Altach findet in die Erfolgsspur

Es brauchte das Bein eines Rieders für den 4:1-Auswärtserfolg.
Der Gegenstoß in Minute 78 wird von den Altachern schnell unterbunden, und Manuel Thurnwald haut aus fast 30 Metern auf den Kasten. Ried-Verteidiger Constantin Reiner hält sein Bein dazwischen und nimmt seinem Torhüter dadurch jegliche Abwehrchance. Die Gäste hatten nicht nur bei diesem Treffer zum 2:1 das Glück auf ihrer Seite. Mit dem am Ende deutlichen 4:1-Erfolg sicherte sich das Team von Trainer Alex Pastoor die ersten Auswärtspunkte. Nach drei Niederlagen in Serie war dies zumindest ein kleiner Befreiungsschlag. In der Tabelle kletterten die Vorarlberger zudem einen Platz nach oben. Zuvor war jedoch einiges an Arbeit und jede Menge Spielglück nötig.

Früher Ausschluss
Gleich zu Beginn gab es einen Paukenschlag. Bei den Hausherren zog Markus Lackner mit seinem gestreckten Bein in Minute elf voll durch und sah völlig zu recht seine zweite gelbe Karte. Nur Augenblicke zuvor wurde der Mittelfeldspieler für ein taktisches Foulspiel verwarnt. Diese Überzahl vermochte es allerdings nicht, den Rheindörflern Sicherheit zu geben. Ried stand tief, und den Gästen mangelte es an Spielideen.
Erstmals durchbrochen wurde dies nach einer halben Stunde. Manfred Fischer fand im Rückraum Emanuel Schreiner, aber dessen Abschluss wurde noch vor der Torlinie gerettet. In weiterer Folge sorgten Fehler bei der Ballannahme oder ungenaue Zuspiele für einen stockenden Spielfluss. Es benötigte daher den ruhenden Ball. Der umtriebige Thurnwald wurde im Strafraum gelegt, und Fischer verwertete in der 42. zur Führung. Doch anstatt dadurch etwas Selbstvertrauen zurückzugewinnen, erzielte Ante Baljic noch vor dem Seitenwechsel den Ausgleich. Die Abwehrreihe war zu weit aufgerückt und Emir Karic lediglich als Begleitschutz unterwegs.

Weiterhin zerfahrene Partie
Pastoor, der entgegen seiner Ankündigung vor der Partie doch eine Systemumstellung vorgenommen hatte, reagierte zum Seitenwechsel mit einem Stürmertausch. Doch es blieb bei einer zerfahrenen Partie seiner Mannen. Diese hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, fanden aber gegen tiefstehende Innviertler noch keine Lösungen. Zunächst hatten die Hausherren sogar die besseren Annäherungen, ohne dabei Torhüter Martin Kobras zu fordern.
Nach einer Stunde wurde der eingewechselte Stürmer Chinedu Obasi gleich doppelt vorstellig. Doch bei seinem Kopfball streifte der Ball den Pfosten an der Außenseite, und beim Schuss parierte Keeper Daniel-Edward Daniliuc per Fußabwehr. Auf der Gegenseite bekam Kobras seine Fäuste beim Schuss von Bernd Gschweidl noch rechtzeitig hoch. Die Partie hätte nun in beide Richtungen laufen können. Vor allem, da auch Schreiner in der 73. die Riesengelegenheit auf die Führung ausließ. Dem war ein sehenswerter Spielzug über den rechten Flügel vorausgegangen.

Doppelschlag von Schreiner
So benötigten die Altacher nach dem Ausschluss und dem Elfmeter ein weiteres Mal das Spielglück auf ihrer Seite, in Form des abgefälschten Distanzschusses von Thurnwald.
Nun war die Gegenwehr des Aufsteigers gebrochen, und es kehrte sogar der Spielwitz wieder etwas zurück. Schreiner blieb in Minute 82 im Eins-gegen-eins mit dem Torhüter sicher und erzielte nach schönem Solo von Thurnwald auch noch den Schlusspunkt vier Zeigerumdrehungen darauf.
Nun muss dieser deutliche Erfolg allerdings richtig eingeordnet werden. Klar sorgt der erste Auswärtssieg der Saison bei den Rheindörflern für Aufatmen und wirkt sicherlich erleichternd. Die Gäste agierten allerdings rund 80 Minuten in Überzahl und hatten auch sonst das Spielglück für sich gepachtet. Die Leistung stimmte über den Großteil der Partie, ließ aber dennoch Raum für Verbesserungen erkennen.