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Er bringt seit Jahren Bludenz zum Laufen

24.04.2026 • 13:28 Uhr
Er bringt seit Jahren Bludenz zum Laufen
Für Rennleiter und Organisator Richard Föger ist “Bludenz läuft” ein Herzensprojekt. Klaus Hartinger

Am Sonntag wird die 24. Ausgabe von „Bludenz läuft“ ausgetragen. Rennleiter Richard Föger ist schon seit Anfang an dabei und hat seines Zeichens den Kindermarathon in Vorarlberg etabliert.

Seit dem Jahr 2001 findet in Bludenz alljährlich das Laufevent „Bludenz läuft“ statt. Unter dem Motto „Bei uns zählst du“ werden sich auch am kommenden Sonntag, den 26. April, wieder zahlreiche Läuferinnen und Läufer aller Altersklassen, vom Profi bis zum Hobbyläufer, in der Alpenstadt einfinden. Um zum Beispiel beim Halbmarathon Rekorde zu brechen, beim City Run die eigenen Grenzen auszutesten, beim City Walk mit mäßigem Tempo bewusst durch die Stadt zu laufen oder beim Kindermarathon Spaß zu haben.

Organisiert wird das Event vom Union Lauf Club (ULC)Bludenz in Kooperation mit W3 create – seit über 15 Jahren setzt man mit Erfolg auf diese Partnerschaft. Der Bludenzer Richard Föger, seines Zeichens Rennleiter und Chef des OK-Teams in Bludenz, ist für den reibungslosen Ablauf und die ganze Organisation in seiner Heimatstadt verantwortlich. Und das schon seit Tag eins, als „Bludenz läuft“ noch in den Kinderschuhen steckte, als bei der Premiere gar Schnee auf der Straße lag. Im Gespräch mit der NEUE erklärt er, welche Herausforderungen jedes Jahr auf ihn warten, welchen Bewerb der ULC landesweit eingeführt hat und wie der passionierte Sportler nach Versuchen in anderen Disziplinen selbst zum Laufen gekommen ist.

Herr Föger, Sie sind schon vor etlichen Jahren mit der Organisation von „Bludenz läuft“ betraut worden. Wie ist es denn dazu gekommen?
Richard Föger:
Nun ja. Ich bin im Jahr 1997 vom damaligen Obmann des ULC Bludenz gefragt worden, ob ich nicht als Vizeobmann bei ihnen einsteigen möchte. Damals wusste ich nicht, auf was ich mich da einlasse (lacht). Im Jahr 2003 haben wir dann einen Wechsel gemacht und ich wurde Obmann. Das ist aber nicht meine einzige Funktion im Verein. Ich bin Trainer, Laufgruppenleiter, habe die Ausbildung zum Übungsleiter bei „Vorarlberg bewegt“ gemacht. Das ganze Wissen, das ich mir dabei angeeignet habe, fließt in den Verein. Und ja, so ist das Ganze ins Rollen gekommen.

Er bringt seit Jahren Bludenz zum Laufen
Richard Föger im Gespräch mit der NEUE. Klaus Hartinger

Sie haben im Vorfeld des Gesprächs erwähnt, dass Sie mittlerweile auch die Verantwortung für den Nachwuchs innehaben. Ist das ein Herzensprojekt von Richard Föger?
Föger:
Ja, auf jeden Fall. Das ist mir sehr wichtig. Seit fünf, sechs Jahren mache ich mit meiner Tochter, insgesamt sind wir fünf Trainer, auch den Laufnachwuchs bei uns im Verein. Meine Kollegen, die mich unterstützen, sind alle ein Stück jünger als ich. Aber ich kann da gut mithalten (lacht). Und wir haben mittlerweile 38 Kinder, die mitmachen, davon sind 30 regelmäßig im Training. Mein Ziel ist es, den Verein generell etwas zu verjüngen.

Und der Nachwuchs wird selbstredend am Sonntag auch teilnehmen?
Föger:
Selbstverständlich. Es wird wie jedes Jahr auch der Kindermarathon stattfinden, den wir im Jahr 2003 initiiert haben. Das war ein großer Erfolg und wurde sehr gut angenommen, der Kindermarathon hat sich auf ganz Vorarlberg ausgedehnt und ist mittlerweile fixer Bestandteil bei vielen Laufveranstaltungen. Die Idee selbst kam von mir, dass man eben Kinder auch in den Laufsport hineinholt. Weil das die Zukunft ist.

So einen Lauf zu organisieren, bedeutet viel Arbeit. Gibt es nach so vielen Jahren Dinge, die sich, wenn man so will, von selbst erledigen?
Föger:
Ja natürlich. Von selbst vielleicht nicht, aber es gibt Partner und Sponsoren, die schon lange dabei sind. Man kennt sich persönlich, was vieles einfacher macht. Ich organisiere wie gehabt alles in Bludenz, was mit dem Lauf zu tun hat. Von Behördengängen bis hin zur Infrastruktur. Für mich als Bludenzer sind das kurze Dienstwege und zudem ist es eine Entlastung für das Team von W3, das den Firmensitz in Dornbirn hat.

