WM-Co-Gastgeber Kanada und Bosnien trennen sich 1:1
Co-Gastgeber Kanada und Bosnien-Herzegowina sind mit einem Remis in die Fußball-WM gestartet. In Toronto endete am Freitag das Gruppe-B-Duell zwischen den beiden Teams 1:1 (0:1). Jovo Lukic brachte die Gäste-Elf von Trainer Sergej Barbarez in der ersten Hälfte in Führung (21.), der eingewechselte Cyle Larin (78.) rettete der Mannschaft von Coach Jesse Marsch einen Punkt. Es war der erste WM-Zähler für die Kanadier bei ihrer dritten WM-Teilnahme.
Marsch zeigte sich dennoch vor allem von der ersten Hälfte enttäuscht. “Da waren wir zu zögerlich und haben nicht so aggressiv gespielt, wie ich das eigentlich wollte. In der zweiten Hälfte war das von der ersten Sekunde an anders. Wir müssen daraus lernen, und das schnell. Wir haben noch alles in der Hand, das war ein wichtiger Punkt für uns”, sagte der Ex-Salzburg-Trainer.
Die erste Runde in Gruppe B wird am Samstagabend (21.00 Uhr MESZ) komplettiert, in Santa Clara bei San Francisco treffen Katar und die Schweiz aufeinander. Die Eidgenossen sind kommenden Donnerstag (21.00) in Los Angeles auch der nächste Gegner der Bosnier, während Kanada in Vancouver in der Nacht auf Freitag (0.00) die Kataris empfängt.
Dzeko bei Bosnien auf der Bank
Während das Heimteam den am Oberschenkel verletzten Kapitän Alphonso Davies vorgeben musste, saß beim Gegner Altstar Edin Dzeko nur auf der Bank. Der 40-jährige Schalke-Stürmer laboriert an einer Schulterblessur. Die Partie verpasste zudem auch Ex-Austria-Angreifer Haris Tabakovic (Knöchel). Nach einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier, an der auch die kanadischen Musikstars Michael Buble und Alanis Morissette – Letztere sang die Hymne der Gastgeber – mitwirkten, sahen die 43.000 Zuschauer im kleinsten WM-Stadion einen lebhaften Auftakt. Amar Memic kam in guter Position zum Abschluss, schoss aber über das Tor (3.).
Auf der Gegenseite ließ Jonathan David eine Großchance liegen: Der Juventus-Stürmer traf zentral vor dem Tor den Ball unsauber, der Schuss wurde zu einer leichten Beute für Goalie Nikola Vasilj (17.). Kurz darauf klingelte es im kanadischen Gehäuse. Eine sauber exekutierte Eckball-Variante köpfelte Lukic zur bosnischen Führung. Für den 27-jährigen Stürmer war es der erste Nationalteamtreffer überhaupt. Die Marsch-Truppe übernahm in der Folge das Kommando, blieb aber im Abschluss zu ungefährlich oder wie beim Schuss von Tani Oluwaseyi über das Tor (32.) zu ungenau.
Kanada-Offensive mit Ausgleich belohnt
Auch nach der Pause drängten die “Ahornblätter”, blieben aber ohne Glück. Richie Laryea hatte Torhüter Vasilj nach einem sehenswerten Angriff schon bezwungen, Sead Kolasinac fing das Leder jedoch in höchster Not via Querbalken ab (53.). Im Gegenzug rettete Keeper Maxime Crepeau gegen Ermedin Demirovic (54.). Nikola Katic klärte einen Kopfball von Oluwaseyi vor der Linie (66.). Nach 74 Minuten brachte Barbarez den scheidenden Salzburger Kerim Alajbegovic in die Partie, der mit 18 Jahren sein WM-Debüt als jüngster Bosnier feierte.
Entscheidend in Szene setzte sich aber ein anderer “Joker”: Larin, gerade zwei Minuten am Platz, glich mit einem abgefälschten Schuss aus der Drehung zum 1:1 aus (78.). Die agileren Kanadier drängten nun auf den Sieg. Bosnien, das im WM-Play-off Italien eliminiert hatte, brachte das Remis jedoch über die Ziellinie, auch weil Larin den “lucky punch” verpasste (96.). “Wenn man führt und zehn Minuten vor Schluss ein Tor bekommt, dann bedauert man das natürlich. Aber wir müssen realistisch bleiben, das 1:1 ist für beide Seiten verdient. Für uns ist es ein guter Punkt für die weitere Gruppenphase”, lautete das Fazit von Barbarez.