Wahl in Sambia: Auszählung aufgrund von Gewalt ausgesetzt
Nach einer Aussetzung wegen Gewalt ist im südafrikanischen Sambia die Auszählung der Ergebnisse der Parlaments- und Präsidentschaftswahl fortgesetzt worden. Erste Ergebnisse sollen am Freitag gegen 22.00 Uhr bekannt gegeben werden, sagte die Vorsitzende der Wahlkommission, Mwangala Zaloumis. Zuvor hatte es Berichte über Gewalt bei der Stimmenauszählung gegeben, woraufhin die Wahlkommission die Auszählung und Bekanntgabe von Ergebnissen im ganzen Land vorerst gestoppt hatte.
Die Entscheidung folgte auf die Präsidentschafts- und Parlamentswahl vom Donnerstag in dem Binnenstaat im südlichen Afrika. Oppositionskandidat Brian Mundubile reklamierte noch vor der Bekanntgabe des Ergebnisses durch die Wahlkommission den Sieg für sich. Seine Allianz habe sowohl die Präsidentschaftswahl als auch die Mehrheit der Parlamentssitze gewonnen, erklärte der 55-Jährige in einer Videobotschaft.
Der seit 2021 amtierende Präsident Hakainde Hichilema rief hingegen dazu auf, die offiziellen Ergebnisse abzuwarten. Sein Team erhalte “ermutigende Ergebnisse”, erklärte er. Die Menschen sollten “friedlich, geduldig und patriotisch” bleiben.
Wirtschaftskrise dominiert Wahlkampf
Rund 8,7 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl sollen bis Montag vorliegen. Erhält keiner der insgesamt 14 Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen, ist eine Stichwahl nötig. Neben dem Staatschef wurden 226 Abgeordnete der Nationalversammlung gewählt.
Im Wahlkampf hatte vor allem die wirtschaftliche Lage in dem kupferreichen Sambia eine Rolle gespielt. Hichilemas Regierung stabilisierte nach einem Staatsbankrott im Jahr 2020 die Landeswährung, senkte die Inflation und erzielte mit Gläubigern eine Umschuldungsvereinbarung. Viele Menschen leiden dennoch weiterhin unter hohen Lebenshaltungskosten.
Sambia gilt seit seiner Unabhängigkeit 1964 als eine der stabileren Demokratien im südlichen Afrika. Der Wahlkampf war in diesem Jahr jedoch von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Vorwürfen gegen die Regierung geprägt. Die sambische Menschenrechtskommission hatte unmittelbar vor der Wahl erklärt, sie beobachte Festnahmen von Kandidaten, Unterstützern und Journalisten mit Sorge.