Wegwerfwirtschaft am Welterschöpfungstag in der Kritik

28.07.2026 • 10:52 Uhr
Wegwerfwirtschaft am Welterschöpfungstag in der Kritik

Der Tag, an dem die Menschen weltweit alle natürlichen Ressourcen für das Jahr 2026 verbraucht haben, fällt heuer auf den 30. Juli. Der Welterschöpfungstag habe sich laut Global 2000 in den vergangenen 30 Jahren von Oktober in den Juli verlegt. Für die Umweltschutzorganisation seien Kreislaufwirtschaft und ein Gesetz gegen Fast Fashion unabdingbar. Österreich hat den “Overshoot Day” bereits am 2. April verbraucht und ist damit eines der ressourcenhungrigsten Länder.

Der Erderschöpfungstag eines Landes ist jener Tag, an dem das “Biokapazitätsbudget” des Planeten aufgebraucht wäre, wenn all seine Bewohner so viel verbrauchen würden wie jene des jeweiligen Landes. Berechnet wird er von den Experten des “Global Footprint Network”. Unter “Biokapazität” fallen biologisch produktive Flächen und Gewässer eines Landes oder weltweit (z. B. Wälder, Ackerland, Weiden, Fischgründe, bebaute Flächen), während der ökologische “Bedarf” jene Fläche ausmacht, die nötig ist, um den Konsum eines Landes oder der Welt zu decken. Darunter fallen pflanzenbasierte Lebensmittel und Fasern, tierische Produkte, Fischereiprodukte, Holz und andere Waldprodukte, Fläche für Infrastruktur und Siedlungen und Wälder zur Aufnahme von CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen.

Kritisiert wurden in der Aussendung von Global 2000 am Dienstag besonders Fast Fashion, KI-Rechenzentren sowie große Autos und deren Infrastruktur. Die hohe Nachfrage treibe nicht nur den Preis, sondern erhöhe auch den Druck, noch schneller und mehr Rohstoffe abzubauen. Anna Leitner, Ressourcen- und Lieferkettensprecherin der Organisation, fordert ein nationales Kreislaufwirtschaftsgesetz: “Die lineare Wegwerfwirtschaft verbraucht einen überproportional großen Anteil der Ressourcen, während die globale Allgemeinheit die ökologischen Folgekosten trägt.” Unternehmen, die viele Ressourcen verbrauchen würden, sollen außerdem stärker in die Verantwortung gezogen werden.

Fast-Fashion-Marken treiben Ressourcenverschwendung weiter an

Auch Greenpeace nimmt Fast-Fashion-Marken wie Shein oder Temu in die Kritik. Das Geschäftsmodell der Billigplattformen basiere auf immer niedrigeren Preisen, mehr Produkten und kürzeren Nutzungszyklen, was die Ressourcenverschwendung weiter antreibe. “Mit Billigwaren, Wegwerfprodukten und unendlichen Mengen an Verpackungsmüll verschwenden sie unsere globalen Ressourcen und vermüllen den Planeten”, so Greenpeace. Klare Herstellungsverantwortung und spürbare Strafen würden dieses Problem eindämmen. Seit dem 19. Juli gilt in der EU das Vernichtungsverbot, das großen Unternehmen verbietet, unverkaufte Kleidung und Schuhe zu vernichten.

Katar an negativer Spitze des Rankings

Angeführt wird die Liste im negativen Sinne vom Ölstaat Katar, bei dem der “Overshoot Day” bereits am 4. Februar war. Der geringste Verbrauch wurde indessen für Honduras berechnet – hier fällt der Erderschöpfungstag auf den 27. November. Der globale Tag war im Vorjahr am 24. Juli.