Grill-Chaos am Seeufer: “Solche Zustände wollen wir hier nicht”

20 Anzeigen wegen Wildgrillerei und missachtetem Glasverbot am Lochauer Seeufer. Bürgermeister Matt kündigt rigoroses Durchgreifen der Polizei an und denkt über temporäres Grillverbot nach.
Das schöne Wetter lockte am langen Wochenende zahlreiche Gäste an das Lochauer Bodenseeufer. Im frei zugänglichen Schwarzbad wurde gegrillt, gebadet und in der Sonne gelegen. Doch die vermeintliche frühsommerliche Idylle artete, wie vol.at am Samstag berichtete, zum Chaos aus: Wildgrillerei und Lagerfeuer im Rasen und am Waldrand bei großer Trockenheit, dazu Müllansammlungen, Scherbengefahr durch Glasflaschen und Lärm.
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Die Zustände erhitzten insbesondere in den sozialen Medien die Gemüter und riefen auch die Polizei auf den Plan. So wurden rund 20 Anzeigen wegen Übertretungen der Uferschutzverordnung erstattet, wie der Lochauer Bürgermeister Frank Matt (Grüne) der NEUE mitteilte. „Beim Schwarzbad ist das Maß an diesem Wochenende überschritten worden“, betont er und führt weiter aus: „Es hat jetzt ein Ausmaß angenommen, das tiefgreifendere Maßnahmen benötigt. Solche Zustände wollen wir am Seeufer nicht.“
Bregenzer Exekutive kontrolliert am Lochauer Ufer
Dabei ist die Rechtslage an diesem Teil des Seeufers komplex: Zwar gehört das Schwarzbad zum Lochauer Ortsgebiet, aber die Gemeinde keine eigene kommunale Sicherheitswache hat. „Wir haben das Glück, dass wir in diesem Fall eine Vereinbarung mit der Stadtpolizei Bregenz haben, die die Verordnung am Seeufer exekutiert. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, wird rigoros bestraft“, erklärt Matt.

Zusätzlich gibt es einen von der Gemeinde Lochau bezahlten Sicherheitsdienst, der vor Ort kontrolliert, Badegäste bei Verstößen aufklärt und im Anlassfall die Stadtpolizei informiert. Am vergangenen Wochenende war neben Sicherheitsdienst und Stadtpolizei auch die Bundespolizei vor Ort. Dafür spricht der Bürgermeister den Einsatzkräften, aber auch den Gemeindemitarbeitern, die am Seeufer täglich den Müll beseitigen, seinen Dank aus.

Darüber hinaus unterstreicht Matt: „Bei dieser Problematik sind vor allem Syrer, Mongolen, Russen und Türken im Fokus. Man muss aufpassen, dass man nicht spaltet und hetzt. Viele Menschen verstehen das aber leider nicht.“
Regeln mit gegenseitigem Respekt einhalten
Für die Stadtpolizei Bregenz ist vonseiten der Politik Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) zuständig. Er reagiert mit Unverständnis auf die Zustände am langen Wochenende: „Es gibt einfach Regeln und mit gegenseitigem Respekt sollte es nicht allzu schwer sein, sich an diese zu halten. Keiner sagt etwas, wenn man mal einen Holzkohlegrill neben der Feuerstelle aufstellt, aber wenn es ausartet, zeigt die Stadtpolizei klare Kante.“

Im Extremfall sei auch ein temporäres Grillverbot anzudenken, erklärt Matt. Das stehe aber erst zur Debatte, wenn „die Exekutive nicht mehr nachkommt.“ Die Lochauer Gemeindegremien können hier eine Empfehlung abgeben, so der Bürgermeister, entscheiden müsse das aber die Stadt Bregenz.
Keine Probleme bei Ritschs Lokalaugenschein an Pipeline
Ritsch hält, von der NEUE auf diesen Vorschlag angesprochen, wenig von einem Grillverbot: „Man sollte nicht alle strafen, weil sich einige nicht an die Regeln halten.“ Am Samstag sei er an der Bregenzer Pipeline vor Ort gewesen. Dort habe es gut funktioniert, obwohl alle Feuerstellen voll in Betrieb gewesen seien.
Beide Bürgermeister betonen unisono den Wert des freien Zugangs zum Seeufer, der nicht eingeschränkt werden soll. Genauso lassen beide Ortschefs durchklingen, dass die Stadtpolizei Bregenz die Situation am Lochauer Schwarzbad weiterhin genau im Auge behalten und gegebenenfalls auch durchgreifen wird.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)