Waldbrand bei Paris eingedämmt – Verdächtige in Gewahrsam

Der seit Sonntag wütende Waldbrand südlich von Paris ist eingedämmt. Etwa 800 Feuerwehrleute waren am Mittwoch weiter im Einsatz, wie die Behörden mitteilten. Der Brand werde an der Ausbreitung gehindert, aber sei noch nicht gelöscht. Den Brandbekämpfern standen noch drei Löschflugzeuge vom Typ Canadair zur Verfügung, eines weniger als am Vortag.
Von ursprünglich sechs im Zusammenhang mit dem Brand Festgenommenen waren vier am Mittwoch noch in Polizeigewahrsam, unter ihnen ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, das sich zu Brandstiftung bekannt hat. Der etwa 19 Jahre alte Mann habe gestanden, mit einem Feuerzeug und Benzin Reisig angezündet zu haben, hatte die Staatsanwältin Diane Ngomsik erklärt. Ein gleichaltriger Mann gab zu, an einer anderen Stelle durch das Wegwerfen eines Zigarettenstummels versehentlich ein Feuer ausgelöst zu haben.
Der seit Sonntag wütende Brand hatte mehr als 2.000 Hektar der grünen Lunge von Paris erfasst. Insgesamt waren 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden.
Böden durch Hitzewellen stark ausgetrocknet
Die Vegetation und die Böden sind wegen der drei Hitzewellen seit Beginn des Jahres stark ausgetrocknet. Der Wald von Fontainebleau, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt, ist ein beliebtes Naherholungsziel für Pariser. Viele Menschen ignorieren die Verbote, im Wald zu zelten und zu grillen.
Seit Jahresbeginn wurden bei Wald- und Flächenbränden in Frankreich bereits 32.000 Hektar Land zerstört, mehr als doppelt so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.
Auch mehr Badeunfälle
Die Hitzewellen ließen zudem die Zahl der Badeunfälle steigen, da zahlreiche Menschen Erfrischung in nicht überwachten Gewässern suchten. Seit dem 19. Juni seien in Frankreich 142 Menschen ertrunken, teilte Sportministerin Marina Ferrari am Mittwoch mit. Mehr als die Hälfte der Unfälle habe sich an Orten ereignet, wo Schwimmen nicht erlaubt sei.
Im gesamten Sommer 2025 waren in Frankreich 409 Menschen ertrunken, das waren 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter den Opfern waren 57 Kinder und Jugendliche.
Wissenschafter gehen davon aus, dass Hitzewellen, die Waldbrände befördern, infolge des menschengemachten Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zunehmen.