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Tunnelanschlag in Feldkirch: Viele Worte zu Kritikern und Patin Julia

06.03.2026 • 13:18 Uhr
Tunnelanschlag in Feldkirch: Viele Worte zu Kritikern und Patin Julia
Die gesamte Veranstaltung wurde musikalisch begleitet. Hartinger

Am Freitag erfolgte der Tunnelanschlag beim Stadttunnel Feldkirch. Viele Namen wurden nicht ausgesprochen, waren aber äußerst präsent.

An diesem grauen Morgen vor dem Stadttunnel Feldkirch stehen vor allem zwei Akteure im Vordergrund: Tunnelpatin Julia und die Kritiker des Projekts. Dass über beide in geradezu perfekt konträrer Art und Weise gesprochen wurde, ist jedoch fast selbsterklärend.

Angesichts der illustren Gästeliste mag es verwunderlich anmuten: Landeshauptmann Markus Wallner, Verkehrslandesrat Christof Bitschi mit Ehefrau und Tunnelpatin Julia, Feldkirchs Bürgermeister Manfred Rädler, sein Vorgänger Wolfgang Matt, Vizebürgermeisterin Andrea Kerbleder, Stadträtin Julia Berchtold, die Nationalratsabgeordneten Heike Eder und Thomas Spalt zählen zur anwesenden Prominenz. In seinen Anfangsworten bedenkt Projektleiter Bernhard Braza auch den ehemaligen Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Alt-Verkehrslandesrat Hubert Gorbach: Als die beiden Männer diese Funktionen noch bekleideten, hat Braza nach eigenen Angaben die ersten Erkundungsbohrungen für das Projekt durchgeführt. Das war vor 25 Jahren.

Tunnelanschlag in Feldkirch: Viele Worte zu Kritikern und Patin Julia
Projektleiter Bernhard Braza spricht von einem “historischen Tag”. Hartinger

Historischer Tag

Braza spricht deshalb von einem “historischen Tag”. Es seien viele Anstrengungen vorausgegangen, etwa bei der Umweltverträglichkeitsprüfung, kurz UVP genannt – und von Braza lapidar als “unheimlich viel Papier” bezeichnet.

Verkehrslandesrat Christof Bitschi findet ähnliche Worte: “Der Stadttunnel ist kein politischer Schnellschuss. Es handelt sich um eine Lösung, die verkehrlich wirksam, technisch machbar und ökologisch sinnvoll ist.”

Am Rednerpult zeigen sich die Sprecher vor allem kämpferisch. “Der Kran steht immer noch da”, stellt Bernhard Braza in Richtung der Kritiker klar. “Ich glaube, so eine saubere Baustelle ist kein Anlass für einen Baustopp”, hakt Josef Tschofen von der Jäger Bau GmbH ein. Dieser erinnert sich an viele kritische Stimmen beim Bau der Achraintunnels. “Ohne Tunnel kann sich das heute keiner mehr vorstellen.”

Am deutlichsten wird Landeshauptmann Markus Wallner selbst. Er habe “kein Verständnis für Behinderungen nach einem höchstgerichtlichen Urteil”. Zehn Jahre wurde auf diese Bestätigung hingearbeitet, im gesamten Projektverlauf 48 verschiedene Varianten geprüft. Den Vorwurf, es werde gegen den Menschen gearbeitet, lässt er ebenfalls nicht gelten. Der Stadttunnel befreie 8000 Anwohner von Emissionen und Lärm und sei daher “eine Investition in den Menschen”. Ihm seien alle Menschen im Land gleich viel wert, ob diese nun das Glück haben, abseits des Stadtverkehrs zu wohnen oder nicht.

Tunnelpatin im Zentrum der Aufmerksamkeit

Obwohl sie selbst nicht zu Wort kommt, findet jeder Sprecher warme Worte für Tunnelpatin Julia. Während ihr Ehemann, sie “zum ersten Mal nervös erlebe”, wünscht sich Josef Tschofen hin und wieder eine Jause oder Feierabendbier für seine Mitarbeiter. “Aber nur Frastanzer”, stellt der Landeshauptmann in seiner Anschlussrede klar.

Nach der Segnung durch Generalvikar Hubert Lenz steht das Hauptereignis an. Julia Bitschi löst die erste Sprengung für den Haupttunnel aus. Insgesamt sechs Detonationen hallen durch die Felsenau und beenden die feierliche Veranstaltung.

Tunnelanschlag in Feldkirch: Viele Worte zu Kritikern und Patin Julia
Julia Bitschi nach der Sprengung. Hartinger