Vorarlberg

Hund aus Tollwut-Import landete in Vorarlberg

24.02.2026 • 11:36 Uhr
Hund aus Tollwut-Import landete in Vorarlberg
Fachtierarzt Erik Schmid warnt vor Hundeimporten aus nicht tollwutfreien Regionen. canva/privat

In Deutschland gibt es einen Tollwutfall eines Hundes, der aus Russland importiert wurde und drei Menschen gebissen hat. Einer der 21 Hunde aus diesem Transport gelangte nach Vorarlberg.

Von Kurt Bereuter

Am 20. Februar veranstaltete die Bundestierärztekammer im Auftrag des zuständigen Bundesministeriums für Gesundheit ein Webinar für Tierärzte unter dem Titel „Tollwut aktuell – erster Fall bei einem Hund in Deutschland: Was heißt das für Österreich?“. Das Brisante an diesem Webinar war die Tatsache, dass einer der Hunde über einen Tierschutzverein in Vorarlberg bei einem neuen Tierfreund landete, der über die mögliche Gefahr seines Hundes informiert wurde. Der Hund wurde jetzt behördlich abgeklärt.

Tollwut fast immer tödlich

Österreich gilt nach umfangreichen Maßnahmen in den 1990er-Jahren als tollwutfrei. Tollwut wird durch das Rabiesvirus ausgelöst und von angesteckten Tieren mit ihrem Speichel übertragen. In 99 Prozent der Fälle werden Menschen durch einen Tierbiss angesteckt, meistens von Hunden oder Katzen. Tollwut führt fast immer innerhalb von 14 Tagen nach Krankheitsbeginn zum Tod, eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Aber eine Impfung, die in Österreich nur bei Reisen in betroffene Länder oder bei gefährdeten Berufsgruppen, wie Tierärzten, empfohlen wird. Sollte allerdings der Verdacht bestehen, mit Tollwut angesteckt worden zu sein, sind innert weniger Stunden Maßnahmen zu treffen, um einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, durch ein geordnetes Impfverfahren und ein Antiserum.

Der Fall in Vorarlberg

Über die deutschen Behörden wurden auch die Vorarlberger Behörden informiert, dass aus dieser Gruppe mit einem nachweislich von Tollwut befallenen Hund ein Tier über einen Tierschutzverein nach Vorarlberg verkauft wurde. Es soll sich um einen Schäferhund handeln, dem nun Blut abgenommen wurde, um den Titer zu erheben – also um herauszufinden, ob auch dieser Hund Tollwutträger ist. Das Land Vorarlberg bestätigt diesen Fall und auch, dass bei diesem Hund eine Titerbestimmung vorliege, die positiv ausgefallen sei: „Das Ergebnis bestätigt also, dass der Hund in der Vergangenheit einer Schutzimpfung gegen Tollwut unterzogen worden ist.“

Humanmedizinische Behandlung

Laut Ministerium sind in 99 Prozent der Tollwutinfektionen beim Menschen Tierbisse verantwortlich, aber auch bei Kontakt mit Speichel auf eine offene Wunde bzw. mit Schleimhäuten könnte eine Übertragung passieren. Innert Stunden muss aber im Falle einer Infektion mit einer Behandlung reagiert werden. Das Land Vorarlberg weist darauf hin, dass „bei jenen Personen, die mit dem fraglichen Hund Kontakt hatten, vorsorglich mit einer Tollwutimpfung begonnen wurde. Obwohl die Titerbestimmung beim Hund belegt, dass er gegen Tollwut geimpft war, wird die Impfung bei den Personen vervollständigt.“

Empfehlungen eines Experten

Fachtierarzt für Tierhaltung und Tierschutz, Hundehalter und ehemaliger Landesveterinär, Erik Schmid, erklärt auf diesen Fall angesprochen, dass Importe von Hunden aus nicht tollwutfreien Regionen, wie in diesem Fall aus Russland, vielleicht gut gemeint seien, aber als Internetkäufe verboten und letztlich auch nicht zu empfehlen seien. Schmid erklärt: „Dadurch werden Systeme von illegalen Tiertransporten unterstützt und bedeuten immer ein Gesundheitsrisiko für andere Tiere und auch für Menschen.“

Hund aus Tollwut-Import landete in Vorarlberg
Schmid appelliert an die Eigenverantwortlichkeit bei Hundeimporten. privat

Er appelliert an die Eigenverantwortung der Tierfreunde. Jeder Hund mit einer unklaren oder zweifelhaften Herkunft müsse sehr gut tierärztlich abgeklärt werden, um solche Krankheiten wie die Tollwut hintan zu halten.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)