Bludenz läuft 2023 & LM VLV Halbmarathon
Der Kindermarathon wurde erstmals in Bludenz ausgetragen und ist mittlerweile fester Bestandteil bei vielen Laufevents in Vorarlberg. GEPA/Lerch

Abgesehen von der ganzen Vorarbeit, die geleistet wird, wie viele Personen sind denn am Veranstaltungstag vor Ort im Einsatz?
Föger:
Erst einmal wird uns von den Behörden die Feuerwehr ­Bings zugeteilt, sie ist am Sonntag mit 18, 19 Mann bei uns vor Ort, weil es Straßen gibt, die nur die Feuerwehr sperren kann. Ich selbst habe die Verantwortung über 200 ehrenamtliche Helfer. Deren Aufgaben sind vielfältig. Unter anderem gehört dazu die Besetzung der Labstationen, der Duschen, der Kleidersackabgabe, die Durchführung der Siegerehrung, und ein Großteil fungiert als Streckenposten. Bei uns ist jede Straße doppelt besetzt. Man muss sich vorstellen, jemand muss dringend weg, und man kann eine Absperrung nicht unbesetzt zurücklassen. Und es ist leider so, dass nicht jeder Bludenzer Verständnis dafür hat, dass wir diesen Lauf veranstalten.

Es gibt also kritische Stimmen aus der Bevölkerung?
Föger:
Das würde ich so nicht sagen. Aber mein Appell an alle lautet: Es ist die wichtigste Veranstaltung des Jahres in Bludenz. Auch wirtschaftlich. Wir haben 3000 Teilnehmer in der Stadt, von denen die Gastronomie, die Hotellerie und viele mehr profitieren.

Sie sprechen von 3000 Läuferinnen und Läufern. Wie sieht die Prognose für dieses Jahr aus?
Föger:
Da bin ich etwas vorsichtig mit der Prognose, wir hinken gegenüber dem letzten Jahr noch etwas hinterher. Aber wir lassen uns dadurch nicht beirren, die Anmeldungen laufen ja noch.

Abgesehen von all dem Drumherum: Wie sind Sie persönlich zum Laufsport gekommen?
Föger:
Gute Frage. Ich habe meine Laufbahn in der Leichtathletik begonnen, wo ich aber nichts zu Wege gebracht habe (lacht). Für die Schnelligkeit war ich zu wenig schnell, und für die Ausdauer war ich zu wenig ausdauernd. Ich bin eher der Kraftsportler. Auch wenn es schwer zu glauben ist: Ich war im Alter von 35 Dritter in der Landesmeisterschaft im Kugelstoßen (lacht). Jetzt bin ich 62. Dann habe ich zwei Jahre aktiv geboxt, bis ich meinen Präsenzdienst abzuleis-ten hatte. Danach habe ich mit dem Laufen begonnen und zuerst alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Doch mit dem Eintritt in den ULC Bludenz ist das auch immer besser geworden, im Jahr 1999 bin ich dann meinen ersten Marathon gelaufen. Und bis heute dem Laufen treu geblieben.

Das Laufen, und in dem Fall auch „Bludenz läuft“, ist also zu Ihrem Lebensinhalt geworden. Hat sich über die Jahre eine gewisse Routine eingeschlichen oder gibt es in diesem Jahr Änderungen?
Föger:
Ja, die gibt es. Wir versuchen in jedem Jahr die Qualität zu steigern. Heuer war eine Idee, und das sind oft auch Zufallsbegebenheiten, dass es zum ersten Mal nach dem Lauf ein Programm für Kinder geben wird. Zudem wird die sogenannte „After-Run-Party“ in der Rathausgasse Premiere feiern. Vier Gastronomen haben sich zusammengetan und sie haben allesamt nach dem Lauf geöffnet. Erstens bleiben die Leute in Bludenz, zweitens besteht die Möglichkeit sich auszutauschen. Vor dem Lauf ist nach dem Lauf. Du hast eine Leistung erbracht, dann kann man sich zusammensetzen und über die eigenen Erfahrungen berichten. Das ist zwar nicht neu, aber wichtig wäre noch zu erwähnen, dass die Teilnehmer kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können.

Stichwort „Vor dem Lauf ist nach dem Lauf“. Wann beginnen die Planungen für nächstes Jahr?
Föger:
Die sind schon längst im Gange. Bereits vor sechs Wochen habe ich gewisse Punkte gesetzt für die Veranstaltung 2027. Du musst an so viele Dinge denken, das ganze Equipment muss im Voraus bestellt und organisiert werden. Und natürlich ist da der Gedanke, dass nächstes Jahr das 25. Jubiläum stattfindet. Teilweise reicht ein Jahr Vorausplanung nicht, damit alles da ist und ein reibungsloser Ablauf garantiert ist. Aber erst geht es um den Lauf am Sonntag und da ist das Wichtigste, das alles unfallfrei über die Bühne geht, dass die Läuferinnen und Läufer wieder gesund und gut gelaunt im Ziel ankommen.