VKW mit Preisgarantie für Strom und Gas – “Versorgung über den Winter ist gesichert”

Preisgarantie bis März 2027, leichte Anpassungen nur für Haushalte mit auslaufendem Gasvertrag. Wie es nach Ende März weitergeht, lassen Illwerke-vkw-Vorstandsvorsitzender Germann und Landeshauptmann Wallner aber noch offen.
Die gute Nachricht für Verbraucher vorneweg: Bis 31. März 2027 geben die Illwerke vkw ihren Strom- und der Mehrheit ihrer Gaskunden eine Garantie auf gleichbleibenden Preis. Lediglich jene Kunden, deren Gasvertrag Ende September ausläuft, müssen mit einer Tarifanpassung rechnen. “Diese wird sich aber im Rahmen der Preise bewegen, die unsere jetzigen Bestandskunden bezahlen”, so Illwerke-vkw-Vorstandsvorsitzender Christof Germann bei einem Mediengespräch gemeinsam mit Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag.

Die Frage stellt sich naturgemäß aufgrund der durch den Iran-Krieg gestiegenen Preise für Öl, Gas und Strom. Ebenso steht das Thema Versorgungssicherheit zur Debatte. Beim Gas betonten Germann und Wallner übereinstimmend: “Der nächste Winter ist jedenfalls gesichert.” Die Erweiterung der Speicherkapazitäten des Landesenergieversorgers zu Corona-Zeiten sichert dies ab. Derzeit seien die Gasspeicher zur Hälfte voll, bis zur kalten Jahreszeit soll er zu 100 Prozent gefüllt sein.

Beim Strom gebe es überhaupt keine Engpässe, erklärte der Illwerke-Vorstandsvorsitzende. Das führte er auf das Portfoliomanagement seines Unternehmens zurück. “Wenn man sich die Terminmarktpreise für die kommenden Jahre anschaut, dann sieht man vor allem für die Jahre 2028 und 2029 eine wesentliche Entspannung. Wir versuchen über unser Portfoliomanagement die Endkundenpreise möglichst stabil zu halten”, so Germann.
Zeit nach Ende März 2027 offen
Wie es darüber hinaus bezüglich Preis- und Versorgungssicherheit aussieht, wollten Germann und Wallner aber noch nicht prognostizieren. “Wir haben schon oft erlebt, dass die Dinge völlig anders gekommen sind, wie man eigentlich meint. Deswegen bin ich über ein Jahr hinaus äußerst vorsichtig mit der Frage, wie es weitergeht”, meinte der Landeshauptmann. Er betonte dazu, dass man sich auf ein Kriegsende und damit einhergehend sinkenden Preisen ebenso vorbereiten müsse wie auf “Schreckensszenarien”, wenn die Preise nach oben schlagen oder es tatsächlich zu Versorgungsengpässen kommen sollte.

Selbst ein sofortiges Kriegsende im Nahen Osten würde nicht unbedingt zu einer direkten Entspannung führen. “Die Frage bleibt offen, wie viele Produktionsstätten dort noch intakt sind. Einige dürften stark zerstört sein, aber dazu wissen wir auch nur das, was in Presseberichten steht. Die Krise hat jedenfalls das Potenzial, sich über mehrere Jahre zu strecken”, gibt Germann zu bedenken. Wallner sieht die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten auf die Energieversorgung “noch schärfer” als beim Ukraine-Krieg, da es sich bei diesem “nur” um eine Gaskrise, beim Iran-Konflikt aber um eine Öl- und Gaskrise “mit weltumspannenden Folgen” handle.
Preisexplosion verhindern
Zu verhindern sei jedenfalls eine Preis- und Inflationsexplosion wie zu Zeiten des Ukraine-Kriegs, hob der Landeshauptmann hervor. Gegebenenfalls müsse man das Merit-Order-System unterbrechen. In Sachen erneuerbare Energie sieht sich Wallner auf dem “absolut richten Weg” mit der Strategie Energieautonomie 2030+. Das angestrebte Vorhaben sei aktuell zu 95 Prozent umgesetzt, lediglich beim Verkehr hakt es noch. “Die letzten Meter sind immer die härtesten”, konstatiert der Landeshauptmann.
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Was den Energieverbrauch der Bevölkerung angeht, plant Wallner keine “direkten Eingriffe”. Stattdessen appellierte er an die Eigenverantwortung: “Energie zu sparen, Strom zu sparen, ist eigentlich immer wichtig, weil man so Kosten im Haushalt senken kann. Wir reden jetzt über Strom und Gas, aber die Ölpreisentwicklung ist ein anderes Thema. Hier kann man durch die Anpassung des eigenen Fahrverhaltens den Verbrauch etwas senken oder sich überlegen, ob man das Auto überhaupt braucht. Ich würde jedem anraten, das gut zu beobachten.”
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)