Weltweite Lebensmittelpreise auf höchstem Stand seit 2022

Die weltweiten Lebensmittelpreise sind wegen schlechten Wetters und militärischer Konflikte auf den höchsten Stand seit Ende 2022 gestiegen. Dies teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Freitag in Paris mit. Immerhin liegen die Preise derzeit aber um fast ein fünftel tiefer als Ende 2022.
Der entsprechende Index, der die internationale Preisentwicklung anhand eines Nahrungsmittelkorbs misst, stieg im August auf 133,3 Punkte. Der Wert liegt damit jedoch noch fast 17 Prozent unter dem Rekordhoch vom März 2022, das nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine erreicht worden war.
“Der Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise im August ist eine Warnung, dass Risikoaufschläge an die Lebensmittelmärkte zurückkehren”, sagte FAO-Chefökonom Maximo Torero. “Klimaschocks, geopolitische Spannungen und gestörte Handelslogistik treffen zusammen und führen zu einer Verknappung des erwarteten Angebots.” Extreme Hitze und Dürre in Europa belasten zudem die Aussichten für die Mais- und Zuckerrübenernte. Zudem schürt das erwartete Wetterphänomen El Niño Sorgen über die Produktion von Pflanzenöl und Zucker.
Krieg Russlands
Zunehmende Angriffe im Schwarzen Meer schränkten die Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine ein. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran belastete weiterhin die Verfügbarkeit von Düngemitteln. In einem gesonderten Bericht senkte die FAO ihre Prognose für die weltweite Getreideproduktion im laufenden Jahr. Die Ernte wird nun auf 2,98 Milliarden Tonnen geschätzt. Dies sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr, dennoch wäre es die zweitgrößte jemals verzeichnete Erntemenge.