Weniger Wohnungen werden bewilligt und gebaut
Bewilligungen für Wohnbauten haben 2025 weiter abgenommen. Das gilt vor allem für Projekte mit mehr als drei Wohnungen. So gab es nur mehr für knapp 32.000 Wohnungen in neuen Gebäuden eine Baugenehmigung. Dadurch werde es in den nächsten Jahren auch weniger Fertigstellungen geben, was den Druck auf den Wohnungsmarkt erhöhen werde, sagte Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria, am Mittwoch in einem Pressegespräch.
Dabei haben die Fertigstellungen von Wohnungen in neuen Gebäuden seit 2021 bereits um fast ein Drittel abgenommen – von damals 62.000 auf nur mehr knapp 42.000 im Jahr 2024. Die höchste Wohnbaurate im Verhältnis zur Bevölkerung hat Vorarlberg mit 8,7 Wohnungen je 1.000 Einwohnern, in Kärnten sind es nur halb so viele. Über dem Österreich-Schnitt (5,9 Wohnungen) liegen sonst nur noch Tirol und Wien.
Trend zur Genossenschaftswohnung
Die Auswertung der Statistik Austria “Wie wohnt Österreich?” zeigt unter anderem einen Trend zur Genossenschaftswohnung. In den bis 1990 errichteten Gebäuden entfallen weniger als 20 Prozent der Hauptwohnsitze auf diese Rechtsform. Seither gibt es einen kontinuierlichen Anstieg, in Bauten die jünger als 2011 sind, sind es schon fast 30 Prozent. Stark geprägt wird diese Entwicklung von Wien, wo seit 2011 bereits 60.000 Genossenschaftswohnungen entstanden sind.
Auch die private Hauptmiete blüht in jüngeren Gebäuden, während weniger als die Hälfte dieser Wohnungen vom Eigentümer bewohnt werden. Gemeindewohnungen spielen praktisch keine Rolle mehr – vor dem Zweiten Weltkrieg war ein Viertel der neuen Wohnungen in dieser Kategorie.
Wohnkosten als Anteil am Einkommen stabil
Die Daten der Statistik Austria zeigen, dass außer zur Zeit der hohen Inflation von 2021 bis 2023 die Mieten (inklusive Betriebskosten) in Österreich seit 2011 immer stärker gestiegen sind als die Verbraucherpreise, sagte Arba Rexhepi, von der Direktion Bevölkerung in der Statistik Austria. Dennoch sei der Anteil der Wohnkosten am Einkommen sogar geringfügig zurückgegangen, zeigen die Zahlen.
Diese Belastung verteilt sich aber sehr unterschiedlich: In Ein-Eltern-Haushalten fließen fast 30 Prozent des Einkommens in das Wohnen, in Mehrpersonen-Haushalten nur etwa 15 Prozent. Subjektiv von Wohnkosten zumindest etwas belastet fühlen sich aber je nach Haushaltsform zwischen 70 und 90 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher.
Die Wohnkosten sind in den zehn Jahren von 2015 bis 2025 um 35 Prozent gestiegen, das hat allerdings die unterschiedlichen Wohnformen sehr unterschiedlich getroffen. Mit gut 40 Prozent Plus haben sich Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen am stärksten verteuert, vor privaten Hauptmieten. Deutlich weniger Anstieg gab es beim Wohnen im Eigentum.
Der Verband Gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) verwies in einer Stellungnahme darauf, dass laut Mikrozensus-Daten die Mieten pro Quadratmeter in Wohnungen des GBV zwischen 2015 und 2025 deutlich weniger stark gestiegen seien als in privaten Mietwohnungen. “Die Aussage, Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen hätten sich am stärksten verteuert, ist daher in dieser Form irreführend”, meint man beim GBV.