Sport

Eine starke Frau geht ihren Weg

03.01.2026 • 20:36 Uhr
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Die Preisträgerin hat 2025 einen großen Leistungssprung gemacht. GEPA

NEUE-Sportsfrau des Jahres 2025 ist eine Athletin, die im abgelaufenen Jahr den Schritt zur beständigen Weltklasseläuferin gemacht hat. Und damit ihr Schicksal besiegte.

Vier Mal hat sich Ariane Rädler in ihrer Karriere das Kreuzband gerissen. Mit 23 Jahren hatte sie bereits drei dieser so schweren Knieverletzung hinter sich. Der vierte Schock folgte im Dezember 2019, doch Aufgeben kam für die damals noch nicht mal 25-Jährige nicht infrage. Rädler blieb stark, auch ein Schicksalsschlag konnte sie nicht brechen. Rädler blieb immer mutig, optimistisch, kämpferisch – und bewahrte sich ihr Lächeln, das wie ein Markenzeichen von ihr ist.
Am 10. Jänner 2021 fuhr die Leiblachtalerin beim Super-G in St. Anton mit Rang sieben ein erstes Mal im Weltcup in die Top Ten. Fast auf den Tag genau ein Jahr später stand die Speedspezialistin in Altenmarkt-Zauchensee zum ersten Mal auf dem Podest. Rädler schaffte es zu den Spielen, wurde allerdings im Super-G nur 20. Die Saison 2022/23 wurde zum Rückschritt, das beste Ergebnis der Head-Läuferin war Platz 15, ein Haarriss im Wadenbein machte den durchwachsenen Winter komplett.

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Ariane Rädler ist ein enormer Leistungssprung gelungen. GEPA

Sportsfrau des Jahres

Kategorie-Kriterien: Sportliche Erfolge, Leistungsentwicklung, Sportsgeist.
Bewertungszeitraum: 1.1. bis 31.12.2025
Begründung: Hat 2025 mit Herz, Mut und Ausdauer den Sprung zur konstanten Top-Ten-Läuferin im Skiweltcup geschafft.

Großer Schritt
Rädler kam aus der Verletzung stärker zurück denn je und fuhr seit dem 16. Dezember 2023 17 Mal im Weltcup unter die ersten Zehn. Im Jahr 2025, und damit dem Bewertungszeitraum, gelang Rädler das zehn Mal im Weltcup. Die Leiblachtalerin hat damit die Konstanz gefunden, die der inzwischen 30-Jährigen davor gefehlt hat. Dadurch stehen Rädlers Chancen gut, abermals den Sprung zu den Olympischen Spielen zu schaffen. Im Abfahrts-Weltcup belegt die Vorarlbergerin aktuell Platz 13, in der Super-G-Wertung Platz 14. Ob die Vaya-Markenbotschafterin auch noch den letzten Leistungsschritt macht und zur konstanten Podiumskandidatin wird, werden vielleicht schon die nächsten Rennen zeigen – zuzutrauen ist es Rädler.
Und auch falls die Leiblachtalerin diesen Schritt nicht mehr machen sollte: Die Entwicklung von Rädler im abgelaufenen Jahr war herausragend, ihr Kämpferherz ist beispielhaft. Deshalb ist Ariane Rädler die NEUE-Sportsfrau des Jahres 2025.

Ariane Rädler

Geboren am: 20. Jänner 1995
Skiausrüster: Head
Kopfsponsor: VAYA
Verein: SC Möggers
Spezialdisziplinen: Super-G, Abfahrt
Größte Erfolge: Olympia: Teilnahme 2022 in Peking; WM: Teilnahme in Cortina 2021; Teilnahme in Saalbach 2025. Weltcup: Zwei Podestplätze (12/24 Super-G in Beaver Creek, 1/22, Super-G in Zauchensee), 21 Mal in den Top Ten
Jahr 2025: Acht Top-Ten-Plätze (fünf im Super-G, drei in der Abfahrt). WM-Teilnahme in Saalbach 2025, 17. in der Abfahrt, 21. im Super-G

Anerkennung Magdalena Egger: Den Sprung an die ­Weltspitze geschafft
Als Nachwuchsskiläuferin wurde Magdalena Egger sage und schreibe sechs Mal Junioren-Weltmeisterin. Doch im Weltcup wollte ihr der Durchbruch nicht so recht gelingen. Manche befürchteten, die Lecherin würde ein unerfülltes Versprechen bleiben. Im Dezember 2025 gelang der 24-Jährigen nun mit Platz zwei und Platz sieben bei den Weltcup-Abfahrten in St. Moritz der Durchbruch. Egger hat damit nahezu sicher bereits das Ticket für die Olympischen Spiele in Cortina gelöst. Ein großer Schritt in der Karriere von Egger, die sich nie entmutigen ließ und immer an sich glaubte, was sie zum echten Vorbild macht.

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Magdalena Egger konnte in St. Moritz ihren Durchbruch bejubeln. GEPA

Anerkennung Bettina Plank: Ein Karriereende im Stile eines Champions
Im August 2025 erklärte Bettina Plank ihren Rücktritt. Die Karateka hatte ihr Karriereende sorgfältig vorbereitet. Als sie 2024 spürte, dass ihr der Sport nicht mehr so leicht von der Hand ging wie in den vielen Jahren davor, entschloss sich die Feldkircherin, ein letztes Mal bei einem Großereignis teilzunehmen: Der EM 2025. Plank, die in ihrer Karriere so viele Erfolge feierte, unter anderem Olympia-Bronze gewann, zweifache European-Games-Siegerin wurde und Europameister war, genoss es einfach, sich ein letztes Mal auf eine EM vorzubereiten, entdeckte das alte Feuer und war auch nicht traurig, als sie letztlich trotzdem in der ersten Runde scheiterte. Plank hatte nochmals mit Freude gekämpft und ging mit einem Lächeln. So würdevoll treten nur ganz wenige ab.