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Für Altach wird das Ländle-Derby zum Barometer

17.09.2026 • 09:59 Uhr
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Ein Bild mit Symbolcharakter: Patrick Greil wird vom Gegner noch konsequenter bearbeitet und zugedeckt. GEPA

Das anstehende Derby bei Austria Lusten­au wird für den SCR Altach richtungsweisend. Mit einem Sieg am Samstag (17 Uhr) könnte die Zaric-Elf viel wieder gutmachen, bei einer Niederlage dürfte es ungemütlich werden beim SCRA.

Die bisherige Saisonbilanz des SCR Altach ist ernüchternd: Die Rheindörfler haben nach sechs Runden nur drei Punkte auf dem Konto – bei nur fünf erzielten Toren. Nur alle 108 Minuten haben die Alt­acher ein Tor erzielt, drei davon gegen die WSG Tirol. Soll heißen: In den übrigen fünf Spielen gelangen sogar nur zwei Tore. Die Stürmerthematik spielt dabei sicherlich eine Rolle, vergeben die Rheindörfler doch je Partie statisch 2,7 Großchancen.

Vieles hängt an Greil. Altachs enttäuschenden Saisonstart allerdings nur auf den fehlenden Torjäger zu schieben, wäre aber zu einfach. Die Mannschaft ist aus der Balance, was sich in Wahrheit schon im Frühjahr abzeichnete. Fast unmittelbar nach dem fulminanten Sieg im ÖFB-Cup-Halbfinale in Salzburg riss in der Liga der Faden bei den Rheindörflern. Vom 24. Spieltag an gelangen den Altachern in neun Spielen nur mehr zwei Siege, wodurch man nach einer davor stabilen Saison doch noch in den Abstiegskampf schlitterte. Die einfache Erklärung dafür war, dass die Mannschaft so auf das Cup-Finale fokussiert war, dass man die Spannung für die Liga verloren hat. Das mag nicht gänzlich falsch gewesen sein, aber einfache Erklärungen decken selten alle Facetten ab.
In der Vorsaison hat Patrick Greil die Mannschaft getragen. Auf 15 Tore und 6 Assists kam der Offensivspieler im Spieljahr 2025/26 – und fast jede Torbeteiligung sicherte den Altachern Zählbares. Von dieser Form ist Greil aktuell weit entfernt, was man dem 30-jährigen Salzburger allerdings kaum zum Vorwurf machen kann. Denn in der Verfassung hätte Greil eher früher als später eine Option für das Nationalteam werden können. Dass also Greil am obers­ten Limit seiner Fähigkeiten spielte, war relativ offensichtlich. Erschwerend kommt in dieser Saison hinzu, dass die Gegner inzwischen ihr Defensivspiel gegen Altach auf Greil auslegen: Wer Greil aus dem Spiel nimmt, zieht dem Altacher Spiel mit dem Ball schon fast den Stecker. Es fehlt ein weiterer Kreativspieler. Yann Massombo bringt zwar viel Wucht und Dynamik mit, ein Spiel orchestrieren kann der 26-Jährige allerdings nicht.

Wenig Rotation. Deshalb überrascht es auch, dass Neuzugang Denizcan Cosgun praktisch gar keine Chance bekommt. Der 24-Jährige hat in der Vorsaison bei Austria Salzburg mit acht Toren und fünf Vorlagen aufgezeigt – zwar in der 2. Liga, aber das wussten die Altacher ja, als sie Cosgun holten. Wie überhaupt auffällt: Nur 14 Spielern kommen beim SCRA in dieser Bundesligasaison auf mehr als 50 Einsatzminuten – und zu diesem schmalen Kreis gehören mit Benedikt Zech und Marko Raguz sogar zwei Spieler, die von Verletzungen ausgebremst wurden. Im Vergleich dazu kommen bei Derby-Gegner Austria Lustenau 17 Spieler auf mindes­tens 90 Bundesliga-Minuten in dieser Saison. Und noch ein Vergleich: Sieben Altacher kommen in den bisherigen sechs Runden auf über 500 Einsatzminuten, bei der Austria sind es nur vier.
Altach-Trainer Ognjen Zaric wechselt also nur wenig. Gespannt darf man sein, welche Rolle der Neuzugang Johannes Naschberger bei den Rheindörflern spielen wird. Dass er das Kreativvakuum neben Greil schließt, ist eher nicht anzunehmen, seine Hauptpositionen im rechten und zentralen Mittelfeld gehören eigentlich nicht zu den Problemzonen der Altacher, aber selbst eine Verstärkung der Breite kann den Altachern helfen.

Für Altach wird das Ländle-Derby zum Barometer
Ognjen Zaric setzt nur sehr wenige Spieler ein. APA

Dreiwöchige Pause. Klar ist vor dem Derby: Mit einem Sieg in Lustenau könnte die Zaric-Elf viel vergessen machen und nicht zuletzt die Stimmung unter den Fans aufhellen. Andererseits würde insbesondere eine Niederlage wohl für ordentlich Feuer in Altach sorgen, zumal nach dem Derby eine gleich dreiwöchige Länderspielpause ansteht. Das Derby wird also richtungsweisend dafür, wie der Herbst beim SCR Altach verläuft.