen für eine angespannte Lage. Das Feldkircher Poolbar Festival bietet von 8. Juli bis 16. August unter anderen Babyshambles, Cari Cari, Moop Mama und Clock Clock, beim dreitägigen Szene Openair ab 30. Juli sind Zartmann, Roy Bianco sowie Seiler und Speer zu erleben.
Poolbar-Festivalleiter Herwig Bauer äußerte seine Sorge schon zum Start der Initiative “Kultfür!”, die angesichts von Kürzungen auf eine drohende Kulturangebotseinschränkung aufmerksam macht: Für die Poolbar sei er nicht sicher, “wie und wo” es weitergehe. “Wir sind konfrontiert mit gewaltigen Kostensteigerungen, zugleich stagnierenden Förderungen”, verdeutlichte Bauer gegenüber der APA. Man habe zwar ein treues Netzwerk an Partnern, die Wirtschaftslage mache die Sponsorensuche aber nicht leichter.
“Zuversicht und Naivität” beim Poolbar Festival
Man sei dankbar, dass das Land seine Kulturförderung fortführe, es habe aber Kooperationen gestrichen, die Stadt Feldkirch sei ebenfalls auf Sparkurs. “Mit weiter reduzierten Förderungen werden wir das Festival in der jetzigen Form jedenfalls sicher nicht weiterführen können”, so Bauer. Genaue Zahlen könne er nicht nennen, man sei noch in Gespräche mit den Fördergebern. “Die Poolbar lebt seit jeher von Zuversicht und Naivität”, so Bauer. Eine Abwanderung aus Feldkirch sei zwar “nicht total abwegig”, aber langfristig nicht geplant, versicherte er.
“Positiv ist: Der Vorverkauf schaut gut aus. Wir hatten vergangenes Jahr einen Besucherrekord, heuer sind wir wieder auf dem Niveau”, so Bauer. Sein persönliches Highlight sei die heurige Gestaltung, eine “spektakuläre Installation aus Architektur und Licht” unter dem Motto “Glanzhelle Tanzstelle”. Im Alten Hallenbad und dem angrenzenden Reichenfeld werden in der 33. Ausgabe Konzerte, Kunst und Film geboten, ergänzt von Jazzbrunches, Public Viewings, DJ-Nächten, Literatur und der Award Show des vom ORF Vorarlberg initiierten Musikpreises “Sound@V”.
Szene Openair rechnet mit Ausverkauf und hohen Produktionskosten
Anpassungen finden muss auch das Szene Openair am Alten Rhein in Lustenau, das wieder rund 25.000 Besucher und Besucherinnen erwartet. “Seit Beginn der Krisen sind die Produktionskosten um über 40 Prozent gestiegen”, so Festivalleiter Hannes Hagen zur APA. Das gelte es, durch clevere Maßnahmen und Sponsoren auszugleichen, allein über den Ticketpreis sei es nicht zu stemmen. Sowohl die Gemeinde- als auch die Kulturförderung des Landes seien stabil geblieben, die Landes-Jugendförderung wurde allerdings gestrichen. Dank jahrelanger Partnerschaften und neuer Sponsoren sei man aber noch in einer guten Situation. “Grundstock unseres Erfolges über so viele Jahre ist, dass wir von einem erfahrenen, ehrenamtlich arbeitenden Team getragen werden. Und dass uns das Publikum die Treue hält”, betonte Hagen.
Er beschrieb das Programm der 36. Ausgabe als “sehr stimmig”: ein Mix aus Newcomern, aus beim jungen Publikum gehypten weiblichen Acts wie Vicky und Kayla Shyx sowie Bands, die bereits Szene-Erfahrung hätten. So stehe man mit Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys seit Auftritten auf sehr viel kleinerer Bühne in Verbindung. “Und nun sind sie Headliner. Es ist wunderbar, eine Band so begleiten zu dürfen”, befand Hagen. Viel Zulauf erfahre man dank regionaler und lokaler Acts, deren Förderung sich der Kultur- und Jugendverein Szene Lustenau seit jeher verpflichtet sieht. Beim Vorverkauf liege man im Schnitt der vergangenen Jahre, auch 2026 rechne man mit einem Ausverkauf.
(S E R V I C E – Szene Openair von 30. Juli bis 1. August, Gelände am Alten Rhein Lustenau, – Poolbar Festival von 8. Juli bis 16. August, Altes Hallenbad Feldkirch, )