WKÖ – Grüne und Liberale: Auch Landeskammern müssen sparen

03.06.2026 • 10:11 Uhr
WKÖ - Grüne und Liberale: Auch Landeskammern müssen sparen

Angesichts der Ankündigung der WKÖ-Präsidentin Martha Schultz vom Dienstag, im Zuge ihrer Sparvorhaben in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) 200 von 800 Jobs zu streichen, haben Freiheitliche, Grüne als auch Liberale (Unos) das Vorgehen goutiert. Es könne sich aber nur um einen ersten Schritt handeln, so Grüne und Unos via Aussendungen am Mittwoch. In der WKÖ müsse mehr geschehen. Zudem müssten die Länderkammern dem Beispiel im Bund folgen.

Die Betriebsräte wurden am Montag vorinformiert. Am heutigen Mittwochvormittag gibt es eine Betriebsversammlung in der Bundeskammer auf der Wiener Wieden. Von einem gewissen Unmut war naturgemäß die Rede. Schon im zweiten Halbjahr wird mit dem Stellenabbau begonnen. Versprochen wurde ein sozial verträgliches Vorgehen. Die WKÖ will ihren Betriebsrat einbinden, um einen gemeinsamen Sozialplan zu erarbeiten. Zustimmen muss dieser in der Kammer laut APA-Informationen schlussendlich aber nicht. Die direkten Dienstnehmer unterliegen keinem Kollektivvertrag.

“Auf jeden Fall angemessen”

Matthias Krenn, Chef der Freiheitlichen in der Wirtschaftskammer, sagte im Ö1-“Morgenjournal”, dass der Mitarbeiterabbau auf “jeden Fall angemessen” sei. “Ohne dem geht es nicht, wenn wir die Mitglieder entlasten und uns in Zukunft auf Kernaufgaben konzentrieren wollen.”

Die WKÖ hat österreichweit laut Grünen aktuellen Voranschlägen zufolge Gesamteinnahmen von über 1,3 Mrd. Euro, mehr als 1.000 Gremien, über 12.000 Funktionärinnen und Funktionäre sowie bisher mehr als 5.500 Mitarbeitende. Die Grüne Vorsitzende, Sabine Jungwirth, fordert unter anderen Punkten “eine massive Verschlankung durch das Zusammenführen der zehnfachen Strukturen bei den Fachorganisationen und Branchengremien”. Man habe dabei ein Kostenreduktionspotenzial von 175 Mio. Euro identifiziert.

“Gesamte Organisation betrachten”

“Wer von einer schlankeren und effizienteren Wirtschaftskammer spricht, muss die gesamte Organisation betrachten”, fordert Unos-Bundessprecher Michael Bernhard. “Gerade in den Landeskammern gibt es ausreichend Doppelstrukturen und Verwaltungsebenen, bei denen ein konsequenter Personalabbau möglich und auch notwendig wäre.” Also seien nun die Landeskammern gefordert, “ebenfalls jeden vierten Arbeitsplatz sozial verträglich bis Ende 2027 einzusparen”.

Grünen-Sprecherin Jungwirth erinnerte auch, dass die bisher angekündigten Einsparungen von 100 Mio. Euro für die Unternehmen vornehmlich über die Kammerumlage 2 (KU2) geplant sind und damit Einpersonenunternehmen nicht entlastet würden. Die KU2 wird nach Mitarbeitenden verrechnet. Dabei stellten EPU 95 Prozent der WKÖ-Pflichtmitgliedsbetriebe.