Rückblick 2025: Supermond, Polarlichter und seltene Kometen am Vorarlberger Himmel

Wir blicken auf ein Astrojahr mit drei Finsternissen, ergiebigen Sternschnuppennächten, Kometen und Polarlichter zurück. Bis Neujahr können wir die Wintersternbilder betrachten.
Von Robert Seeberger
neue-redaktion@neue.at
Das ausgehende Jahr war für Astronomen sehr schön. Es gab vorhersehbare und überraschende Ereignisse.
Finsternisse und Saturn
Zwei Mondfinsternisse waren 2025 über Vorarlberg zu sehen. Sie kommen dann zustande, wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond steht und der Erdschatten auf den Mond trifft. Die totale Finsternis vom 14. März war nur in ihrer partiellen Phase zu sehen, denn der teilverfinsterte Mond ging in den Morgenstunden unter, bevor die totale Phase begann. Umgekehrt war es am 7. September. Da ging der total verfinsterte Mond auf und wir konnten beobachten, wie sich der Schatten immer mehr von der Oberfläche zurückgezogen hatte. Die partielle Sonnenfinsternis, bei der sich der Neumond teilweise vor die Sonnenscheibe schob, war eher unspektakulär. Nur zwölf Prozent der Sonnenscheibe wurden, von Vorarlberg aus gesehen, bedeckt. Der sogenannte Supermond am 5. November zog die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Auf seiner elliptischen Bahn um die Erde kam er ihr mit 357.000 Kilometer sehr nahe, war daher auffallend hell und auch größer als gewöhnlich. Ebenfalls vorhersehbar und zu erwarten, war die spezielle Sicht auf die Saturnringe. Saturn wird ab 30facher Vergrößerung wegen seines wunderschönen Rings bestaunt. Heuer war er eine Zeit lang ganz verschwunden. Denn unser Blick richtete sich auf die Kante der extrem großen und dünnen Ringstruktur. Eine Fehlanzeige war die Vorhersage, dass in der Nördlichen Krone der Stern T-Coronae Borealis als Nova hell aufleuchten würde. Alle 80 Jahre soll das der Fall sein. Behalten wir ihn 2026 im Auge. Verlässlich waren wieder die Sternschnuppennächte. Während die Perseiden im August durch den hellen Mond zum etwas eingeschränkt waren, zeigten sich die Geminiden in voller Pracht.
Unerwartet: Polarlichter und Kometen
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen von der Sonne zu uns kommen und vom Erdmagnetfeld abgelenkt werden. In hohen Luftschichten bringen sie Sauerstoff- und Stickstoffatome zum Leuchten. Häufig treten sie im hohen Norden auf. Wenn die Sonne wie jetzt sehr aktiv ist, gibt es starke Sonnenauswürfe und Polarlichter sind wie in der Nacht vom 11. auf 12. November auch bei uns in ihrer Farbenpracht zu bewundern. Kometen können regelmäßig wiederkehren, wie der berühmte Halley. Andere tauchen unverhofft aus den Tiefen des Sonnensystems auf und bilden in Sonnennähe einen Staubschweif. Im Herbst haben uns die Kometen Lemmon (C/2025 A6) und Swan (C/2025 R2) bei ihrer Erdannäherung überrascht. Ihre Helligkeit hat auch an guten Beobachtungsplätzen nicht für eine freisichtige Beobachtung ausgereicht. Mit einem Fernglas waren sie leicht in der Abenddämmerung zu erspähen. Sternfotografen haben wunderschöne Bilder angefertigt.
Wissenschaft
Hier werden subjektiv drei Besonderheiten herausgehoben. 2025 wurde mit 3l/Atlas der dritte interstellare und wahrscheinlich bislang älteste Komet entdeckt und seine Bahn untersucht. Die speziellen Bahnparameter haben für Aufsehen gesorgt. Zum Jahresende nähert er sich der Erde auf 270 Millionen Kilometer. Mit Röntgenteleskopen wurde eine 1,4 Milliarden Lichtjahre große Superstruktur entdeckt. Die Anordnung der Galaxien und Galaxienhaufen erinnert an die Knotenschrift der Inka, daher wurde sie Quipu genannt. Vera Rubin, eines der neuen Superteleskope, nahm im Juni seinen Probebetrieb auf. Mit ihm sollen in den nächsten zehn Jahren unter anderem bis zu 20 Milliarden neue Galaxien entdeckt werden. Wir Hobbyastronomen dürfen zum Jahresausklang den wunderschönen Himmel mit den Sternbildern Orion, Stier, Zwillinge, Perseus und dem großen und kleinen Hund bewundern.