Hochwasserschutz-Projekte in Götzis und Feldkirch kommen deutlich teurer als geplant

Kosten für Rückhaltebecken in Örflaschlucht fast verdoppelt, Ill-Regulierung wird ebenfalls teurer.
In Zeiten knapper Budgets kommen Bauprojekte, deren Kosten deutlich höher als geplant ausfallen, dem Land und den Kommunen ungelegen. Aktuell ist das bei zwei Hochwasserprojekten in Götzis und Feldkirch der Fall.
Schutz vor 100-jähriger Flut
In der Örflaschlucht in Götzis wird seit 2024 ein Rückhaltebecken samt Begleitmaßnahmen wie der Errichtung eines Zufahrtsweges und eines Wildholzrechens umgesetzt. Im Falle eines 100-jährigen Hochwassers will die Marktgemeinde damit verhindern, dass das Ortsgebiet überflutet wird. Das Retentionsbecken kann im fertigen Ausbauzustand rund 50.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten. Am Anfang des Projekts waren 6,45 Millionen Euro budgetiert. Doch wie aus dem Protokoll der Landesregierungssitzung ersichtlich ist, verdoppeln sich die Kosten beinahe: Nun ist die Rede von rund 10,8 Millionen Euro.

Auf NEUE-Anfrage teilt die Marktgemeinde Götzis dazu mit: „Das Ausschreibungsergebnis der Baumeisterarbeiten lag um 45 Prozent höher als die Kostenschätzung. Gründe dafür waren die starke Erhöhung der Baupreise, die Bauabwicklung innerhalb des engen zeitlichen Rahmens im Winterhalbjahr, deutlich höhere Baustellengemeinkosten, zusätzliche Maßnahmen aufgrund von Hangrutschungen im Bereich des Baufelds (Rückankerung), zusätzliches Material wie Baustahl und die mehrfache Umlegung des Bachgerinnes während der Baumaßnahmen.“
Geprüft und gerechtfertigt
Laufend hätten Gespräche zwischen der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes, der Marktgemeinde Götzis, den Baufirmen und den Ingenieursbüros stattgefunden. „Die Mehrkosten wurden auf fundierten Grundlagen, wie Kostenkalkulation der örtlichen Bauaufsicht, Nachträge der Baufirmen, geprüft und sind als gerechtfertigt anerkannt worden“, heißt es vonseiten der Gemeinde.

„Der Hochwasserschutz zählt sicher zu den wichtigsten Projekten für die kommenden Jahrzehnte und damit für die Zukunft. Starkregenereignisse häufen sich und durch Projekte wie in der Örfla kann das Ortsgebiet geschützt werden. Nur durch gemeinsame Anstrengungen des Landes Vorarlberg, des Bundes und der Gemeinden werden wir diese Aufgabe meistern können“, betont Bürgermeister Manfred Böhmwalder (ÖVP) die Notwendigkeit der Maßnahmen.

Die Kosten des Hochwasserschutz-Projekts in der Örflaschlucht werden zu 15 Prozent von der Marktgemeinde Götzis getragen, den Rest teilen sich Land und Bund. Die Landesregierung hat am Dienstag zugestimmt, den eigenen Förderanteil von 2,57 Millionen auf rund 4,3 Millionen Euro anzuheben.
Auch Kapfschlucht-Projekt wird teurer
Selbiges ist auch in Feldkirch nötig: Hier wurde zum Schutz vor einem 100-jährigen Hochwasser der Ill die Kapfschlucht aufgeweitet, zudem wird aktuell die Montfortbrücke angehoben. Die Kosten dafür steigen von 24 auf rund 28,6 Millionen Euro an, der Landesanteil wächst von 9,6 auf rund 11,4 Millionen Euro. Zurückzuführen ist das auf eine „ca. 70- bis 75-prozentige Indexerhöhung, der Rest auf Unvorhergesehenes bei der Abtragung vom Fels“, wie Wolfgang Errath der NEUE erklärt. Er ist Geschäftsführer des Wasserverbands Ill-Walgau und damit Bauherr für das Hochwasserschutz-Projekt.

Die rund 19-prozentige Kostensteigerung legt der weiteren Umsetzung aber keine Steine in den Weg. „Alles ist dazu bereits beschlossen und begründet, Auswirkungen auf das Projekt gibt es nicht“, betont Errath.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)