Zwei Jahre Haft in Linz wegen Messerattacke auf 15-Jährigen

07.08.2026 • 16:12 Uhr
Zwei Jahre Haft in Linz wegen Messerattacke auf 15-Jährigen

Ein 23-jähriger Libanese ist am Freitag im Landesgericht Linz wegen schwerer Körperverletzung auf eine lebensgefährliche Art zu zwei Jahren Haft nicht rechtskräftig verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen Mordversuchs angeklagt, weil er im Dezember 2025 einen erst 15-jährigen Iraker mit einem Dolch habe töten wollen. Das Opfer wurde durch eine Not-OP gerettet und leide heute noch an den Verletzungsfolgen.

Im Gegensatz zur Staatsanwältin, die in ihrem Eröffnungsplädoyer gemeint hatte, dass in dem Verfahren “über das schwerste Delikt, das das österreichische Strafgesetz kennt”, verhandelt werde und der Teenager nur wegen der “ärztlichen Künste” überlebt habe, sahen das die Geschworenen anders. Sie sprachen ihn nicht des versuchten Mordes, sondern nur der schweren Körperverletzung schuldig. Vom Vorwurf der mitangeklagten versuchten Körperverletzung, der Libanese habe laut Anklage auch auf einen Freund des Opfers einstechen wollen, sprachen ihn die Geschworenen frei. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

“Es wurde gechillt und getrunken”

Ein Bekannter hatte am 17. Dezember drei Mädchen mit in die Flüchtlingsunterkunft des mutmaßlichen Täters mitgenommen. “Es wurde gechillt und getrunken”, fasste die Staatsanwältin den Abend zusammen. Als die Situation offenbar unangenehm wurde, rief eines der Mädchen den 15-Jährigen an, der mit zwei Freunden zur Unterkunft kam. Gleich brach ein heftiger Streit aus, der Angeklagte zückte den Dolch und soll mindestens dreimal zugestochen haben, unter anderem in den linken Lungenlappen des 15-Jährigen. Das Opfer überlebte durch eine Notoperation. Der Beschuldigte wurde festgenommen und kam in U-Haft.

Der Angeklagte meinte, voll betrunken gewesen zu sein. Auch will er Marihuana geraucht haben. Er sei angegriffen worden und habe dann ohne Tötungsabsicht zugestochen. Er habe das Trio nur “erschrecken” wollen. Sein Verteidiger hatte von einer “bewussten Fahrlässigkeit” beim Zustechen gesprochen.

Das Opfer, inzwischen 16 Jahre alt, sagte hingegen vor Gericht, der Angeklagte sei eigentlich grundlos sofort auf ihn losgegangen und habe viermal zugestochen. Noch heute leide er an den Folgen der Attacke, könne nicht mehr wie früher Ausdauersport betreiben, habe “schlaflose Nächte und Flashbacks von der Tat”.