Vier freche Nager erobern das Homunculus Festival

Das FigurenTheater St. Gallen in Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Gleis 5 begeisterte im Rahmen des Homunculus Festivals mit dem Stück „Die Muskeltiere“ Jung und Alt gleichermaßen.
Das Stück basiert auf der beliebten Kinderbuchreihe „Die Muskeltiere“ von Ute Krause und handelt von vier mutigen Nagetieren, die im Hamburger Hafen wohnen. Nach der Reihe werden den Zuschauern die liebenswerten Tiere vorgestellt: Die Maus Picandou, die ein gemütliches, käseschlemmendes Leben in einem Feinkostladen führt, trifft auf der Straße auf die Ratte Gruyère, die leider ihr Gedächtnis verloren hat. Zurück im Feinkostladen, gesellt sich die Maus Ernie, die sich bald in Pomme de Terre umbenennt, zu den Zweien dazu. Nach einem spaßigen Revierkampf beschließen die drei, das Rätsel um die Amnesie von Gruyère zu lösen. Ein spannendes Roadmovie, in den Straßen von Hamburg beginnt, bei dem die drei Muskeltiere durch Kanalschächte auf der Flucht vor einer Bande von Ratten sind und sich durch Regenrinnen durchdrücken müssen. In einem Nobelappartement lernen sie den verwöhnten und leicht gelangweilten Goldhamster Bertram vom Backenbart kennen, der sich ihnen als D’Artagnan vorstellt. Die Nagerbande ist komplett. Unter dem bekannten Motto „Einer für alle – Alle für einen!“ geht das Abenteuer flott dahin. Mithilfe der zuerst verfeindeten Ratten kommen sie dem Geheimnis über die Herkunft von Gruyère auf die Spur.

Frauke Jacobi und Rahel Wohlgensinger spielen die strubbeligen Handpuppen, erstellt von Mario Hohmann und Melanie Sowa, äußerst geschickt und liebenswert. Die allzu menschlichen Züge, von der besserwisserischen Maus Pomme de Terre bis zur sensiblen Ratte Gruyère, wurden von den Spielerinnen aufs Trefflichste herausgearbeitet. Die wechselnden Kulissen und die Art, wie sie die Nagetiere bewegten, erstaunte und brachte einen herzhaft zum Lachen. Gelacht wurde viel, die witzigen, frechen Dialoge und die rasanten Szenenwechsel unter der Regie von Simon Engerli waren bestechend.

Das anschließende Buffet knüpfte an das Figurentheater nahtlos an. Es gab die Käsesorten aus dem Stück (Picandou und Gruyère), heiße Kartoffeln sowie Krabbensalat vom Fischmarkt. Eine sehr gelungene Muttertagsmatinee wurde so kulinarisch abgerundet.
Daniel Furxer