Global denken, in Vorarlberg handeln

Wie globale Gerechtigkeit gelingen kann, zeigt die Ausstellung „weltbewegt – Entwicklung neu denken“ in Dornbirn auf spielerische und überraschende Weise.
Wie kann Entwicklung in einer Welt gelingen, in der Ressourcen ungleich verteilt sind und globale Krisen immer stärker ineinandergreifen? Antworten auf diese Fragen will die interaktive Ausstellung „weltbewegt – Entwicklung neu denken“ geben. Von 25. September bis 20. November 2026 lädt das Welthaus Vorarlberg gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen in den WirkRaum in Dornbirn ein, globale Gerechtigkeit auf ungewöhnliche Weise zu entdecken – mit einer interaktiven Kugelbahn.

Zusammenarbeit
Die Ausstellung richtet sich an Schulklassen ab zwölf Jahren, Vereine, Freundeskreise, Pfarrgruppen und weitere Interessierte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Entwicklung heute verstanden werden kann. Statt eines einseitigen Weges, den manche Länder bereits gegangen seien und andere erst noch beschreiten müssten, rücke zunehmend das gemeinsame Lernen und die Zusammenarbeit in den Vordergrund. Wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten, Handelsbeziehungen sowie der weltweite Ressourcenverbrauch zeigten, dass nachhaltige Entwicklung nur gemeinsam gelingen könne.
Viele Herausforderungen
Martina Jäger, Bildungsreferentin beim Welthaus Vorarlberg, sieht genau darin den Ansatz des sogenannten Globalen Lernens. „Viele Herausforderungen unserer Zeit – wie Klimawandel, Armut, Frieden, Menschenrechte oder nachhaltiger Konsum – sind eng miteinander verknüpft und betreffen uns alle, auch wenn sie oft weit entfernt erscheinen“, erklärt sie. Ziel sei es nicht, den Menschen vorzuschreiben, wie sie leben sollten, sondern sie zum Nachdenken anzuregen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Teil der globalen Gemeinschaft
Das Welthaus Vorarlberg wurde 2021 gegründet. Die Idee entstand bereits zwei Jahre zuvor mit dem Ziel, die entwicklungspolitisch tätigen Organisationen der Diözese Feldkirch stärker zu vernetzen. Heute arbeiten sieben kirchliche Organisationen unter dem Dach des Welthauses zusammen. Gemeinsam setzen sie sich für globale Bildungsarbeit, nachhaltiges Handeln innerhalb der Diözese und eine partnerschaftliche internationale Zusammenarbeit ein.
„Globales Lernen bedeutet auch, zu erkennen, dass wir Teil einer globalen Gemeinschaft sind. Unser Handeln hat Auswirkungen auf andere Menschen und auf die Umwelt – genauso wie Entwicklungen in anderen Teilen der Welt unser Leben beeinflussen“, betont Jäger. Dieses Bewusstsein sei eine wichtige Grundlage für Verantwortung, Solidarität und nachhaltiges Handeln.
Im Alltag beginnen
Angesichts von Klimawandel, Artensterben, bewaffneten Konflikten und einer ungleichen Verteilung von Chancen und Ressourcen sieht Jäger große Herausforderungen. Gleichzeitig ist sie überzeugt, dass jeder einen Beitrag leisten kann: „Vorarlberg kann diese Herausforderungen natürlich nicht alleine lösen. Aber wir können Verantwortung übernehmen und Vorbild sein. Als Konsumentinnen und Konsumenten, als Unternehmen, als Gemeinden, als Bildungseinrichtungen und als Politik können wir zeigen, dass nachhaltiges Handeln und globale Verantwortung im Alltag beginnen. Jeder Beitrag zählt – besonders dann, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Ausstellung bei freiem Eintritt
Die Ausstellung im WirkRaum in der Bahnhofstraße 9 in Dornbirn ist bei freiem Eintritt ausschließlich nach Vorreservierung zugänglich. Führungen dauern rund zwei Stunden. Pro Termin können bis zu 30 Personen am Vormittag und Nachmittag beziehungsweise bis zu 20 Personen am Abend teilnehmen. Einzel- und Gruppenbuchungen sind möglich, die Plätze sind begrenzt. Onlinebuchungen können auf www.weltbewegt.at vorgenommen werden.