Zahlreiche Tote bei Drohnenangriff im Sudan
Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt im Zentrum des Sudan sind Aktivisten zufolge am Samstag mindestens elf Zivilisten getötet worden. Zudem seien bei dem Angriff Dutzende Menschen verletzt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation Emergency Lawyers mit, die Verbrechen in dem seit fast drei Jahren andauernden Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) dokumentiert.
Demnach zielte der Angriff auf den Hauptmarkt in Abu Zaeima, einer von Paramilitärs kontrollierten Stadt im Bundesstaat Nordkordofan. Den Aktivisten zufolge könnte die Opferzahl noch steigen. Die Organisation machte jedoch keine Angaben darüber, wer den Angriff verübt hat. Bisher hat sich keine Seite dazu geäußert.
Schwere Angriffe vergangene Woche
Nach Angaben von Emergency Lawyers sowie eines örtlichen Vertreters waren bereits vergangene Woche bei zwei separaten Drohnenangriffen in den Bundesstaaten West- und Nord-Kordofan fast 70 Menschen ums Leben gekommen.
In dem drittgrößten Land Afrikas liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte. In dem Bürgerkrieg wurden bereits zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht.
Im Mai äußerte sich UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk besorgt über die hohe Zahl tödlicher Drohnenangriffe in dem Land. Nach UN-Angaben wurden zwischen Jänner und April landesweit mindestens 880 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet.