Feldkircher Fotograf Forte zählt zu Europas Besten

Architekturfotograf Julian Forte erreichte beim renommierten FEP Young Photographer Award den dritten Platz.
Julian Forte ist ein preisgekrönter Blickfänger. Der 1998 geborene Feldkircher hat sich in den vergangenen Jahren auf Architektur-, Interior- und Hotelfotografie spezialisiert und erreichte zuletzt beim „FEP Young Photographer Award 2026“ den dritten Platz. Die Auszeichnung der Federation of European Professional Photographers gilt als einer der wichtigsten Nachwuchspreise Europas.

Der Weg dorthin verlief nicht geradlinig. Aufgewachsen in Sulz-Röthis, besucht Forte zunächst die Handelsschule, ehe er eine Lehre als IT-Techniker in Lauterach begann. Während der Lehrzeit gestaltet er Webseiten, produziert Videos für Firmenveranstaltungen und merkt zunehmend „dass ich lieber kreative Sachen mache“, erinnert sich der Preisträger zurück.

Zickzack zum Erfolg
Der Sohn eines begeisterten Hobby-Fotografen fand dennoch fast zufällig zu seiner heutigen Profession. Konkret in Liechtenstein, wo er parallel zu seiner dualen Ausbildung in Mediendesign und Medieninformatik im Marketing einer Hotelkette wirkte. Dort erlebte der Oberländer, wie umständlich die Koordinierung mit Fotografen für Unternehmen sein kann. Oft seien Umbauten noch nicht abgeschlossen, Räume nicht vollständig eingerichtet oder Abläufe im Betrieb kurzfristig verändert worden. Während externe Fotografen in solchen Situationen häufig einfach einen neuen Termin vereinbaren würden, lernte Forte, flexibel mit den Gegebenheiten und in Folge auch mit Kameras umzugehen.
Draus entwickelte sich sein heutiger Zugang zur Architektur- und Hotelfotografie, der er sich seit drei Jahren als selbstständiger Unternehmer widmet. „Das ist der Bereich, wo es mir am meisten Spaß macht“, zeigt sich der Unternehmer sichtlich froh. Gerade weil er „beide Seiten“ kenne, also sowohl die Anforderungen eines Unternehmens als auch die Arbeitsweise von Fotografen, könne er Projekte heute anders planen.


Handwerker
Persönlich leite ihn der Wunsch, Werke zu schaffen, die den Blick länger als andere auf sich ziehen. Ein angesichts permanenter Bilderflut herausforderndes Ziel. Im Spektrum der Fotografie von Kunst bis Handwerk ist er klar auf letzteres Fokussiert. Seine Bilder sollen funktionieren und Räume verkaufen. Schließlich ist es sein Broterwerb. Diesem widmet sich Forte rein mit digitalen Geräten. Während mittlerweile förmlich jedes Kind mit dem Handy Bilder machen kann, weiß der Fotograf „was mich einzigartig macht ist mein Blick“.

Trainierter Blick
Dieser prägt inzwischen auch seinen Alltag. Gebäude, Lichtstimmungen oder Perspektiven nimmt Forte permanent bewusst wahr. Während der Fotograf im Urlaub auf die Kamera verzichtet, kann er seinen trainierten Blick nicht ablegen.

Speziell Hotelzimmer und wie sie online präsentiert werden betrachtet er längst anders als normale Gäste. Besonders deutlich sei ihm das zuletzt bei einem Hotel in Südtirol aufgefallen. Ein Bekannter habe dem Fotografen begeistert die Bilder eines Infinity-Pools gezeigt. „Da war die Kamera ganz flach über das Wasser gekippt, schön weitwinkelig“, erinnert sich Forte. In Wirklichkeit sei der Pool dann „ein kleiner Tümpel gewesen“, lacht der hemdsärmelig Feldkircher.