Wien Museum zeigt die bewegte Geschichte der Arena

17.06.2026 • 12:05 Uhr
Wien Museum zeigt die bewegte Geschichte der Arena

Patti Smith hat die Arena Wien kürzlich als einen der besten Auftrittsorte der Welt bezeichnet. Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Das autonome Kulturzentrum feiert bald 50-jähriges Bestehen. Begonnen hatte alles als verspätetes 68er-Ereignis mit einer Besetzung und dem Kampf um einen Ort für Subkultur. Das Wien Museum schaut mit der kleinen Ausstellung “Arena Wien – Jedenfalls ist es Liebe” hinter die Kulissen des Betriebs und erzählt kompakt dessen bewegte Historie.

“Die Arena ist ein solidarischer Haufen unbequemer Gleichgesinnter und ein autonomes, nicht profitorientiertes soziokulturelles Projekt, wo die Gemeinschaft und damit die Liebe im Vordergrund steht”, sagte Kuratorin Constanze C. Czutta am Mittwoch am Rande einer Presseführung gegenüber der APA. “Die Liebe zeigt sich im Engagement der Menschen, die sie (die Arena, Anm.) gestalten, seit Jahrzehnten, und das ist der Grund, warum die Arena nach 50 Jahren immer noch steht.”

Gestaltet ist die Schau in der Community Gallery (freier Eintritt) – parallel dazu erschien die Publikation “Die Arena. Eine Wiener Geschichte” – wie der Backstageraum der Arena. Konzert- und Backstagefotografien, Plakate, Flyer und Programmhefte sowie Mitschnitte und Videointerviews gewähren Einblicke in die Arbeit des Vereins und in fünf Jahrzehnte Konzertgeschehen. Arena-Urgestein Pippinga (“als kleiner Punki vom Land reingerutscht”) beschreibt etwa den Charme seines “Wohnzimmers” und hält fest: Alles dort sei “immer straighter g’worden, net schlecht, sondern gut straighter.”

Wie alles begann

Ab 1970 gab es im Rahmen der Wiener Festwochen mit der Festwochen-Arena an diversen Plätzen eine alternative Veranstaltungsschiene. 1975 fanden die Programme auf dem ehemaligen Auslandsschlachthof in St. Marx im Bezirk Landstraße statt. 1976 sollten die Gebäude abgerissen werden. Das führte zu Protesten. So genannten Arenauten besetzten in jenem Jahr am 27. Juni das Gelände. Nach drei Monaten und vielen Verhandlungen mussten sie aufgeben, der Schlachthof wurde abgerissen.

Das Engagement war dennoch nicht umsonst: Die Stadt stellte den weiter nördlich liegenden Schweineschlachthof zur Verfügung. Im Juli 1977 nahm dort die heutige Arena Wien endgültig ihren Betrieb auf. Bespielt wird eine kleine und eine große Halle, eine Open-Air-Bühne (wo etwa David Bowie ein legendäres Gastspiel gab, ein Foto in der Schau zeugt davon) und ein Beisl. Die autonom verwaltete Arena definiert sich klar antifaschistisch und gegen ausbeuterische und diskriminierende Strukturen, wie auch in der Präsentation vermittelt.

180.000 Besucher im Jahr

Durchschnittlich 250 Veranstaltungen mit rund 180.000 Besucherinnen und Besuchern gehen in der Arena jährlich über die Bühne. Leichter ist der Betrieb nicht geworden: “Die öffentlichen Förderungen gehen zurück. Die Stadt wächst über uns hinaus. Das heißt, wir haben mehr Nachbarn dazugewonnen, das freut uns. Leider gibt es Einzelne, oder vor allem einen Anrainer, die Beschwerden einbringen”, fasste Laurenz Platzer, Obfrau-Stellvertreterin, die Probleme zusammen. “Das macht für uns die Räume enger.” Aber die “Arena-Leut’ konnten noch jedem Gegenwind standhalten”, ist in der Ausstellung zu lesen.

(S E R V I C E – “Arena Wien – Jedenfalls ist es Liebe!” im Wien Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien bis 27. September, Dienstag, Mittwoch und Freitag 9 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 21 Uhr, Wochenende 10 bis 18 Uhr. . Buch “Die Arena – Eine Wiener Geschichte, Hrsg. Verein Forum Wien Arena, Falter Verlag, 200 Seiten, 39 Euro)