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Feldkircher Sparpaket nach BDO-Masterplan im Wert von 114.000 Euro 

20.03.2026 • 15:29 Uhr
Feldkircher Sparpaket nach BDO-Masterplan im Wert von 114.000 Euro 
Bürgermeister Manfred Rädler gewährt der NEUE Einblick in das Feldkircher Sparprogramm. Stiplovsek

Der Konsolidierungsprozess läuft auf Hochtouren, samt Task-Force-Spezialisten, Masterplan mit Kosten von 114.000 Euro und gestrichenen Obstkörben für das Personal. Die NEUE hat nachgehakt.

In Feldkirch wird der Gürtel enger geschnallt. Die Stadt Feldkirch arbeitet weiter an ihrem Budgetkonsolidierungsprogramm. Konkrete Details zu geplanten Einsparungen bleiben vorerst unter Verschluss. Bürgermeister Manfred Rädler verweist auf laufende Abstimmungen und noch ausstehende politische Beschlüsse. 

Aktuelle Maßnahmen und Transprarenz

„Der Konsolidierungsprozess läuft noch. Aktuell werden mögliche Maßnahmen im Detail ausgearbeitet, damit diese anschließend der Politik zur Beschlussfassung vorgelegt werden können“, erklärt Rädler gegenüber der NEUE. Solange keine Beschlüsse gefasst seien, könnten die Inhalte nicht öffentlich gemacht werden. Bereits umgesetzte Schritte würden hingegen laufend auf der Website der Stadt veröffentlicht. 

Feldkircher Sparpaket nach BDO-Masterplan im Wert von 114.000 Euro 
Das Montforthaus wird ebenfalls thematisiert. Stiplovsek

So finden sich in der angesprochenen Auflistung (Stand 31. Jänner 2026) zahlreiche Maßnahmen, wie etwa eine Nulllohnrunde bei Politikergehältern, zahlreiche Gebühranpassen, etwa in der Abfall-, Kanal und Wasserwirtschaft oder Parkabgaben, eine Reduktion in der Geschäftsführung der Stadtmarketing und Tourismus Feldkirch GmbH, Einsparungen beim Neujahrsempfang oder der Streichung von Mitarbeiterbenefits wie dem Obstkorb fürs Personal. Ebenfalls auf der Liste: die Einstellung eines Busshuttles zum Wildpark. 

Kritik an mangelnder Transparenz, wie sie zuletzt von den Neos geäußert wurde, weist der Bürgermeister damit indirekt zurück. Die Veröffentlichung orientiere sich am Stand der Beschlüsse, nicht an laufenden internen Prozessen.

114.000 Euro Beratungskosten

Für Diskussionen sorgt auch der Einsatz externer Berater im Zuge der Konsolidierung. Rädler stellt klar, dass es keine Prüfberichte des Rechnungshofs zu den Finanzen der Stadt gebe. Empfehlungen des Rechnungshofs hätten ausschließlich die Montforthaus GmbH betroffen, eine Tochtergesellschaft der Stadt. Diese würden jedoch in die Gesamtüberlegungen einfließen. 

Die Einbindung der BDO Corporate Finance GmbH sei bereits vor der Wahl angekündigt worden. „Die Beauftragung erfolgte einstimmig im Stadtrat“, betont Rädler. Ursprünglich seien Kosten von rund 80.000 Euro kommuniziert und im Stadtrat beschlossen worden, tatsächlich habe die Abrechnung 114.000 Euro (brutto) ergeben. Berichte über deutlich höhere Zusatzkosten weist der Bürgermeister zurück. „Diese Zahl ist nicht korrekt und für uns nicht nachvollziehbar. Die zusätzlich anfallenden Kosten betreffen lediglich die Beauftragung von BDO und belaufen sich auf 114.000 Euro“, so Rädler. Weitere externe Beratungsleistungen seien derzeit nicht geplant. 

Feldkircher Sparpaket nach BDO-Masterplan im Wert von 114.000 Euro 
Manfred Rädler verweist auf den einstimmigen Beschluss des Stadtrats, bezüglich externer Beratungskosten. Stiplovsek

Auch der Vorwurf, für die Umsetzung der Empfehlungen sei zusätzlich Personal aufgebaut worden, wird entkräftet. Die entsprechende Stelle sei im Zuge einer Organisationsentwicklung nachbesetzt worden, eine neue Stelle sei nicht geschaffen worden. Ein sehr strukturerfahrener und bereits langjährig im Vorarlberger Gemeindeverband tätig gewesener Mitarbeiter ist hier mit der Umsetzung der BDO-Vorgaben beauftragt. 

Lob an die Verwaltung

Grundsätzlich sieht Rädler die Verwaltung fachlich gut aufgestellt. „Die fachlichen Kompetenzen des Verwaltungsapparates im Bereich Finanzen sind ausgezeichnet“, sagt er. Die Ergebnisse des Beratungsprozesses würden nun in das Programm „Zukunft Stadtverwaltung 2026-2029“ einfließen. Dabei handle es sich nicht um ein reines Sparprogramm, sondern um langfristige Strukturmaßnahmen. 

Kritik an zusätzlichen Kosten für Beratung und Evaluierung kann der Bürgermeister nicht nachvollziehen. „Das Programm ‚Zukunft Stadtverwaltung‘ sieht derzeit keine externen Evaluierungs- und Beratungskosten vor“, stellt Rädler klar.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)