Waldbrand in Südfrankreich zwingt 10.000 Menschen zur Flucht
Ein außer Kontrolle geratener Waldbrand im Südwesten Frankreichs hat Tausende Menschen zur Flucht gezwungen. Rund 10.000 Bewohner von zwei Dutzend kleinen Städten und Dörfern nahe der spanischen Grenze mussten ihre Häuser verlassen, wie die Behörden am Montag mitteilten. Starke Winde drohten das Feuer weiter anzufachen. Der Brand zerstörte in den Ausläufern der französischen Pyrenäen eine Fläche von rund 4.600 Hektar, so der örtliche Präfekt Pierre Regnault de la Mothe auf X.
Dem französischen Innenminister Laurent Nunez zufolge verschlechterten sich die Bedingungen am Montagmorgen wieder. “Heute geht der Kampf weiter.” Der Brand beeinträchtigt auch die Tour de France. Die dritte Etappe in der Nähe des Feuers bei Trevillach wurde für Zuschauer gesperrt, um Rettungskräften den Weg freizuhalten. Das Radrennen finde jedoch statt, wobei die Anzahl der Begleitfahrzeuge auf ein Minimum reduziert werde.
Auf der spanischen Seite der Grenze verwüstete das Feuer rund 2.200 Hektar Land. 97 Prozent der Fläche liegen im Naturschutzgebiet Les Gavarres. Die katalanischen Behörden erklärten am späten Samstagabend, die Lage dort sei stabil und das Feuer werde voraussichtlich im Laufe der Woche gelöscht. Die Polizei nahm einen Straßenarbeiter fest, der im Verdacht steht, den Brand ausgelöst zu haben. Weiter südlich in der spanischen Provinz Castellon mussten 500 Menschen vor einem Brand im Nationalpark Sierra de Espadan in Sicherheit gebracht werden. Ungewöhnlich frühe Hitzewellen im Mai und Juni hatten die Vegetation in der Region extrem ausgetrocknet und anfällig für Brände gemacht.