Wien und Niederösterreich verhandeln zu Gastpatienten

20.08.2026 • 12:55 Uhr
Wien und Niederösterreich verhandeln zu Gastpatienten

In die lange Zeit verfahrene Situation rund um die Behandlung von sogenannten Gastpatienten in Wien kommt Bewegung. Es gebe dazu aktuell “intensive und vertrauensvolle Gespräche”, sagte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag bei einem gemeinsamen Medientermin mit Regierungsmitgliedern aus Niederösterreich. Auch diese zeigten sich zuversichtlich, zu einer Lösung zu kommen.

Bei dem heutigen Termin wurde ein neuer Finanzierungsmodus für die Flugrettung präsentiert. Künftig werden die Einsätze des Wiener Rettungshubschraubers nach Flugminuten abgerechnet und nicht mehr pauschal. Denn eine Evaluierung hat ergeben, dass der Großteil der Einsätze in Niederösterreich erfolgt. Auch bei Spitalsleistungen wird inzwischen überlegt, die Kosten direkt abzurechnen.

Flugrettung als “Role Model”

Die Lösung für die Flugrettung könne ein “Role Model” für die Gastpatienten-Frage sein, befand Hacker. Auch wenn bei Spitälern die Abrechnung “ein bisschen komplizierter” sei. “Aber die Entwicklung geht in diese Richtung.”

Der niederösterreichische Finanzlandesrat Anton Kasser (ÖVP) deutete ebenfalls an, dass die Gesprächsbasis zuletzt deutlich besser geworden ist: “Inzwischen haben wir uns sehr gefunden.” Es werde in absehbarer Zeit wohl eine Lösung geben. Er schloss auch nicht aus, dass es bis 2028 eine österreichweite Lösung geben könne.

Der Streit schwelt seit geraumer Zeit. Wien macht ein Finanzloch bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten aus anderen Bundesländern geltend. In der Causa geht es um planbare Behandlungen. “Die Notfallversorgung war hier nie Thema”, betonte Hacker heute.