Wiener KPÖ startet “Mieternotruf” nach Grazer Vorbild

27.10.2026 • 12:38 Uhr
Wiener KPÖ startet "Mieternotruf" nach Grazer Vorbild

Die Wiener KPÖ hat in der Bundeshauptstadt einen “Mieternotruf” ins Leben gerufen. An ihn können sich Menschen wenden, die etwa unter Missständen in ihrer Wohnung, steigenden Kosten oder unter Schikanen ihrer Vermieter leiden. Das Service ist als “Hilfe zur Selbsthilfe” gedacht, wie Mario Memoli, der Landessprecher der KPÖ Wien, am Dienstag in einer Pressekonferenz erläuterte – an der auch der frühere KPÖ-Wohnbaustadtrat in Graz, Ernest Kaltenegger, teilnahm.

In der steirischen Hauptstadt hat die KPÖ den Mieternotruf bereits in den 1990er-Jahren umgesetzt. Damals seien zunehmend private Spekulanten aktiv geworden, die Altmieter aus den Häusern haben wollten, berichtete Kaltenegger. Doch auch in kommunalen Wohnungen sei wenig im Bereich Sanierung und Modernisierung passiert. Die Devise damals habe gelautet: “Die Leute sollen froh sein, wenn sie ein Dach über den Kopf haben.”

Angebot nicht nur für Gemeindebau-Mieter

Auch in Wien will man sich nun via “Notruf” um die Anliegen von Mieterinnen und Mietern kümmern. Dieser ist unter 0670/3551527 an Wochentagen von 10.00 bis 17.00 Uhr erreichbar. Ein Termin zur Kontaktaufnahme mit den Fachleuten ist nicht nötig, wie KPÖ-Landessprecher Memoli erklärte. Das Angebot richtet sich an alle Mieter, also nicht nur an Personen, die im Gemeindebau leben.

Klagen von Bewohnern würde man aber auch dort vernehmen, versichert man. Viele würden etwa unter Schimmel in ihren Wohnungen leiden. “Das ist eines der größten Probleme im Gemeindebau”, berichtete Memoli. Warnen möchte man auch vor einem möglichen Verkauf von Gemeindewohnungen wie in Wiener Neustadt. In Wien werde zwar in Abrede gestellt, dass das geplant ist. Der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) habe sich aber bereits dafür ausgesprochen, verweist man auf publik gewordene Gesprächsprotokolle.

SPÖ gegen “Panikmache”

Die SPÖ ortete in einer Reaktion “Panikmache”. Wiener Wohnen sei etwa für Gemeindebau-Mieter rund um die Uhr erreichbar, wurde betont. “Statt bestehende Angebote anzuerkennen, versucht die KPÖ, mit diesem Thema Populismus zu betreiben”, konstatierte die Vorsitzende des für Wohnen zuständigen Gemeinderatsausschusses, SPÖ-Gemeinderätin Waltraud Karner-Kremser. Man lasse in Wien Menschen, die Fragen zu ihrer Miete hätten oder in finanzielle Schwierigkeiten geraten, schon jetzt nicht allein, beteuerte sie.