Zwölf Tote bei Bootsunglücken in Griechenland

19.10.2026 • 09:39 Uhr
Zwölf Tote bei Bootsunglücken in Griechenland

Bei zwei Unglücken mit Flüchtlingsbooten sind in Griechenland mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Im einen Fall kollidierte in der Nacht auf Montag südöstlich der Insel Lesbos ein Flüchtlingsboot mit einem Boot der griechischen Küstenwache. Sechs Menschen, darunter ein Säugling, seien dabei ums Leben gekommen, berichtete der Sender ERTNews unter Berufung auf die Behörden. Acht Menschen wurden demnach gerettet, der genaue Unfallhergang soll untersucht werden.

Nördlich der Insel Samos läuft unterdessen eine Such- und Rettungsaktion, nachdem ein Flüchtlingsboot gekentert war. Die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA berichtete, bisher seien sechs Menschen tot geborgen worden. 14 weitere konnten demnach gerettet werden.

Schlepper beschuldigt

Die Behörden nahmen im Zusammenhang mit dem Unglück bei Lesbos einen 37-jährigen türkischen Staatsbürger fest, der sich unter den Geretteten befand. Er steht im Verdacht, das Boot gesteuert zu haben und als Schlepper aktiv gewesen zu sein. Der griechische Schifffahrtsminister Vassilis Kikilias machte Schlepper für das Unglück verantwortlich. Ersten Erkenntnissen zufolge sei das Schnellboot mit dem Bug gegen die Backbordseite des Küstenwachschiffs gestoßen, erklärte Kikilias. Die genauen Umstände würden noch untersucht. Auf der Plattform X kündigte er ein unnachgiebiges Vorgehen gegen Schlepper an. Der Vorfall ereignete sich rund 6,5 Kilometer (3,5 Seemeilen) südlich von Agrilia auf Lesbos.

Laut dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR sind die Flüchtlingsankünfte in Griechenland in diesem Jahr rückläufig. Stand 11. Oktober wurden rund 25.000 Ankünfte über den Seeweg verzeichnet. Im gesamten vergangenen Jahr waren es rund 42.000.