Mercedes Scheible: „Der Umzug nach Ghana hat meinen kreativen Horizont komplett verschoben“

Merce zählt mit dem Song „3:50“ zu den Nominierten des Sound@V in der Kategorie Alternative/Singer-Songwriter.
Bürgerlicher Name: Mercedes Scheible
Alter: 24
Wohnort: Bregenz / Baltimore
Beruf: Leiterin Digitale Medien
Genre: Singer-Songwriter, Deutsch-Pop, Afrobeats
Mein Weg zur Musik: Ich habe schon als Kind eigene Lieder geschrieben, obwohl ich bis heute keine Noten lesen kann. Mein wichtigstes Instrument war eine 20-Euro-Gitarre von eBay. Da ich keine Musiktheorie gelernt habe, brachte ich mir das Spielen selbst bei und merkte mir Melodien über ihr Klangbild. Nach meinem Sound@V-Sieg 2021 kaufte ich mein erstes Studio-Equipment, begann zu produzieren und landete bei „Guten Morgen Österreich“. Mein anschließender Umzug nach Ghana hat meinen kreativen Horizont dann komplett verschoben. Aus Faszination für Sprache lernte ich Twi. So entstand mein Afrobeats-Song „Forget“, der vergangenes Jahr beim Sound@V nominiert war.
Ich mache Musik, weil: Sie mein sicherer Hafen ist. Wenn jemand fühlt, was ich beim Schreiben gefühlt habe, sind wir für drei Minuten auf derselben Wellenlänge.
Künstler, die mich geprägten: Bnxn, Olivia Dean und Ne-Yo.
Mein kuriosestes Musikerlebnis: Die Aufnahme meines Songs „3:50“ in Toronto. Das mobile Studio bestand nur aus einem Mikrofon und einem Kabel. Um die Raumakustik für die Gesangsaufnahmen zu verbessern, saß ich mit einer dicken Bettdecke über dem Kopf.
Sound@V ermöglicht mir: Brücken zwischen Vorarlberg und der Welt zu schlagen, mein Netzwerk in der Heimat auszubauen und jährlich eine andere musikalische Seite zu zeigen.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Eingereichter Song: „3:50“
Geschichte hinter dem Lied: „3:50“ erzählt von einem emotionalen Ungleichgewicht in einer Beziehung – wenn eine Person alles gibt und die andere nur Brotkrumen verteilt. Den Beat hörte ich erstmals in Ghana, schrieb den Text auf Deutsch und Twi und gewann den ghanaischen Künstler Nsrb Dray für ein Feature.
Die Zeile aus dem Song, auf die ich besonders stolz bin: „GMT now, but we used to be home, we used to be friends, but now that‘s even gone.“

Was würde ich mit dem Preisgeld machen? Der Großteil würde nach Ghana gehen, um meinem Feature-Partner Nsrb Dray eine langfristige Unterkunft sowie professionelles Musikequipment zu finanzieren. Der Rest fließt in meine erste EP.