Grün-Weiß im Aufwind, Chaos bei Schwarz-Weiß

NEUE-Sportchef Hannes Mayer kommentiert die Vertragsverlängerung von Markus Mader in Lustenau sowie die Bregenzer Trennung von Andreas Heraf.
Während man bei Aufsteiger Austria Lustenau die einzig logische und richtige Entscheidung getroffen hat, mit dem zweifachen Aufstiegstrainer Markus Mader weiterzumachen, herrscht in Bregenz, mal wieder, das Chaos. Kaum zwei Monate ist es her, dass man bei den Schwarz-Weißen Trainer Andreas Heraf auch die Agenden des Sportdirektors übertrug. Seit gestern ist der Wiener nicht mal mehr Trainer in Bregenz. Natürlich muss man nach einer Saison, die auf sportlichem Wege im krachenden Abstieg geendet hätte, auch den Trainer hinterfragen: Aber Heraf erst quasi die Schlüssel in die Hand zu drücken und ihn dann nach Hause zu schicken – das ist unseriös, planlos, chaotisch.
So ein bisschen wirkt das bei Schwarz-Weiß Bregenz nach wie vor so, als würde ein Regionalligist in der 2. Liga mitspielen. Auch nach drei Jahren haben es die Bregenzer nicht zustande gebracht, wöchentlich eine Pressekonferenz abzuhalten, was zwar nur ein Detail ist, und doch symbolisch für die Überforderung der Bregenzer steht. Nun suchen die Bregenzer einen Trainer und einen Sportdirektor, mit Peter Hlinka wäre nach dessen angekündigten Abgang bei der AKA Vorarlberg eine SWB-Legende frei. Die Frage ist, ob sich der Slowake das antut, denn mit Wacker Innsbruck und dem ASK Voitsberg kommen zwei starke Aufsteiger in die Liga, die Tiroler werden sicher nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
Wels rüstet auf, Austria Salzburg will oben angreifen, und ob sich Kapfenberg nochmals so schlecht präsentiert wie in dieser Saison, ist auch mehr als fraglich. Viele Konkurrenten bleiben da nicht, die in Reichweite sein könnten – wenn, und das ist sowieso die Grundvoraussetzung, sich die Bregenzer deutlich verstärken. Doch den Schwarz-Weißen drohen im Gegenteil empfindliche Abgänge. Top-Torschütze Johannes Tartarotti ist unter anderem bei Austria Lustenau im Gespräch, mit Jan Stefanon ist der Abgang des zweitbesten Torschützen bereits besiegelt, der Stürmer wechselt zum FC Egg. Marco Rottensteiner zieht es zu Austria Salzburg. Bregenz steht vor einem Komplettumbruch. Man kann Schwarz-Weiß Bregenz nur viel Glück beim Neuanfang wünschen – und muss darauf hoffen, dass die Verantwortlichen wissen, was sie tun; und keine finanziellen Risiken eingehen.
Austria Lustenau hat mit der schnellen Vertragsverlängerung von Markus Mader ein Zeichen gesetzt. Der Erfolgstrainer hat bis 2028 bei den Grün-Weißen unterschrieben, auch das ist ein wichtiges Signal. Jetzt gilt es für die Lustenauer, ihren Kader Bundesliga-Fit zu machen. Und da werden sie in allen Mannschaftsteilen außer der Torhüterposition an einigen Stellschrauben drehen müssen. Naheliegend wäre, dass es die Grün-Weißen bei Ex-Austrianer Ronivaldo probieren, der gerade mit Blau-Weiß Linz abgestiegen ist und auf dem Markt sein sollte. Die Lustenauer werden sicherlich ein gutes Händchen bei den Neuverpflichtungen brauchen, aber dank der Aufstiegseuphorie, der gelösten Stadionfrage und des funktionierenden Umfelds geht die Austria mit ganz viel Rückenwind in die Planungen.