_Homepage

“Man muss sie begeistern”: Ehrliche Einblicke einer Lehrerin

26.06.2026 • 13:40 Uhr
"Man muss sie begeistern": Ehrliche Einblicke einer Lehrerin
Simone Riedmann erzählt von Motivation, Herausforderungen und davon, was ihren Beruf jeden Tag besonders macht. hartinger

Simone Riedmann unterrichtet Sport, Ethik und Psychologie am Borg Dornbirn Schoren. Der NEUE gab sie Einblicke in ihren Beruf.

Wie sind Sie zu dem Beruf Lehrerin gekommen?

Simone Riedmann: Mein Papa war Sportlehrer und hat mich viel in den Turnsaal mitgenommen. So bekam ich schon früh Einblicke. Psychologie hat mich schon immer interessiert, auch die Frage, was passiert im Menschen. Ethik hat sich dann im Laufe des Unterrichts angeboten und ist ein bisschen später auch dazugekommen.

Wie gestalten Sie bei diesen heißen Temperaturen den Sportunterricht?

Riedmann: Es gibt zwar einen Lehrplan, aber ich habe viel Freiraum. Wenn die Schülerinnen bereit sind ein bisschen zu schwitzen und zu leiden (lacht), dann haben wir im Turnsaal ganz normal Unterricht. Aber meistens gibt es danach noch eine Abkühlung in der Ach, das bietet sich bei uns an.

"Man muss sie begeistern": Ehrliche Einblicke einer Lehrerin
Die Abwechslung gefällt Riedmann an ihrem Beruf besonders gut. hartinger

Was ist die größte Herausforderung?

Riedmann: Die größte Herausforderung im Sportunterricht ist es, vor allem Schülerinnen der Oberstufe zu motivieren. Es ist nicht leicht, Bewegung zu fördern, ohne dass der Spaß verloren geht oder zu viel Druck ausgeübt wird. Bei Ethik und Psychologie, ist es schwierig allen gerecht zu werden. Wenn Leute aus verschiedenen sozialen Hintergründen, mit psychischen Leiden, Verhaltensauffälligkeiten oder mit ADHS und/oder Autismus zusammenkommen, sollte jeder dort abgeholt werden, wo er ist. Und das ist herausfordernd.

Hat sich Ihr Job in den letzten Jahren verändert?

Riedmann: Man merkt, dass es mehr Kinder und Jugendliche gibt, die mit sich selbst kämpfen. Durch meine Fächer kriege ich das viel mehr mit. Gerade im Sportunterricht erzählen die Kinder einiges. Früher war das noch nicht so gehäuft, aber vielleicht wurde auch weniger darüber geredet. Ich denke, dass Corona und die sozialen Medien eine Rolle dabei spielen können.

"Man muss sie begeistern": Ehrliche Einblicke einer Lehrerin
Riedmann pflegt einen engen Draht zu ihren Schülern. hartinger

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am Besten?

Riedmann: Das Zusammenarbeiten mit Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Altersgruppen, schätze ich sehr. Ein tolles Gefühl ist auch, wenn Schüler sich für neue Dinge begeistern lassen oder manche sogar selbst Psychologie studieren wollen. Außerdem mag ich die Abwechslung, jeder Tag ist anders. Es gibt immer wieder etwas Neues und das gefällt mir besonders gut.