NEUE-Persönlichkeiten des Vorarlberger Sports

Erstmals kürt die NEUE in fünf Kategorien Vorarlbergs Sportpersönlichkeiten des Jahres. Bei der Prämierung entscheidet nicht allein die sportliche Leistung, sondern auch die Entwicklung, das Auftreten und der Vorbildcharakter.
Ehrungen von Sportlern des Jahres habe große Tradition und gibt es wohl in den allermeisten Ländern und Regionen der Welt. Natürlich auch in Vorarlberg. Trotzdem hat sich die NEUE-Sportredaktion entschieden, ebenfalls eine Auszeichnung einzuführen. Mit dem Unterschied, dass nicht rein die sportlichen Leistungen aus dem abgelaufenen Jahr ein Kriterium sind, sondern auch die sportliche Entwicklung, das Auftreten in der Öffentlichkeit und inwieweit die Person ein Vorbild ist.
Deshalb trägt die NEUE-Auszeichnung nicht den Namen „Sportler des Jahres“, sondern „Sportsfrau“ und „Sportsmann“ des Jahres. Die NEUE-Auszeichnung würdigt also den Athleten als Gesamtes; und nicht ausschließlich dessen Leistungen. Werte wie Sportsgeist, Respekt, Fairness werden mitbewertet. Darunter ist bei den Preisträgern zu verstehen, dass ein Athlet die Leistung des Anderen anerkennt, seine eigene Leistung einschätzen kann, zwar alles dem Sieg unterordnet, aber keine Grenzen überschreitet, um erfolgreich zu sein. Also weder frei nach Brad Gilbert dreckig gewinnen will, also mit Mätzchen und Tricks den Gegner stört, oder schlichtweg unfair agiert, noch auf die eine oder andere Weise betrügt. Andere Begriffe für das, was wir unter Sportsmann verstehen, wären historisch ein Edel- oder Ehrenmann. Oder eben: Botschafter des Sports.
Definition von Erfolg
Eine Sportsfrau oder ein Sportsmann ist, wer nach Enttäuschungen wieder aufsteht, wer sich weiterentwickelt, wer bereit ist, Opfer zu bringen, selbst wenn die Aussicht auf die großen Siege gering ist. Außerdem weiten wir bei der Prämierung den Begriff, was ein Erfolg ist. Nicht jede Zweite ist die erste Besiegte, nicht jeder Fünfte hat nur das Podium verpasst. Außerdem prämieren wir den herausragendsten Sportmacher sowie den Sportveranstalter des Jahres. Mit diesen Kategorien zeichnen wir Pioniergeist, visionäre Kraft und den Mut aus, Projekte umzusetzen. Der Bewertungszeitraum für die vier Kategorien ist klassisch vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2025. Außerdem vergibt die NEUE einen Ehrenpreis. Mit diesem Preis würdigen wir ein Lebenswerk oder eine Leistung, die über das Kalenderjahr hinaus geht.
Anerkennung Alessandro Hämmerle: Er blieb Gentleman
Am 28. März 2025 war Alessandro „Izzi“ Hämmerle nur mehr ein turnusmäßiges Überholmanöver davon entfernt, sich nach seinem Olympiasieg in Peking nun in St. Moritz auch zum Weltmeister zu küren. Sein Landsmann Jakob Dusek führte im großen Finale. Hämmerle bog mit Überspeed in die letzte Kurve ein und kündigte seinem Teamkollegen gemäß Absprache sein bevorstehendes Überholmanöver rufend an. Doch anders als Hämmerle, der zuvor im Viertel- und Halbfinale Dusek passieren ließ, machte Dusek die Türe zu. Statt Gold für Hämmerle und Silber für Dusek touchierten sich die beiden, Dusek fiel ans Ende des Felds zurück, „Izzi“ schleppte sich zu Bronze. Im Ziel erlebte der Montafoner ein Wechselbad der Gefühle: Wut, Traurigkeit, Zorn und doch auch Glücksgefühle wechselten einander ob des verlorenen WM-Titels ab, doch Hämmerle machte Dusek keine Vorwürfe. Ein echter Sportsmann, der zwar 2025 nicht NEUE-Sportsmann des Jahres wurde, aber es ebenso verdient hätte!

Anerkennung Lukas Mähr: Olympiasieger widerstand der Versuchung
Lukas Mähr wäre nach seinem Olympiasieg mit Lara Vadlau bei den 470er-Seglern das Rampenlicht sicher gewesen. Doch der Bregenzer entschied sich gegen das Leben eines Sportstars, hörte auf sein Gefühl und beendete am 25. Februar 2025 seine Karriere. Mähr spürte, dass er nicht mehr das Feuer für eine weitere Olympia-Kampagne und Los Angeles 2028 hatte. So bleibt Mährs Gold-Regatta von Marseille sein letztes Rennen. Damit gelang ihm die große Kunst, aufzuhören, wenn’s am schönsten ist.