Künstliche Intelligenz die man wirklich brauchen könnte

Man meint ja, KI erleichtere einem das Leben. In manchen Dingen mag das durchaus zutreffen. Wenn ich zum Beispiel eine Formel für Excel brauche, ist Frau KI meine Ansprechpartnerin Nummer eins. Das kann sie ganz toll. Manchmal bilde ich mir aber auch ein, es würde mir helfen, wenn ich sie geschwind ein geschäftliches Mail formulieren lasse. Inzwischen bin ich nach 100 Prompts endlich draufgekommen: Mich kostet die Eingabe der Informationen für das gewünschte Mail mehr Zeit, als wenn ich das Mail gleich selber tippsle. Also nein, Zeitersparnis null. Einziger Vorteil: KI ist keine Legasthenikerin und kann mich zumindest in Sachen Rechtschreibung unterstützen.
In Zeiten von künstlicher Intelligenz frage ich mich immer öfter: Was brauchen wir aber wirklich? Was bedarf es, um unser alltägliches Leben – in diesem Falle vor allem meines – angenehmer und leichter zu gestalten, und wo könnten wir diese Intelligenz tatsächlich sinnvoll einsetzen?
Wie wäre es zum Beispiel, wenn es in öffentlichen Toiletten einen Soundabsorber gäbe, der sämtliche Geräusche aus der Nachbarkabine in Vogelgezwitscher umwandelt sowie diverse Duftmoleküle ad hoc in Blumenwiesenduft transformiert? Ich fände das prima, schon aus Eigeninteresse.
Ebenso würde ich einen Geschirrspüler praktisch finden, der mittels KI erkennt, ob Teens anwesend sind und, sobald ein Glas auf statt in den Geschirrspüler gestellt wird, automatisch 50 Cent vom Taschengeld abbucht. Das wäre großartig!
So, dann brauche ich auch noch intelligente Straßenschilder. Insbesondere solche, die ich persönlich fragen kann, was sie genau bedeuten, vorzugsweise – wie wir seit letztem Sonntag wissen – Parkverbotshinweise. Ich würde es unglaublich praktisch finden, wenn ich zu einem Schild hingehen und fragen könnte: „Gehen sich wenigstens zehn Minuten aus? Wann war denn der letzte Parkwächter da?“
Und zu guter Letzt – wobei mir noch viele Dinge einfallen würden – einen intelligenten Kommunikationsangleicher. Etwa einen Stöpsel im Ohr, über den ich zugeraunt bekomme, was meine Töchter mit „Mama, ich hab dich lieb!“ wirklich sagen wollen und was sie konkret brauchen. Einen, der mir kundtut, ob der Grant meines Gesprächsgegenübers wirklich mich angeht oder ob es sich lediglich um allgemeines-schlechte-Laune-Schimpfen handelt. Und vor allem soll er für mich Dinge aussprechen, die ich aus falsch verstandener Höflichkeit nicht über die Lippen bringe, wie zum Beispiel: „Kassa öffnen bitte!“ über die Köpfe der geduldig wartenden Menschenschlange brüllen.