Sport

Eine Schule mit „cooler Atmosphäre“

15.05.2026 • 21:13 Uhr
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Die Eröffnungszeremonie in der Turnhalle der Mittelschule Höchst. Dedeleit

Die Hallenradsport-EM der Junioren in Höchst ist eröffnet, die Radball-Teams Sarah Kraller/Frieda Rümmele und Max Schallert/Timo Lampert landeten vor heimischer Kulisse die ersten teils souveränen Siege.

Pünktlich um 17.30 Uhr begann gestern in der Dreifachturnhalle der Mittelschule Höchst der Einmarsch der Nationen, 90 Sportler aus zehn Ländern nehmen an zwei Tagen an der UEC-Hallenradsport-Europameisterschaft der Junioren im Kunstradfahren und Radball teil. Wie im Hallenradsport üblich – eigentlich egal, wie das Gastgeberland heißt – wurden Schweizer, Deutsche und Österreicher am lautesten begrüßt. Es sind auch die führenden Nationen dieser Sportart, bei der die meisten Teilnehmer auch aus diesem Ländertrio stammen. Die Ukraine ist – immerhin – mit einer Sportlerin vertreten.
Die Mittelschule bietet mit ihrem hochwertigen Parkettboden optimale Bedingungen, ringsherum haben sich schon gestern rund 600 lautstarke Zuschauer positioniert.

Tollhaus

UEC-Vizepräsidentin Katarina Jakubova eröffnete die EM offiziell, wünschte spannende, faire und vor allem verletzungsfreie Wettkämpfe, Marco Schallert, Obmann und ehemaliger Weltklasse-Radballer des ausrichtenden Radfahrer Clubs Mazda Hagspiel Höchst, dachte schon weiter und hatte mit der Aussage „vielleicht lernen sich alle am Samstagabend beim Abschlussbankett noch näher kennen“ wieder einmal die Lacher auf seiner Seite.
Schon vor der Eröffnungszeremonie hatten die ersten Teilnehmer ihre ersten Auftritte schon hinter sich, wie im Hallenradsport bekannt ist, verwandelten die Radballer und das zweite Mal die Radballerinnen im Rahmen einer Junioren-EM die Halle in ein Tollhaus. Und speziell im Radball sind die Chancen des Gastgebers auf Gold am größten.

Hallenradsport-EM der Junioren in Höchst 2026
Im Bild die Partie der österreichischen Radballer beim 6:2-Sieg über Belgien. Dedeleit

Immer vorne dabei

So geht das männliche Duo des Gastgebers, der 2011 schon einmal Ausrichter war, als Titelverteidiger ins Rennen. Und Max Schallert und Tormann Timo Lampert legten gleich mit einem 3:0 gegen Frankreich los, mussten sich dann aber den Eidgenossen 2:3 geschlagen geben. Belgien wurde vor dem Abendspiel gegen Deutschland (nach Redaktionsschluss) mit 6:2 abgefertigt, „es ist brutal schön vor heimischer Kulisse, die Anfeuerungen sind Gold wert“, meinte Max Schallert, Sohn des Obmanns und bereits zum vierten Mal bei einer EM am Start. Der 17-Jährige gibt aufgrund der hitzigen Atmosphäre aber auch zu, „manchmal weißt du nicht, was du tust“. Beide machen sich den Druck schon selbst, der bald 18-jährige Timo, der im Vorfeld mit einer Zerrung in der Schulter zu kämpfen hatte, meinte, „wir wollen den Verein, der das Ganze hier auf die Beine gestellt hat, stolz machen“. Elf Mal Gold holte Österreich bei einer EM dieser Altersklasse, neun Mal waren Höchster dafür verantwortlich.

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Die Radball-Mädels bezwangen Frankreich mit 6:1. Dedeleit

Pläne für das Turnier

Mit einem 7:3-Triumph starteten Torfrau Sarah Kraller (15) vom RC Höchst und Frieda Rümmele (14) vom RV Dornbirn, dem Klub des achtfachen Weltmeisters Patrick Schnetzer, in die EM. 1:0 führten die beiden gar gegen das deutsche Duo, das schließlich mit 5:1 die Oberhand behielt. „Wir haben blöde Fehler gemacht“, so Sarah, und Frieda ergänzte ebenso selbstkritisch, „wir haben viel verschenkt“. Dies solle im Verlauf des Turniers besser werden, mindestens die Silbermedaille sei das erklärte Ziel. Dies untermauerten die beiden mit einem 6:1 gegen Frankreich.
In der ersten Entscheidung gestern, dem 1er-Kunstradfahren der Junioren, erklang die deutsche Nationalhymne – wohl nicht das letzte Mal. Emil Güfel wurde Achter, Theo Kühne (beide ARBÖ RC Meiningen) Zehnter.

Von Jochen Dedeleit