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Wundmanagerin schlägt Alarm: Dornbirner vor Fuß-Amputation bewahrt

21.03.2026 • 08:30 Uhr
Wundmanagerin schlägt Alarm: Dornbirner vor Fuß-Amputation bewahrt
Wochenlang kümmerte sich Wundmanagerin Edith Okoro aus Dornbirn um den Patienten und rettete seinen Fuß vor einer Amputation. Privat, Canva

Sein Operationstermin stand bereits fest, als sich Herbert F.* an die diplomierte Wundmanagerin Edith Okoro wandte. Ihre fürsorgliche Behandlung rettete sein Bein. Die passionierte Krankenpflegerin nimmt die Gesundheitspolitik in die Pflicht.

Für ein kleines medizinisches Wunder sorgte die erfahrene Dornbirner Wundmanagerin Edith Okoro, indem sie den für bereits aufgegebenen Fuß von Herbert F.* konservativ behandelte. 

Wochen und Monate zeigte sich an einer Wunde am Bein des Unterländers kein Fortschritt. Der Heilungsprozess stockte, seine Ärzte zeigten sich ob der hohen Entzündungswerte zutiefst besorgt und sahen nur noch den letzten Ausweg. 

„Schließlich wurde ich damit konfrontiert, dass man mir meinen Fuß, kurz oberhalb des Knöchels, abnehmen musste. Die Wunde wollte und wollte einfach nicht heilen und griff meinen Knochen an. Damit sich der Entzündungsherd nicht weiter ausbreitet, sei dieser Eingriff nötig. Im Vertrauen auf die Expertise der Mediziner bekam ich sogar schon einen fixen Termin für die Amputation“, informiert der lieber anonym bleibende Mann gegenüber der NEUE.

Letzter Hoffnungsschimmer

Guter Rat ist teuer, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Seine Ehefrau und er wandten sich an Edith Okoro. Die inzwischen pensionierte, ehemalige Leiterin der Hauskrankenpflege kümmert sich weiterhin um besonders schwierige Fälle, hat sie sich doch nach ihrer aktiven Zeit zur diplomierten Wundmanagerin in Wien ausbilden lassen. 

„Ich kümmere mich weiterhin privat um Patientinnen und Patienten, denen auch aufgrund der immer enger werdenden Sparrichtlinien Therapien oder langfristige Hilfe verwehrt bleibt“, führt die fürsorgliche 75-Jährige aus. 

So auch im Fall des Pensionisten: Wochenlang kümmerte sie sich um die nicht heilen wollende Wunde, desinfizierte, säuberte oder entfernte angegriffenes Gewebe. Tag um Tag, Woche um Woche und Monat um Monat vergingen und immer noch schwebte der Operationstermin wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Betroffenen.

Schließlich zeigte sich dann doch durch den unentwegten Einsatz der Wundexperten Besserung und wie durch ein Wunder heilte der betroffene Fuß. „Die Ärzte hatten meinen Fuß bereits aufgegeben und konnten es nicht glauben, dass ich wieder auf den eigenen Beinen stand“, beteuert der Pensionist. 

Sparen am falschen Ende

Fälle wie diese kennt Edith Okoro nur allzu gut, deswegen betreut die 75-Jährige auch in ihrer Pension weiterhin Menschen, die auch aufgrund der aktuellen Einsparungen im Gesundheitswesen und dem Mangel an ausgebildetem Personal schlicht durch den Rost fallen würden. „Während der Pandemie waren wir im Pflegebereich die gefeierten Helden. Inzwischen scheint davon aber nicht mehr viel übrig. Gespart wird am falschen Ende und zuletzt am Menschen selbst. Langfristige Therapien und zeitintensive Pflege sind notwendig und unabdingbar. Und nicht mit Geld aufzuwiegen. Hier macht die Politik einen Fehler, der sich rächen wird“, schließt die Wundexpertin. 

Für ihre Dienste nimmt sie übrigens keine Gegenleistung in Anspruch, einzig ihre Unkosten müssen gedeckt sein: „Allein die Wertschätzung und die Kraft, die ich täglich von meinen Patientinnen und Patienten zurückbekomme, sind Lohn genug.“

*Name der Redaktion bekannt

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)