International

Große Bühne für hochbegabte Geigerin aus Lustenau

15.04.2026 • 14:24 Uhr
Internalionales Festival Junger Meister
Elisso Gogibedaschwili (l.), Maya Wichert und Sofia Smarandescu. BIRD-MUSIC(4)

Violinistin Elisso Gogibedaschwili begeisterte beim 28. Festival junger Meister mit Ausdruck und Spielfreude.

Rund um Ostern fand einmal mehr das Internationale Festival junger Meister statt, das vom Internationalen Konzertverein Bodensee und seinem künstlerischen Leiter Peter Vogel veranstaltet wird und bei dem sich ein hochkarätiger Meisterkurs mit zahlreichen Auftrittsmöglichkeiten für die Studierenden verbinden.

Außergewöhnlicher Konzertmarathon

Zum 12. Mal stand die Violine im Mittelpunkt, Geigerinnen und Geiger aus aller Welt holten sich vielfache Anregungen bei Professor Krzysztof Wegrzyn, der seine Erfahrungen aus jahrzehntelanger Lehrtätigkeit und Musizierpraxis weitergibt. Am vergangenen Wochenende stand wieder ein außergewöhnlicher Konzertmarathon auf dem Programm, als drei junge Geigerinnen gemeinsam mit der Bodensee Philharmonie im Konstanzer Konzil und im Graf-Zeppelinhaus in Friedrichshafen die virtuosen Konzerte von Glasunow, Sibelius und Tschaikowsky interpretierten: Mit dabei die Vorarlbergerin Elisso Gogibedaschvili mit den georgisch-taiwanesischen Wurzeln, die den Reigen mit dem a-Moll-Konzert von Alexander Glasunow brillant eröffnete.

Internalionales Festival Junger Meister

Seit früher Kindheit auf der Bühne

Die vielfach ausgezeichnete, im Jahr 2000 in Lustenau geborene Musikerin, die seit frühester Kindheit auf der Bühne steht und bereits mit 10 Jahren ihr erstes Orchesterkonzert spielte, hat auch in den vergangenen Jahren das Festival bereichert. Nach ihrem Studium in Karlsruhe (zu dem sie wöchentlich von Vorarlberg aus von ihrem Vater gebracht wurde) wechselte sie zu Krzysztof Wegrzyn an die Musikhochschule Hannover, wo sie 2025 ihren Abschluss machte. Inzwischen studiert sie in der Meisterklasse von Prof. Igor Karsko an der Musikhochschule in Luzern und begeisterte jetzt wieder mit ihrer enormen Podiumssicherheit und Natürlichkeit.

Internalionales Festival Junger Meister

Mitreißend

In Glasunows Konzert ist die Solostimme eng mit dem Orchester verwoben, rhapsodisch verbindet sie sich mit den Bläsern, das Hauptthema ist lyrisch, aber weniger eingängig als in anderen Konzerten der Romantik. Elisso kommuniziert mit den Orchesterstimmen und dem leidenschaftlich und aufmerksam agierenden Dirigenten Dietger Holm, lässt den Atem und die sprechenden Figuren fließen und vertieft sich in die sich vielstimmig aufschwingenden Trillerketten der Solokadenz. Im Schlussteil entwickelt sich ein fulminant gesteigerter Tanz mit den Bläsern: mit Springbogen-Figuren, wildem Pizzicato und dem satten, aus der Tiefe aufsteigenden Klang ihrer Guarneri geht es in die mitreißende Schlussrunde.

Internalionales Festival Junger Meister

„Begabung, Mut und Zuversicht“

Nach diesem tollen Auftakt und den gleichfalls begeisternden und berührenden Interpretationen der Konzerte von Sibelius (mit der 19-jährigen Münchnerin Maya Wichert) und Tschaikowskys glühender Romantik (mit der rumänisch-japanischen Geigerin Sofia Smarandescu) kann man wieder einmal staunen über das hohe Niveau dieses Festivals und der Musikausbildung. Frühe Förderung, Brennen für die Musik, Kulturmix sind beste Voraussetzungen für die „glänzende Zukunft des Geigenspiels“ (wie es in einer Rezension der Augsburger Allgemeinen Zeitung über die Konzerte an Ostern hieß). Peter Vogel fasst es auch mit „Begabung, Mut und Zuversicht“ zusammen: Mit diesen jungen Hochbegabungen könne man an das „Morgen“ denken, gerade wenn das „Jetzt“ nicht so rosig sei.

Katharina von Glasenapp